Capital Beat TV

 
 
Streit um Einkommenssteuerreform, Inflation steigt wegen Energiepreisen, Ruf nach Strafzöllen, Teilzeitquote auf Höchststand, Volkswagen plant Werkschließungen, Neue EU-Richtlinien für Chatbots
in der Kalenderwoche 36, 2026
kuratiert von Luca-Janna Vagt

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen, wöchentlichen Newsletter an:

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen, wöchentlichen Newsletter an:

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Interner Streit um Einkommensteuerreform: Das von Katherina Reiche geführte Wirtschaftsministerium bemängelt im Vorfeld der am Mittwoch verabschiedeten Reform den fehlenden Abbau der kalten Progression. Dies könnte reale Gehaltserhöhungen in der Belegschaft entwerten. Dennoch hat das Ressort dem Entwurf für den anstehenden Kabinettsbeschluss nun offiziell zugestimmt. Das Paket sieht für 2027 und 2028 steuerliche Entlastungen von zehn Milliarden Euro durch höhere Grundfreibeträge vor. Zur Gegenfinanzierung plant die Bundesregierung eine Anhebung der Reichensteuer, verzichtet aber auf einen generellen Progressionsausgleich. zeit.de

Inflation steigt wegen Energiepreisen: Neue Militärschläge im Nahen Osten haben die globalen Rohöl- und Gaspreise massiv in die Höhe getrieben. Dadurch kletterte die Teuerungsrate in Deutschland im August wieder auf 2,9 Prozent. Der europäische Gaspreis erreichte am Spotmarkt sogar den höchsten Stand seit Januar 2023. Gleichzeitig verteuert das Rekord-Niedrigwasser im Rhein die inländische Kraftstoffversorgung drastisch. Unternehmen müssen sich daher darauf einstellen, diesen massiven Kostenschub bei der Energie an ihre Kunden weiterzugeben. tagesschau.de, spiegel.de, zeit.de

ANZEIGE

Neuer Generationenvertrag: Da freuen sich Jung und Alt gemeinsam. Bei unserem Konzept für die Pflege helfen alle, denen es möglich ist, dabei mit, den Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung abzusenken. Das schützt die Jüngeren vor Überlastung, sichert die Versorgung der Pflegebedürftigen und hält den Wirtschaftsstandort Deutschland konkurrenzfähig. Mehr auf pkv.de

Wachsender Ruf nach Schutzzöllen: Die Bundesregierung unterstützt die EU-Kommission künftig bei handelspolitischen Defensivmaßnahmen gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen. Parallel dazu drängt die mittelständisch geprägte deutsche Möbelindustrie nach massiven Umsatzeinbrüchen auf neue Zollschranken. Hiesige Hersteller leiden stark unter billigen Importen aus Asien und ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Europäische Initiativen zielen nun auf sektorale Zölle ab. Zudem sollen sie Unternehmen zu mehr Unabhängigkeit in ihren internationalen Lieferketten bewegen. berlin.table/berlin, faz.de

Teilzeitquote auf historischem Höchststand: Im zweiten Quartal arbeiteten mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland in einem Teilzeitmodell. Zeitgleich sank die absolute Zahl der Vollzeitstellen um fast ein Prozent auf rund 25,1 Millionen. Dieser Beschäftigungsaufbau findet primär in teilzeitaffinen Dienstleistungssektoren wie dem Gesundheitswesen statt. Klassische Industriebranchen mit hohem Vollzeitanteil verzeichnen hingegen schrumpfende Belegschaften. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der verbliebenen Vollzeitkräfte blieb mit rund 38,3 Stunden fast konstant. spiegel.de

Briten führen Auslandsinvestitionen an: Ausländische Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund 86 Milliarden Euro in den Standort Deutschland investiert. Das entspricht nach einem starken Einbruch im Vorjahr einer kräftigen Erholung um 50 Prozent. Allerdings hat sich die Herkunft des Kapitals deutlich verschoben. Britische Firmen verdreifachten ihre Investitionen und lösten die USA als wichtigsten Einzelinvestor ab. Das Volumen chinesischer Gelder stieg zwar leicht an, bleibt am Gesamtmarkt aber unbedeutend. tagesschau.de

Volkswagen plant vier Werksschließungen: Der Vorstand des Autobauers will die Fahrzeugproduktion an den Standorten Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm komplett einstellen. Die weitreichenden Schließungen sollen schrittweise bis zum Jahr 2034 vollzogen werden. Ein interner Bericht belegt, dass die aktuellen Kostenstrukturen die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns gefährden. Die drastischen Einschnitte sollen die sinkende Profitabilität sichern und das Rating für anstehende Refinanzierungen stabilisieren. handelsblatt.com

EU stoppt brasilianische Fleischimporte: Die Europäische Union setzt ab Donnerstag die Einfuhr von Rindfleisch, Geflügel und Honig aus Brasilien aus. Dem südamerikanischen Land fehlen Nachweise zum Verzicht auf ertragssteigernde Antibiotika in der Tierhaltung. Die Brüsseler Kommission sieht die strengen europäischen Hygiene- und Aufzuchtvorgaben derzeit nicht garantiert. Der Importstopp fällt in eine sensible Phase, da das umstrittene Mercosur-Freihandelsabkommen erst im Mai vorläufig in Kraft trat. zeit.de

Deutsche Post ist DHL: Der Bonner Logistikkonzern tritt nach einer Handelsregisteränderung ab sofort offiziell unter dem Namen DHL AG auf. Damit trägt das Unternehmen seinem enorm gewachsenen Auslandsgeschäft Rechnung. Die Traditionsmarke „Deutsche Post“ bleibt lediglich als Tochterfirma für das nationale Brief- und Paketgeschäft erhalten. spiegel.de

ANZEIGE

Hybride Pressekonferenzen für eine bundesweite Reichweite! Presse.Live bietet: Location in Berlin-Mitte, Livestream-Technik, redaktionellen Support und ein Multiplikatoren-Netzwerk – Ihre Botschaft erreicht Journalisten im Presse.Live-Studio oder bei Ihnen vor Ort und online in den Redaktionen von Publikums- und Fachmedien. Kontaktieren Sie uns: presse.live@presse.live, Telefon 030 69 202 3535 presse.live

DIGITALISIERUNG

Strengere EU-Regeln für Internetgiganten: Die EU-Kommission stuft den Bot ChatGPT, das Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox künftig als sehr große Plattformen ein. Alle drei US-Anbieter haben die Schwelle von monatlich 45 Millionen aktiven europäischen Nutzern überschritten. Damit unterliegen sie ab sofort dem strengen Gesetz über digitale Dienste (DSA). Die Konzerne müssen nun innerhalb von vier Monaten erweiterte Pflichten beim Jugendschutz technisch umsetzen. horizont.net

Fehleranfällige KI-Dokumentation in Praxen: Patienten im britischen Gesundheitssystem decken vermehrt gravierende Fehler in maschinell erstellten Arztbriefen auf. Die KI-gestützten Schreibassistenten verwechselten während ärztlicher Konsultationen Medikamentennamen oder erfanden schwere Diagnosen. Solche falschen Datenbankeinträge können für die Betroffenen weitreichende Folgen bei Versicherungsabschlüssen haben. Trotz dieser bekannten Risiken testen aktuell auch große deutsche Kliniken wie die Charité ähnliche Programme zur Entlastung von der Bürokratie. heise.de

Hamburg plant Verbot von Kamerabrillen: Die dortige rot-grüne Regierungskoalition will den Einsatz von sogenannten Smart Glasses in städtischen Bädern und im Nahverkehr untersagen. Diese Sehhilfen verfügen über unauffällige Bild- und Tonaufnahmefunktionen. Die Politik fürchtet daher heimliche Mitschnitte und deren unkontrollierte Verbreitung auf Social-Media-Plattformen. Das Verbot soll die Privatsphäre im öffentlichen Raum vor unbemerkten technologischen Übergriffen schützen. faz.de

RAT UND TAT

Natrium-Batterien gehen in Serie: Der chinesische Hersteller Xupai stattet erstmals Elektrofahrzeuge standardmäßig mit neuartigen Natrium-Ionen-Akkus für das Niedervolt-Bordnetz aus. Diese Technologie soll die klassischen und oft pannenanfälligen Blei-Säure-Batterien in Personenwagen künftig ablösen. Die neuen Stromspeicher kommen völlig ohne kritische Rohstoffe aus und gelten als deutlich sicherer. Damit steht der Automobilbranche eine kostengünstigere Alternative für die Versorgung von Steuergeräten und Assistenzsystemen zur Verfügung. heise.de

Sicherheitsrisiko für globale Flugrouten: Wegen drohender Kollisionen mit militärischen Drohnen hat die Ukraine zivile Fluggesellschaften vor der Nutzung des russischen Luftraums gewarnt. Das Überfliegen des Landes sei aufgrund zahlreicher ukrainischer Angriffe auf das russische Hinterland faktisch vollkommen unsicher geworden. Zwar richten sich diese Attacken nicht gezielt gegen Passagier- oder Frachtmaschinen. Dennoch erfordert die dichte Präsenz unbemannter Flugkörper eine strikte Neubewertung dieser eurasischen Transportwege. zeit.de

ANGEZÄHLT

Lediglich zu 65 Prozent sind die europäischen Gasspeicher derzeit gefüllt. Dies ist der tiefste Stand für diese Jahreszeit seit 2011 und liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau. Bei einem kalten Winter droht der europäischen Industrie dadurch ein harter Preiswettbewerb mit asiatischen Märkten. zeit.de

ZITAT DER WOCHE

„Aber selbst wenn das Öl wieder ungehindert durch die Straße von Hormus flösse und sich Energie verbilligte, dürfte die Inflation noch lange deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegen.“

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, zu den hartnäckigen Folgen des energiegetriebenen Kostenschubs für die Preisgestaltung von Unternehmen. tagesschau.de

ZULETZT

KI-Training für lokale Dialekte: Ein bayerisches Pilotprojekt schult eine Künstliche Intelligenz gezielt mit regionalen Sprachproben. Bisherige Spracherkennungssysteme reagieren bei Dialektsprechern oft mit völligem Unverständnis. Durch das Einspeisen von Audiodaten samt hochdeutscher Übersetzung soll die Software nun spezifische Grammatik und Laute erlernen. Langfristig soll die Technik auch bei medizinischen Notfällen oder Unfällen als verlässlicher Dolmetscher dienen. tagesschau.de

Wir verwenden Cookies, um dir das bestmögliche Nutzererlebnis zu bieten. Darüber hinaus nutzen wir Google Analytics, um die Nutzung unserer Website zu analysieren und zu verbessern. Deine Daten werden dabei anonymisiert verarbeitet. Du kannst der Verwendung von Google Analytics jederzeit zustimmen oder sie ablehnen. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.