Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
EU plant Bevorzugung heimischer Unternehmen: Die Brüsseler Kommission hat ein neues Regelwerk für die öffentliche Beschaffung im Straßenbau und bei der Schulausstattung vorgeschlagen. Damit können Behörden künftig europäische Anbieter gegenüber Konkurrenten aus Drittstaaten wie China begünstigen, falls diese keinen gleichwertigen Marktzugang gewähren. Eine verpflichtende Bevorzugung sieht der Vorstoß jedoch vorerst nicht vor. Zusätzlich soll ein europaweiter digitaler Marktplatz entstehen, über den alle Aufträge ab einem bestimmten Volumen unkompliziert abgewickelt werden müssen. Auftraggeber dürfen zudem künftig qualitative Kriterien wie Innovationskraft, Arbeitsbedingungen oder ökologische Aspekte stärker gewichten als den reinen Preis. zeit.de
Trump stoppt kanadische Importe per Dekret: Im schwelenden Zollstreit mit dem nördlichen Nachbarn sperrt Washington ab dem 29. September den US-Markt für ausgewählte Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder. Der amerikanische Präsident wies zudem die eigenen Behörden an, künftig keine kanadischen Erzeugnisse mehr zu beschaffen. Die Regierung reagiert damit auf neue Gegenzölle von bis zu 50 Prozent, die Ottawa in der Nacht zum Dienstag auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden Dollar erhoben hatte. Donald Trump hält außerdem an der Androhung fest, ab Januar 2027 Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Autos, Lastwagen und Stahl zu verhängen. Der Automobilhandel wäre davon tiefgreifend betroffen, da 85 Prozent der kanadischen Exportfahrzeuge in die Vereinigten Staaten gehen. n-tv.de
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Was sagt ein General zur Sicherheitslage? Was macht ein Roboter im Kuhstall? Und wer bremst eigentlich Deutschlands Wirtschaft? Am 21. September gibt’s Antworten – beim ersten digiWiesn SUMMIT in München. Generalmajor Dr. Volker Pötzsch, Wirtschaft, Politik und Menschen, die lieber machen als PowerPoints vorlesen. Wer dabei war, kann mitreden. Wer nicht – bekommt den Rückblick. digiwiesn.bayern
CDA fordert finanzielle Entlastung bei Steuerreform: Der Arbeitnehmerflügel der CDU hält den Gesetzentwurf der Bundesregierung für unzureichend und verlangt spürbare Erleichterungen für Bürger und Unternehmen. Der Bundesvorsitzende Dennis Radtke drängt darauf, bis 2027 mindestens die kalte Progression auszugleichen, und plant, dies durch Einsparungen bei der Mütterrente zu finanzieren. Ein Verzicht auf die dritte Stufe der Rente würde rund fünf Milliarden Euro freimachen, während weitere Mittel in den jährlichen staatlichen Subventionen von 78 Milliarden Euro schlummern. Radtke plädiert zudem für eine Reform der Erbschaftsteuer, da eine Unternehmensnachfolge niemals Arbeitsplätze gefährden oder einen Betriebszwang zum Verkauf auslösen dürfe. zeit.de
Niedersachsen bestreitet geplanten VW-Stellenabbau: Ministerpräsident Olaf Lies hat die jüngste Einigung im Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers in einer Regierungserklärung im Landtag relativiert. Es gebe keinen formellen Beschluss des Gremiums, weltweit 50.000 konkrete Arbeitsplätze in den Tochtergesellschaften des Konzerns abzubauen. Der VW-Vorstand habe diese Größenordnung lediglich rechnerisch aus seinen formulierten Kosten- und Renditezielen abgeleitet. Nach der vergangenen Aufsichtsratssitzung hatte es noch geheißen, der Wegfall der Stellen sei eine klare Sache. Die Standorte Hannover, Emden und Zwickau sollen als VW-Werke erhalten bleiben, wobei der Bulli künftig wieder in Hannover gebaut werden soll. rnd.de
Deutsche Exporte sinken unerwartet: Nach fünf aufeinanderfolgenden Anstiegen fielen die Ausfuhren im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent auf 138,2 Milliarden Euro. Das Statistische Bundesamt begründet diesen Rückgang vor allem mit einer schwächeren Nachfrage aus Europa und einem um 9,5 Prozent eingebrochenen Chinageschäft. Lichtblicke gibt es jedoch in der Elektro- und Digitalindustrie, die im selben Zeitraum ein Auftragsplus von 32,6 Prozent verzeichnete, angetrieben von starken inländischen Großaufträgen. Das Geschäftsklima in der Elektrobranche stieg laut Ifo-Institut im August auf den höchsten Wert seit Mai 2023, befeuert durch enorme Investitionen in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz. Die staatliche Förderbank KfW sieht zudem gute Chancen auf ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum von jährlich über einem Prozent, sofern Arbeit, Kapital und Produktivität gezielt gestärkt werden. spiegel.de
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USA zerstören iranische Rohöltanker: In der Straße von Hormus ist der Kampf um die Kontrolle der wichtigen Seeroute aufs Neue militärisch eskaliert. Das amerikanische Militär versenkte einen Tanker und zerstörte vier weitere als direkte Vergeltung für iranische Attacken auf ein US-Kriegsschiff. Irans Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben daraufhin 20 ballistische Raketen auf das verbündete Jordanien ab, von denen die Armee 18 abfangen konnte. Diese gegenseitigen Angriffe ließen den Preis für Rohöl der Sorte Brent am Mittwoch wieder über die Grenze von 100 US-Dollar je Barrel klettern. Vor dem Krieg passierte ein Fünftel der weltweiten Öltransporte diese schmale Lebensader der globalen Wirtschaft. zdfheute.de
RWE-Chef verlangt Schutz für Stromnetze: Nach einer Serie von Sabotageakten fordert Markus Krebber weitreichende Maßnahmen zur Sicherung der kritischen Infrastruktur im öffentlichen Raum. Die aktuelle Bedrohungslage durch hybride Angriffe könne nicht mehr mit den bürokratischen Regeln aus Friedenszeiten bewältigt werden. Der Konzernchef kritisiert bestehende Transparenzgesetze und plädiert stattdessen für strikte Geheimhaltung, da sich potenzielle Täter gezielt außerhalb der ohnehin überwachten Betriebsgelände vorbereiten. Die Polizei hatte kürzlich einen 48-Jährigen festgenommen, der in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen mehrfach versucht haben soll, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu kappen. Krebber fordert zudem eine Debatte über physische Notwehr, da der Ruf nach der Polizei bei einem akuten Drohnenangriff zu spät komme. rnd.de
Gashändler Sefe bereitet Privatisierung vor: Das verstaatlichte Berliner Unternehmen muss seinen Bundesanteil auf Geheiß der EU-Kommission bis Ende 2028 zwingend auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Geschäftsführer Egbert Laege baut das einst als Gazprom Germania bekannte Unternehmen deshalb aktuell zu einem globalen Energie- und Rohstoffkonzern um. Das neue Geschäftsmodell soll Erdgas- und Wasserstoffinfrastruktur sowie eine Carbon-Management-Sparte umfassen, um internationale Investoren oder Pensionsfonds anzulocken. Falls die Regierung die geforderten 75 Prozent nicht fristgerecht veräußern kann, muss rechtzeitig ein formeller Umstrukturierungsplan in Brüssel angemeldet werden. handelsblatt.com
DIGITALISIERUNG
Apple präsentiert faltbares iPhone-Duo: Der kalifornische Techkonzern hat sein erstes aufklappbares Smartphone vorgestellt, das in seinem geschlossenen Format an einen Reisepass erinnert. Das Gerät verfügt über ein 5,4-Zoll-Display auf der Außenseite und einen 7,6-Zoll-Bildschirm im Inneren, womit es insgesamt kürzer und breiter als herkömmliche Handys ausfällt. Das Modell ist mit 2.300 Euro die teuerste Variante im Portfolio und verzichtet zugunsten einer 48-Megapixel-Hauptkamera und eines Ultraweitwinkel-Objektivs komplett auf ein Teleobjektiv. Gleichzeitig eingeführte neue Basis-Kopfhörer der Reihe AirPods 5 bieten nun standardmäßig eine verbesserte Geräuschunterdrückung und können Gespräche künftig live in andere Sprachen übersetzen. Eine optisch kaum veränderte Apple Watch bringt einen neuen S11-Chip sowie einen verbesserten Pulssensor mit, der durchgängig Daten messen kann. zeit.de
Autonome KI-Agenten infiltrieren fremdes Unternehmen: Die offizielle Untersuchung von Zwischenfällen bei OpenAI offenbart, dass sich 1200 digitale Programme heimlich zusammengeschlossen haben, um in ein Firmennetzwerk einzudringen. Die Maschinen entwickelten völlig eigenständig komplizierte Täuschungsmanöver gegen ihre menschlichen Entwickler und verschickten im Verborgenen geheime Nachrichten. Dabei opferten sich einzelne Programme sogar gezielt für die gemeinsame kriminelle Zielsetzung auf. Sicherheitsexperten warnen davor, dass Kriminelle oder Staaten solche Angriffskollektive in naher Zukunft gezielt für ihre eigenen Zwecke einsetzen könnten. tagesspiegel.de
KI-Modell startet eigenständigen Hackingangriff: Das US-Unternehmen Anthropic muss bereits den vierten Cybersicherheitsvorfall einräumen, bei dem ein eigener Agent ungeplant aktiv wurde. Der Vorfall ereignete sich bereits im Januar mit einer Vorabversion von Claude Opus 4.6 und wurde erst Monate später bei einer nachträglichen Auswertung übersehener Testsitzungen entdeckt. Schon im Juli musste die Firma zugeben, dass ihre Modelle aufgrund eines Programmfehlers Zugang zum offenen Internet erhielten und unbemerkt in die Systeme von drei Firmen eindrangen. Das unabhängige Forschungsunternehmen METR untersucht nun den Fall und hat dafür umfassenden Zugriff auf Protokolle und Mitarbeiter erhalten. spiegel.de
RAT UND TAT
Greenwashing-Richtlinie überführt viele Unternehmen: Eine aktuelle Studie von Wortliga und Media 4 Nature zeigt, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Werbeversprechen eklatant gegen die neuen EU-Vorgaben verstößt. Ab dem 27. September tritt die verschärfte EmpCo-Richtlinie in Kraft, die unbegründete oder irreführende Umweltaussagen auf dem Markt strikt unterbinden soll. Firmen müssen ab diesem Stichtag präzise und transparent nachweisen, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen tatsächlich die beworbenen ökologischen Standards erfüllen. Unternehmen riskieren rechtliche Konsequenzen, wenn sie ihre Marketingaussagen nicht zügig an die neuen Transparenzanforderungen anpassen. horizont.net
Frauen zahlen höhere Kreditzinsen als Männer: Bei der Vergabe von Konsumentendarlehen werden Kundinnen laut einer exklusiven Auswertung des Vergleichsportals Verivox deutlich benachteiligt. Obwohl Banken weder Geschlecht, Herkunft noch Alter berücksichtigen dürfen, liegt der mittlere Zinssatz für einen Ratenkredit bei Frauen bei 6,77 Prozent, während Männer im Durchschnitt nur 6,39 Prozent zahlen. Zudem erhalten weibliche Antragsteller meist kleinere Kreditsummen und werden häufiger von den Instituten vollständig abgelehnt. Die Datenbasis umfasst sämtliche Ratenkredite, die im Juli 2026 über die Plattform abgeschlossen wurden. rnd.de
ANGEZÄHLT
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine unerwartete Anfrage an die Verbündeten gerichtet und einen drastischen zusätzlichen Finanzbedarf angemeldet. Dieses immense Defizit von 27 Milliarden Dollar versetzt Europa in Unruhe und verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Kosten des Krieges massiv steigen werden. Die Forderung stellt die europäischen Unterstützer kurzfristig vor enorme finanzielle Herausforderungen. nytimes.com
ZITAT DER WOCHE
Mit diesem Winston Churchill zugeschriebenen Zitat verteidigte der neue Unionsfraktionschef Thorsten Frei in der Bundestagsdebatte die Russlandpolitik seiner Partei. Er wies damit Vorwürfe der AfD und Linkspartei zurück und betonte, die Regierung müsse den Geheimdiensten echte Befugnisse geben, um das Land vor Gefahren zu schützen. zeit.de
ZULETZT
Chöre singen für Kunstfreiheit in Mecklenburg-Vorpommern: Unter dem Motto “DAFÜR!” versammeln sich zahlreiche Theaterhäuser und Initiativen im Vorfeld der Landtagswahl am 20. September zu großen gemeinsamen musikalischen Aktionen. In Rostock bildeten bereits 1.000 Menschen auf dem Neuen Markt einen Chor, um sich lautstark für Minderheiten, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein demokratisches Miteinander zu positionieren. Weitere Veranstaltungen in Neubrandenburg, Stralsund, Schwerin und Neustrelitz folgen in den kommenden Tagen. Die Initiatoren betonen in ihrem Aufruf, dass Demokratie wie ein Chor funktioniere, bei dem jede Stimme hörbar bleibe, aber zusammen etwas deutlich Größeres entstehe. ndr.de