Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
Wirtschaftsinstitute verdoppeln deutsche Wachstumsprognose: Die Konjunktur soll in diesem Jahr überraschend um 1,3 Prozent und im kommenden Jahr um 1,1 Prozent zulegen. Obwohl die Bundesbank wegen hoher Energiepreise und Niedrigwasser im abgelaufenen dritten Quartal einen leichten Dämpfer verzeichnete, wird für das Jahresende eine deutliche Belebung erwartet. Gleichzeitig gehen die Volkswirte davon aus, dass die Inflation aufgrund teurer Energieimporte vorerst auf einem erhöhten Niveau verharren wird. Der eingeschlagene Erholungskurs der heimischen Industrie bleibt nach Einschätzung der Experten damit jedoch intakt. deutschlandfunk.de, tagesspiegel.de
Koalition hält an Sozialreformen fest: Kanzleramtschefin Nina Warken und Kanzler Friedrich Merz schließen nach den jüngsten Wahlniederlagen eine Neujustierung ihrer Pläne für Rente und Arbeitsmarkt kategorisch aus. Wirtschaftsweise Monika Schnitzer begrüßt den Kurs, da eine Aufweichung aus Angst vor Wählerverlusten die drängenden Strukturprobleme des Landes nicht lösen würde. Geplant sind unter anderem flexiblere Arbeitszeiten, längere sachgrundlose Befristungen und Einschnitte bei der abschlagsfreien Rente ab 63. Die Bundesregierung will zudem bürokratische Hürden abbauen und den Wegfall der telefonischen Krankschreibung zügig umsetzen. zeit.de, deutschlandfunk.de, spiegel.de
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Wir sind die Arztpraxis-am-Laufen-halten-Versicherung. Obwohl nur 10 Prozent aller Vollversicherten in Deutschland Privatpatienten sind, tragen sie mehr als 20 Prozent zum Umsatz von Arztpraxen bei. Das sind im Schnitt über 82.000 Euro pro Jahr zusätzlich für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Praxen auf dem Land profitieren dabei besonders stark von Privatpatienten. Mehr auf pkv.de
Gewerkschaft und Arbeitgeber ringen hart: In der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall angesichts der schwierigen Branchenlage ein eher moderates Lohnplus von fünf Prozent. Die Arbeitgeberverbände pochen hingegen auf Maßnahmen zur massiven Kostensenkung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe zu sichern. Der Autobauer Mercedes-Benz verlangt von seinen Beschäftigten sogar die Rückkehr zur 38-Stunden-Woche bei gleichem Gehalt sowie deutliche Kürzungen bei den Sonderzahlungen. Ohne weitreichende Zugeständnisse droht laut dem Betriebsrat ein weiterer Abzug von Produktionskapazitäten in Niedriglohnländer. sueddeutsche.de, handelsblatt.com, faz.de
Tankrabatt kommt, USA prüfen Exportstopp: Die Bundesregierung entlastet Autofahrer ab dem ersten Oktober für drei Monate um bis zu 17 Cent pro Liter Benzin und Diesel. Finanziert wird die 2,5 Milliarden Euro teure Maßnahme durch ungenutzte Haushaltsreste sowie eine geplante Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Unterdessen drohen auf dem Weltmarkt neue Verwerfungen, da die US-Regierung wegen stark gestiegener Inlandspreise einen Exportstopp für Dieselkraftstoff ernsthaft erwägt. Gleichzeitig haben sich die Transportkosten für Öl durch den Nahostkonflikt und blockierte Schifffahrtswege auf historische Rekordwerte vervielfacht. zdfheute.de, tagesspiegel.de, handelsblatt.com
EU-Kammer kritisiert chinesische Handelspraktiken scharf: Europäische Unternehmen sehen in der Volksrepublik zunehmend einen ungesunden Preiswettbewerb, der von staatlich subventionierten Firmen befeuert wird. Brüssel und Peking verhandeln derzeit über dringend nötige Lösungen für das enorme Handelsdefizit, das auf eine Milliarde Euro pro Tag geschätzt wird. Ausländische Konzerne nutzen das asiatische Land wegen der schwachen Binnennachfrage inzwischen immer häufiger nur noch als reinen Exportstandort. Die Interessenvertretung warnt eindringlich davor, dass sogenannte Zombieunternehmen künstlich am Leben gehalten werden und drängt auf wirklich faire Wettbewerbsbedingungen. zeit.de
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Ihre Pressekonferenz digital oder hybrid mitten aus dem Regierungsviertel: Aus dem Presse.Live-Studio in der Albrechtstraße – direkt und bundesweit in die Redaktionen der Hauptstadtpresse, von Regional- und Fachmedien – über Ihre und unsere Verteiler. Wir produzieren ihre Pressekonferenz in Fernsehqualität. Kontaktieren Sie uns: presse.live@presse.live, Telefon 030 69 202 3535 presse.live
Tschechischer Milliardär bietet für Uniper: Das Energieunternehmen EP-Gruppe des Investors Daniel Křetínský will Deutschlands wichtigsten Gasversorger als alleiniger Käufer übernehmen. Im laufenden Bieterwettbewerb hat die Holdinggesellschaft bereits ein unverbindliches Angebot für den kompletten Gesamtkonzern eingereicht. Es wird erwartet, dass die Belegschaft starken Widerstand gegen diese möglichen Übernahmepläne leisten wird. Offiziell wollte sich das tschechische Management bislang nicht zu den durchgesickerten Informationen aus Finanzkreisen äußern. handelsblatt.com
Kanzler Friedrich Merz forciert Gesetz gegen Enteignungen: Nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin will die Regierungskoalition die Verstaatlichung privater Mietwohnungen auf Landesebene künftig rechtlich komplett unterbinden. Internationale Investoren sollen durch diesen konsequenten Schritt das klare Signal erhalten, dass ihr Eigentum in Deutschland vor Zugriffen sicher ist. Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken pocht hingegen auf die Umsetzung des Volksentscheids und fordert die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Kritiker warnen eindringlich davor, dass derartige Maßnahmen den Wohnungsneubau massiv ausbremsen und Investitionen nachhaltig abschrecken würden. zdfheute.de
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Parkinson & Umwelt – Parkinson und die Frage nach den Ursachen: Die Parkinson Stiftung macht auf mögliche Zusammenhänge zwischen Parkinson, Umweltgiften und Pestiziden aufmerksam. Angesichts stark steigender Erkrankungszahlen – weltweit könnten bis 2050 rund 25 Millionen Menschen betroffen sein – fordert sie mehr Forschung, wirksame Prävention und eine strengere Regulierung gesundheitsschädlicher Pestizide. Weitere Informationen zu Parkinson und möglichen Risikofaktoren unter presse.live.
DIGITALISIERUNG
Erpresser erbeuten sensible Kundendaten bei Revolut: Die aufstrebende Online-Bank ist Opfer eines raffinierten Hackerangriffs geworden, bei dem Cyberkriminelle weitreichenden Zugriff auf persönliche Ausweisdokumente erlangten. Über einen kompromittierten Behörden-Account in Italien forderten die Täter offizielle Identifikationsnachweise von rund 700 Nutzern an. Die Kriminellen drohen nun mit der Veröffentlichung der Informationen, falls keine Lösegeldzahlung in Höhe von drei Millionen US-Dollar erfolgt. Der Vorfall setzt das ambitionierte Fintech, das eigentlich einen milliardenschweren Börsengang anstrebt, massiv unter Druck. sueddeutsche.de
Drohnen navigieren mit künstlichen Schnurrhaaren: Forscher der TU Delft haben ein alternatives Orientierungssystem entwickelt, das winzigen Fluggeräten das Ertasten ihrer physischen Umgebung ermöglicht. Drucksensoren an der Basis der künstlichen Haare messen dabei selbst sanfteste Berührungen, um Hindernisse im Raum zuverlässig zu erfassen. Dank einer integrierten Echtzeit-Filterung werden störende Luftturbulenzen der Rotoren aussortiert, sodass die Technik auch bei starker Rauchentwicklung oder Dunkelheit funktioniert. Der Verzicht auf schwere optische Kameras reduziert den Energieverbrauch und die benötigte Rechenleistung drastisch, was extrem kleine Bauformen begünstigt. heise.de
USA treiben orbitale Atomreaktoren voran: Das kalifornische Startup Antares hat erste Labortests für einen kompakten Kernreaktor abgeschlossen, der speziell für das Weltall konzipiert wird. Mit massiver finanzieller Unterstützung des amerikanischen Militärs soll das System bereits in vier Jahren in eine Erdumlaufbahn starten. Beobachter halten den ehrgeizigen Zeitplan angesichts der extremen technischen Hürden bei Raketenstarts und in der Schwerelosigkeit für äußerst unrealistisch. Wegen des enormen Risikos eines unkontrollierten Absturzes haben die Vereinigten Staaten seit über sechzig Jahren keine vergleichbaren Spaltanlagen mehr ins All geschickt. golem.de
RAT UND TAT
KI lindert den Fachkräftemangel: Unternehmen sollten Künstliche Intelligenz gezielt zur Steigerung ihrer eigenen Produktivität einsetzen. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer rät dazu, die neue Technologie nicht nur als Risiko zu betrachten, sondern ihre enormen wirtschaftlichen Potenziale im Betrieb zu nutzen. Mit smarten Anwendungen lassen sich interne Prozesse spürbar optimieren und fehlende Mitarbeiter zumindest teilweise ausgleichen. Europa habe zudem die große Chance, sich als führender Standort für absolut sichere KI-Lösungen zu etablieren. spiegel.de
Mehr Effizienz und Recycling gefordert: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ruft die Wirtschaft zu einem deutlich sparsameren Ressourceneinsatz auf. Um die massiv überschrittenen Belastungsgrenzen der Erde zu stabilisieren, müssen Betriebe ihre Recyclingquoten in der Produktion drastisch ausweiten und Materialverluste minimieren. Zudem wird ein effizienterer Einsatz von Stoffen wie Düngemitteln angemahnt, um die Umwelt langfristig zu entlasten. Ein schnelles Umsteuern in den betrieblichen Abläufen ist zwingend nötig, da sich das Zeitfenster für wirksame Gegenmaßnahmen rasant schließt. tagesschau.de
ANGEZÄHLT
1199,1 Milliarden Euro öffentliches Vermögen. Das Finanzvermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung ist im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent deutlich angewachsen. Besonders der Bund profitierte von einer stark erhöhten Liquiditätsreserve, während die finanziellen Entwicklungen auf Länderebene extrem variierten. Nordrhein-Westfalen verzeichnete durch umfangreiche Kredittilgungen einen Rückgang von sechs Prozent, während Bremen sein Vermögen durch Derivat-Geschäfte um fast ein Drittel steigerte. spiegel.de
ZITAT DER WOCHE
Dies betonte die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, mit Blick auf die schwankenden Energiekosten. Die jüngsten Preissprünge durch Konflikte um wichtige Seehandelswege zeigten deutlich, wie verwundbar die heimische Wirtschaft weiterhin ist. spiegel.de
ZULETZT
Eigene Bilder im Louvre aufgehängt: Zwei Männer haben im berühmtesten Museum von Paris heimlich eigene Kunstwerke mit Klebeband direkt neben der Mona Lisa befestigt. Die Sicherheitskräfte reagierten umgehend, riefen die Polizei und übergaben die Täter, die die unautorisierte Aktion als bloßen Spaß verteidigten. Da die historische Ausstellungswand durch den Vorfall leicht beschädigt wurde, erwartet das Duo nun eine offizielle Anzeige der Museumsleitung. Es ist nicht der erste derartige Vorfall, denn bereits im vergangenen Jahr hatten belgische Internet-Akteure unerlaubt eigene Motive dort platziert. tagesspiegel.de