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Industrieaufträge brechen ein, Streit um Arbeitszeitgesetz, Debatte um Erbschaftsteuer, EU plant Handelssperre gegen China, Stellenabbau und Werkschließungen, Bahn stellt Sanierungsplan vor
in der Kalenderwoche 41, 2026
kuratiert von Luca-Janna Vagt

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Debatte um höhere Erbschaftsteuer wächst: Die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion verlangt in einem neuen Positionspapier unerwartet höhere Abgaben auf große Nachlässe. Parallel plant die SPD-Bundestagsfraktion in ihrem aktuellen Wirtschaftsprogramm die Wiedereinführung der Vermögensteuer sowie strengere Regeln bei der Vermögensübertragung. Die Sozialdemokraten fordern in dem 22-seitigen Dokument zudem einen margenbegrenzenden Spritpreisdeckel und ein Bleiberecht für arbeitende Ausländer. Bislang lehnte die CDU solche Steuererhöhungen mit Verweis auf den Schutz von mittelständischen Familienunternehmen strikt ab. handelsblatt.com, n-tv.de

SPD fordert strenge Arbeitszeit-Auflagen: Mehrere mitgliederstarke Parteiflügel verknüpfen ihre Zustimmung zur Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit zwingend mit tarifvertraglichen Regelungen. Die wöchentliche Arbeitszeit soll laut einem neuen Positionspapier im Durchschnitt maximal 40 Stunden betragen und vollständig elektronisch erfasst werden. Zudem verlangen die Verfasser einen gesetzlichen Mindestzuschlag ab der ersten Überstunde. Die Union dringt in der Koalition hingegen auf weitreichendere Freiheiten bei der Verteilung der Stunden. tagesspiegel.de

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Pflegereformer denken weiter: Nach dem Kabinettsbeschluss muss die Bundesregierung möglichst schnell weitere Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Pflegeversicherung langfristig und generationengerecht zu stabilisieren. Die Förderung privater und betrieblicher Zusatzversicherungen ist dafür ein ideales Mittel. So ist Pflegereform im Grunde kinderleicht. Mehr auf pkv.de

Industrieaufträge brechen zweistellig ein: Ohne staatliche Ausgaben wäre die deutsche Wirtschaft in den vergangenen sechs Jahren laut einer aktuellen IW-Studie geschrumpft. Die Privatwirtschaft hält sich bei Investitionen in Bauten und Maschinen angesichts unsicherer Finanzierungsbedingungen stark zurück. Passend dazu sank das Neugeschäft der Industrie im August unerwartet stark um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der drastische Rückgang geht fast ausschließlich auf fehlende Großaufträge im sonstigen Fahrzeugbau zurück. spiegel.de, n-tv.de

Deutz und Müller streichen Stellen: Der Kölner Motorenbauer plant in seinem Stammwerk bis Ende 2028 den Abbau von 130 bis 200 Arbeitsplätzen im Bereich der Kleinmotoren. Zeitgleich kündigt die Unternehmensgruppe Theo Müller die Schließung des Homann-Saucenwerks in Rogätz sowie der Schnittkäserei in Leppersdorf an. Davon sind an beiden ostdeutschen Standorten insgesamt rund 320 Mitarbeiter direkt betroffen. Während Müller mangelnde Wirtschaftlichkeit und hohen Investitionsbedarf anführt, leidet Deutz unter einer schwachen Nachfrage und starkem Wettbewerb. zeit.de

Bund bündelt Maßnahmen zur Bahnsanierung: Das Verkehrsministerium hat mit dem Infraplan 2026 erstmals ein Gesamtkonzept für die Entwicklung des Schienennetzes bis 2030 vorgestellt. Die Leitstrategie gibt der Infrastrukturtochter DB InfraGO nun konkrete Prioritäten für Ausbau, Elektrifizierung und Lärmsanierung vor. Eine verbindliche Finanzierungszusage über mehrere Jahre fehlt dem Konzept jedoch bislang komplett. Die tatsächliche Umsetzung hängt weiterhin direkt von den jährlich verfügbaren Haushaltsmitteln des Bundes ab. zeit.de

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EU plant Handelssperre gegen China: Deutschland und Frankreich wollen der Brüsseler Kommission weitreichende Befugnisse für den Ausschluss chinesischer Unternehmen aus dem Binnenmarkt erteilen. Diese sogenannte Zweitschlagswaffe soll im Eilverfahren ohne vorherige Zustimmung der Mitgliedsstaaten eigenständig anwendbar sein. Vier von fünf deutschen Firmen in China befürchten laut aktuellen Umfragen durch eine solche Eskalation massive eigene Umsatzeinbußen. Das Instrument dient vorrangig als Abschreckung gegen Dumpingpreise und plötzliche Exportverbote Pekings. handelsblatt.com, sueddeutsche.de, n-tv.de

US-Rüstungsfirma eröffnet Leipziger Werk: Das Unternehmen Covenant produziert ab dem kommenden Jahr in Sachsen weitreichende Marschflugkörper vom Typ Anthem. Im ersten Jahr sollen 1000 dieser Waffensysteme für Präzisionsschläge tief im gegnerischen Gebiet gefertigt werden. Der angemietete Leipziger Standort wird mit künftig mehreren Hundert Mitarbeitern das weltweit größte Werk des Herstellers. Die finale Bestückung der Lenkflugkörper mit Sprengstoff erfolgt allerdings erst direkt vor Ort bei den europäischen Kunden. handelsblatt.com

Marine bestellt vier neue Fregatten: Der Bund ordert ungeachtet eines drohenden Rechtsstreits mit einem niederländischen Konkurrenten vier neue Meko-A-200-Schiffe bei TKMS. Nach dem Baustopp des drastisch verteuerten F-126-Projekts billigt der Haushaltsausschuss nun diese Ersatzbeschaffung. Insgesamt soll die Deutsche Marine künftig acht Modelle dieser Klasse erhalten. handelsblatt.com

DIGITALISIERUNG

Mistral präsentiert neues KI-Spitzenmodell: Die französische Technologiefirma hat mit Large 4 ein neues Sprachmodell vorgestellt, das insbesondere bei Programmierung und Cybersicherheit punkten soll. Es gilt laut Entwicklern als das derzeit leistungsstärkste offene System aus Europa und den USA. Das Unternehmen reagiert damit auf schwindende Marktanteile und die wachsende Dominanz günstigerer Konkurrenzprodukte aus Asien. Die Vorgängerversionen hatten aufgrund veralteter Architekturen zuletzt deutlich an Nachfrage in der freien Wirtschaft verloren. handelsblatt.com

Militär prüft automatisiertes KI-Bewerberscreening: Der Militärische Abschirmdienst erwägt den Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Früherkennung extremistischer Gesinnungen bei neuen Rekruten. Die Algorithmen sollen Bewerbungsunterlagen sowie Profile in sozialen Netzwerken auf typische ideologische Muster scannen. Datenschützer kritisieren den Vorstoß scharf und warnen vor den irreparablen Karrierefolgen durch fehlerhafte automatisierte Bewertungen. Das System soll die Unterlagen in der Praxis lediglich vorsortieren, während die finale Beurteilung weiterhin bei menschlichen Prüfern bleibt. golem.de

Verlage attackieren Techkonzerne wegen Urheberrechtsverletzungen: Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse werfen mehr als 120 Buchverlage den großen Techkonzernen systematische Urheberrechtsverletzungen vor. Die Branchenvertreter kritisieren das ungefragte und unvergütete Training großer Sprachmodelle mit urheberrechtlich geschützten Werken. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wirft Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zugleich vollkommene Untätigkeit bei der politischen Regulierung vor. Noch im vergangenen Jahr hatte die Politik ein entschiedenes Vorgehen gegen diesen geistigen Diebstahl öffentlichkeitswirksam versprochen. faz.net

RAT UND TAT

Preisabstand bei Elektroautos schrumpft deutlich: Die durchschnittlichen Anschaffungskosten für reine Stromer näherten sich im September weiter den Preisen vergleichbarer Verbrennermodelle an. Aktuell zahlen Käufer für die 25 beliebtesten E-Autos im Schnitt nur noch 2124 Euro mehr als für entsprechende Benziner. Die Automobilhersteller gewähren derzeit spürbare Rabatte von fast 18 Prozent auf vollelektrische Fahrzeuge. Dieser erhöhte Preisdruck wird maßgeblich durch die Einführung neuer und wesentlich günstigerer Elektromodelle im Kleinwagensegment getrieben. tagesschau.de

Nur jede zehnte Firma hat Schutzmaßnahmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe etabliert: In der Befragung von mehr als 500 Unternehmen berichtete bereits jede sechste Firma von einem Vorfall oder Betrugsversuch in den vergangenen zwölf Monaten. Neun von zehn Angriffen erfolgen über täuschend echt wirkende Phishing-Mails, mit denen Täter etwa Passwörter oder Bankdaten erbeuten wollen; elf Prozent der Betriebe meldeten zudem Betrugsversuche mit gefälschten Audio- oder Videoaufnahmen, sogenannten Deepfakes. TÜV-Verbandspräsident Dirk Stenkamp warnte, die registrierten Vorfälle könnten nur die “Spitze des Eisbergs” sein. BSI-Vizepräsident Thomas Caspers betonte, dass auch Unternehmen gefährdet seien, die selbst keine KI einsetzen. tagesschau.de

ANGEZÄHLT

Um 10,6 Prozent schrumpfte der Auftragseingang der deutschen Industrie im August im Vergleich zum Vormonat. Der unerwartet starke Einbruch resultiert fast ausschließlich aus dem Ausbleiben von Großaufträgen im sonstigen Fahrzeugbau. Rechnet man diese volatilen Posten heraus, lag der Auftragsrückgang lediglich bei 0,1 Prozent. Dennoch brachen auch die Inlandsaufträge massiv um 17,3 Prozent ein, während die Auslandsnachfrage moderater sank. spiegel.de

ZITAT DER WOCHE

“Leistung muss mehr zählen als Herkunft.”

Mit diesem Argument fordert Stefan Nacke, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe in der Unionsfraktion, eine spürbar höhere Erbschaftsteuer für große Vermögen. In einem gemeinsamen Positionspapier mit der Caritas drängt er auf einen Kurswechsel seiner Partei, da ein Aufstieg oft eher durch Erbschaften als durch eigene Arbeit erfolge. Die bisherige Parteilinie lehnte solche Steuererhöhungen zum Schutz der Substanz mittelständischer Familienbetriebe strikt ab. n-tv.de

ZULETZT

Waymo bereitet Robotaxi-Start 2027 in München vor: Mehrere mit Waymo-Technik ausgerüstete Jaguar I-Pace tragen bereits Münchner Kennzeichen und stehen auf lokalen Parkflächen. Sie zeigen, dass das Unternehmen seinen angekündigten Deutschlandstart praktisch vorbereitet und nicht nur regulatorische Gespräche führt; ein unmittelbar bevorstehender öffentlicher Fahrbetrieb ist damit nicht belegt. Der I-Pace dient Waymo seit Jahren als Plattform und erfasst seine Umgebung mit Kameras, Radar und Laserscannern auf dem Dach und rund um die Karosserie. Der Waymo Driver übernimmt Lenkung, Beschleunigung und Bremsen. elektroquatsch.de

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