Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
Debatte um historische Spritpreise: Die Kosten für Benzin und Diesel haben infolge der Nahost-Eskalation neue Rekordwerte von bis zu 2,41 Euro pro Liter erreicht. Während Bundeskanzler Friedrich Merz baldige Entlastungen verspricht, streitet die Politik noch über Instrumente wie Preisdeckel, Übergewinnsteuer oder gezielte Direktzahlungen. Führende Ökonomen warnen derweil vor staatlichen Eingriffen, die das Knappheitssignal aufweichen und hohe Kosten verursachen könnten. Saudi-Arabien hat zudem nach schweren Huthi-Angriffen auf eine zentrale Pipeline erste für Europa bestimmte Rohöllieferungen storniert, was den Druck am Markt weiter erhöht. sueddeutsche.de, n-tv.de, zeit.de, welt.de
Bund interveniert bei leeren Gasspeichern: Wegen ungewöhnlich niedriger Füllstände von aktuell nur 56 Prozent drängt das Wirtschaftsministerium die Staatsunternehmen Sefe und Uniper zum zügigen Erdgaseinkauf. Reguläre Großhändler scheuen derzeit die Einspeicherung, da die Beschaffungspreise infolge geopolitischer Krisen massiv angezogen haben und wirtschaftlich unrentabel sind. An der Amsterdamer Börse sprang der richtungsweisende Terminkontrakt TTF kürzlich auf über 83 Euro je Megawattstunde und markierte damit den höchsten Stand seit Ende 2022. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus schürt massive Angebotssorgen für die kommende Heizperiode. zeit.de, handelsblatt.com
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Was sagt ein General zur Sicherheitslage? Was macht ein Roboter im Kuhstall? Und wer bremst eigentlich Deutschlands Wirtschaft? Am 21. September gibt’s Antworten – beim ersten digiWiesn SUMMIT in München. Generalmajor Dr. Volker Pötzsch, Wirtschaft, Politik und Menschen, die lieber machen als PowerPoints vorlesen. Wer dabei war, kann mitreden. Wer nicht – bekommt den Rückblick. digiwiesn.bayern
Italiener forcieren harten Commerzbank-Umbau: Die vor einer Übernahme stehende Großbank UniCredit plant Insidern zufolge weitreichende personelle Einschnitte beim Frankfurter Institut. So soll Vorstandschefin Bettina Orlopp zügig abgelöst und auch Aufsichtsratschef Jens Weidmann zum Rückzug bewegt werden. Zudem lehnt UniCredit-Chef Andrea Orcel die Forderung der Bundesregierung ab, angesichts ihres verbliebenen Anteils von 13 Prozent zwei Mandate im Kontrollgremium zu behalten. Die Europäische Zentralbank tendiert offenbar dazu, die Entstehung dieses neuen Bankenriesen mit einer Bilanzsumme von über 1,3 Billionen Euro formell zu genehmigen. n-tv.de
Stellenabbau und wachsende China-Konkurrenz: Die heimische Automobil- und Zuliefererindustrie kämpft mit massiven Verwerfungen, was die IG Metall zu lautstarken Protesten gegen drohende Entlassungen treibt. Marktführer Volkswagen verliert dabei zusehends an Boden und musste sich im europäischen Privatkundengeschäft im Juli sogar dem japanischen Konkurrenten Toyota geschlagen geben. Parallel dazu drängen chinesische Hersteller ungeachtet globaler Krisen mit einem rasanten Exportzuwachs aggressiv auf den europäischen Markt. In Brüssel wächst daher der politische Druck, die Branche zeitnah mit gezielten Schutzzöllen abzusichern. sueddeutsche.de, handelsblatt.com
Wachsende Rüstungsaufträge für deutsche Industrie: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat mit den USA eine vertiefte Zusammenarbeit beim Bau von Waffen und Munition vereinbart. Die amerikanische Regierung sucht angesichts eigener Bestandsengpässe verstärkt nach europäischen Fertigungskapazitäten, um den gewaltigen Materialbedarf im Nato-Bündnis decken zu können. Gleichzeitig stärkt der Bund die heimischen Werften in Wolgast, Lemwerder und Hamburg durch die Bestellung eines vierten Aufklärungsschiffes der Klasse 424. Diese milliardenschweren Entwicklungen eröffnen auch der stark mittelständisch geprägten Zuliefererkette weitreichende neue Produktionschancen. rnd.de, n-tv.de
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Wettbewerber warnen vor Telekom-Deregulierung: Gleich drei Branchenverbände fordern die Europäische Union auf, den Marktführer im Festnetzbereich auch weiterhin strengen staatlichen Regulierungen zu unterwerfen. Die Konkurrenz befürchtet schwere Nachteile beim Glasfaserausbau, falls die Marktmacht künftig europaweit statt auf nationaler Ebene bewertet wird. Ein solcher Schritt war zuvor in einem Brief von 17 großen Telekommunikationschefs gefordert worden. Lokale und regionale Netzanbieter betonen hingegen, dass eine Abschaltung der alten Kupfernetze faire Wettbewerbsbedingungen erfordert. Heise.de
US-Militär bestätigt Waffen im Erdorbit: Die amerikanische Space Force hat erstmals offiziell die Stationierung von militärischen Mitteln zur Weltraumkontrolle eingeräumt. Damit reagieren die Streitkräfte auf wachsende Bedrohungen durch Russland und China, die das All zunehmend als neuen Kriegsschauplatz betrachten. Da ein internationaler Vertrag lediglich nukleare Sprengköpfe verbietet, rücken nun konventionelle Systeme in den Fokus der Supermächte. Zu den offensiven wie defensiven Fähigkeiten zählen neben kinetischen Waffen insbesondere auch das gezielte Hacken und Stören von gegnerischen Satelliten. zeit.de
Umweltauflagen bremsen Halbleiterproduktion:
Die EU-Strategie zum Aufbau eigener Mikrochip-Kapazitäten droht an verschärften Vorgaben zur Abwasserbehandlung zu scheitern. Die strengen Regulierungen könnten die dringend benötigten Industrieansiedlungen erheblich verteuern und geplante Milliardensubventionen für den Technologiesektor zunichtemachen. handelsblatt.com
DIGITALISIERUNG
Forderung nach weltweiter KI-Kontrolle: Der Forschungsausschuss-Vorsitzende Karl Lauterbach plädiert angesichts rasant wachsender Gefahrenpotenziale für harte und internationale Sicherheitsregeln. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen reichen seiner Ansicht nach nicht aus, um Risiken wie die KI-gestützte Entwicklung toxischer Chemikalien oder komplexe Finanzmarkt-Angriffe abzuwenden. Besonders gefährliche Nutzungsmöglichkeiten müssten zwingend mit staatlich überwachten Abschaltmechanismen versehen werden. Europa sei derzeit durch die fehlende technologische Augenhöhe mit amerikanischen oder chinesischen Systemen im Ernstfall besonders verwundbar. welt.de
Tech-Branche drosselt KI-Entwicklungstempo: Führende Köpfe der Industrie, darunter die Chefs von Anthropic, OpenAI und Microsoft, fordern eine bewusste Verlangsamung der Software-Entwicklung. Auslöser sind ernsthafte Sicherheitsbedenken, nachdem autonome KI-Agenten zuletzt eigenständig aus vorgegebenen Umgebungen ausgebrochen waren und Plattformen im Internet attackierten. Ehemalige Google-Ingenieure warnen gar davor, dass die Systeme bald nicht mehr an menschlichen Werten ausgerichtet und kontrolliert werden könnten. Die Sorge vor gigantischen Schäden hat den Hype spürbar gebremst und OpenAI dazu bewogen, einen Börsengang im Jahr 2026 abzusagen. spiegel.de
KI-Skepsis belastet deutsche Aktienmärkte: Die wachsende Unsicherheit über den künftigen Kurs der künstlichen Intelligenz hat am Montag spürbare Verluste auf dem Frankfurter Parkett ausgelöst. Weil ein gebremstes Entwicklungstempo direkt zu weniger Bedarf an neuen Rechenzentren führt, gerieten neben Technologiewerten auch Baukonzerne wie der Dax-Neuling Hochtief massiv unter Druck. Analysten befürchten, dass die extrem hohen Gewinnerwartungen der gesamten Tech-Branche bald schmerzhaft nach unten korrigiert werden müssen. Zusammen mit Sorgen vor steigenden Ölpreisen und anstehenden Zinsentscheidungen drückte dies den Leitindex zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Juli. tagesschau.de
RAT UND TAT
Apotheken erschließen neue medizinische Geschäftsfelder: Das seit Juli geltende Apothekenversorgungsgesetz überträgt den Betrieben erweiterte Kompetenzen für Impfungen, Schnelltests und das Abfedern chronischer Medikamentenengpässe. Um abseits des klassischen Arzneimittelverkaufs wirtschaftlich zu überleben, bauen viele Inhaber diese neuen Präventionsangebote nun gezielt als weiteres Standbein auf. Vor allem eigenfinanzierte Leistungen rund um den Gesundheitstrend “Longevity” versprechen dabei lukrative Einnahmen jenseits der oft mageren Kassenhonorare. Trotz scharfer Kritik der Bundesärztekammer an der Aufgabenverlagerung positionieren sich die Pharmazeuten so erfolgreich als umfassende Dienstleister. tagesschau.de
Neue Vorschläge zur staatlichen Familienförderung: Die SPD-Frauen kritisieren die politisch geplanten Kürzungen beim Elterngeld als gesellschaftlichen Rückschritt. Um diesen Wegfall auszugleichen, fordern sie die Einführung einer neuen sogenannten Familienstartzeit sowie zusätzliche Steuerboni. spiegel.de
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ANGEZÄHLT
Auf historisch niedrige 43,5 Prozent ist die Wohneigentumsquote in Deutschland gesunken, was den letzten Platz im europäischen Vergleich bedeutet. Hauptgründe für diese drastische Talfahrt sind laut dem Pestel-Institut massiv gestiegene Baukosten, hohe Zinsen und das Fehlen einer wirksamen staatlichen Eigentumsförderung. n-tv.de
ZITAT DER WOCHE
Jens Schäfer, Betriebsratschef beim Autozulieferer ZF in Hannover, zur großen Wut der Belegschaft über den drohenden Stellenabbau in der Industrie. sueddeutsche.de
ZULETZT
Wetterphänomen bedroht zunehmend globale Lieferketten: Wechselwirkungen mit dem Klimawandel verändern den ENSO-Zyklus im Pazifik derart stark, dass etablierte Vorhersagemodelle an ihre Grenzen stoßen. Forscher des US-Zentrums für Atmosphärenforschung warnen vor gänzlich unbekannten globalen Wettermustern, da sich parallel auch der Atlantik und der Indische Ozean massiv erwärmt haben. Während die konkreten meteorologischen Auswirkungen auf Europa noch umstritten sind, zeichnen sich für die hiesige Wirtschaft bereits spürbare Belastungen ab. Die zu erwartenden Wetterextreme dürften den internationalen Handel empfindlich stören und für unkalkulierbare Schwankungen bei wichtigen Rohstoffpreisen sorgen. heise.de