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Streit um Rentenalter, Finanzierung der Gasreserve, steigende Spritpreise, Importsperren aus China, SpaceX Verluste, Klage gegen Heizungsgesetz
in der Kalenderwoche 32, 2026
kuratiert von Luca-Janna Vagt

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Streit um die Frühverrentung: Mehrere Ministerpräsidenten aus Ost- und Westdeutschland fordern den Erhalt der umstrittenen Regelung für Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren. Sie verweisen auf die oft von Brüchen und niedrigen Löhnen geprägten Erwerbsbiografien ostdeutscher Rentner. Experten der Rentenkommission warnen indes eindringlich vor einem Aufschnüren des Reformpakets. Ein solches Vorgehen würde auch die neu geplante Kapitaldeckung gefährden. tagesspiegel.de

Alternative Finanzierung der Gasreserve: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schlägt zur Finanzierung einer nationalen Erdgasreserve Haushaltsmittel statt einer Kundenumlage vor. Die geplante Krisenvorsorge soll künftig rund zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität umfassen und vor extremen Preisschwankungen oder Infrastrukturausfällen schützen. Mit einem möglichen Mischmodell oder einer reinen Budgetfinanzierung will die Ministerin ohnehin wettbewerbsschwache Unternehmen nicht weiter finanziell belasten. Bis Ende des Jahres sollen die entsprechenden Vorlagen für das Volumen von 24 Milliarden Kilowattstunden das Parlament passieren. Experten beziffern die Gesamtkosten für den Aufbau auf rund 1,5 Milliarden Euro. tagesspiegel.de

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Noch eine Belastung für Wirtschaft und Beschäftigung? Nach der Extra-Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ist dies nun auch für die soziale Pflegeversicherung geplant. Ein völlig falsches Signal: Denn schon jetzt baut die deutsche Industrie jeden Monat rund 10.000 Arbeitsplätze ab – nicht zuletzt wegen der hohen Abgabenlast. Mehr auf pkv.de

Agrargeschäft beflügelt Bayer-Gewinn: Der Dax-Konzern steigert sein operatives Quartalsergebnis im Agrargeschäft auf 902 Millionen Euro. Neben höheren Erlösen profitierten die Leverkusener im zweiten Quartal maßgeblich von gesunkenen Herstellungskosten in diesem Segment. Der Umsatz der Sparte kletterte insgesamt um dreieinhalb Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro. Landwirte kauften weltweit insbesondere Saatgut für Sojabohnen und Baumwolle in großen Mengen ein. Zudem stützt ein kürzlich ergangenes, positives Gerichtsurteil zum Unkrautvernichter Glyphosat den aktuellen Aufwärtstrend der Papiere. faz.de

Niedrigwasser treibt die Spritpreise: Das niedrige Wasserniveau des Rheins treibt die Kraftstoff-Beschaffungskosten für Tankstellen im Westen und Norden Deutschlands massiv in die Höhe. Laut dem Bundeskartellamt betrugen die Preisdifferenzen zwischen den Regionen im Juli bis zu elf Cent pro Liter bei E5 und zehn Cent bei Diesel. Vorprodukte werden oft per Binnenschiff zu den Raffinerien geliefert, was bei sinkenden Pegeln wie an der Engstelle Kaub zu starken Einschränkungen der Frachtmengen führt. Im süddeutschen Raum blieben die Preise hingegen günstiger, gestützt durch Preisabschläge bei der Abholung per Tankwagen infolge von Mengendruck. Auch der lokale Wettbewerb durch preisgünstige Marken beeinflusst dieses Gefälle stark. tagesspiegel.de

China verurteilt US-Importsperren: Die Volksrepublik China kritisiert neue amerikanische Importbeschränkungen für 187 chinesische Unternehmen scharf als „wirtschaftliche Nötigung“. Das US-Heimatschutzministerium hatte die Einfuhrsperre damit begründet, dass die betroffenen Firmen aus Branchen wie Elektronik und Pharma von staatlicher Zwangsarbeit der uigurischen Minderheit in Xinjiang profitieren. Die Regierung in Peking bestreitet diese Vorwürfe und kündigt Gegenmaßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft an. Importeure in den USA dürfen die sanktionierten Waren ab Montag grundsätzlich nicht mehr einführen, es sei denn, sie können eine Produktion ohne Zwangsarbeit im Einzelfall nachweisen. Dieser Handelsstreit überschattet ein für September geplantes Treffen der Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump im Weißen Haus. zeit.de

Mega-Fusion in der Pharmabranche: Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca führt Verhandlungen über einen weitreichenden Zusammenschluss mit dem amerikanischen Wettbewerber Bristol Myers Squibb. Durch den Deal würde ein neues Schwergewicht der Branche mit einem kombinierten Börsenwert von knapp 400 Milliarden US-Dollar entstehen. Analysten erwarten jedoch erhebliche kartellrechtliche Hürden, da beide Firmen einen Großteil ihres Umsatzes mit stark konkurrierenden Krebsmedikamenten erwirtschaften. Zudem könnte die Übernahme eines US-Konzerns durch ein britisches Unternehmen auf politischen Widerstand der Trump-Regierung stoßen, welche heimische Investitionen priorisiert. Die Investoren reagierten skeptisch auf die Berichte, was die Papiere der Briten um bis zu sieben Prozent abrutschen ließ. handelsblatt.com

Kerosinkosten drücken den Lufthansa-Gewinn: Die Deutsche Lufthansa muss aufgrund drastisch gestiegener Kerosinkosten einen Gewinnrückgang im aktuellen Gesamtjahr einkalkulieren. Der Airline-Konzern konnte die höheren Treibstoffausgaben nicht im gleichen Maße über teurere Tickets an die Kunden weitergeben. Das Management hofft nun darauf, die Belastungen durch zahlungskräftige Reisende in den kommenden Monaten abfedern zu können. faz.de

DIGITALISIERUNG

SpaceX meldet hohen Quartalsverlust: Das Raumfahrtunternehmen SpaceX schließt das erste Quartal nach seinem Rekordbörsengang mit einem Minus von 541 Millionen US-Dollar ab. Trotz des operativen Verlusts konnte der Konzern seinen Umsatz im Jahresvergleich um fast 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar ausbauen. Treiber dieses Wachstums ist die Satellitentochter Starlink, deren Kundenzahl binnen drei Monaten auf zwölf Millionen stieg und die Erträge massiv verbesserte. Firmenchef Elon Musk investierte parallel fast 16 Milliarden Dollar in neue Rechenzentren und Software, um künftig vom Boom der künstlichen Intelligenz zu profitieren. Die Aktien fielen nach der Veröffentlichung der Zahlen im nachbörslichen US-Handel um bis zu acht Prozent. zeit.de

Rüstungskonzerne investieren in Startups: Etablierte Rüstungskonzerne wie Airbus und Rheinmetall investierten im laufenden Jahr bereits 4,1 Milliarden US-Dollar in junge Defense-Start-ups. Dieses Volumen übersteigt die gesamten Wagniskapital-Finanzierungen der Branche aus dem Jahr 2025 um eine Milliarde Dollar. Die strategische Zusammenarbeit ermöglicht es den großen Akteuren, frühzeitig neue Technologien zu identifizieren und die Entwicklung zu begleiten. Im Gegenzug profitieren die frisch gegründeten Firmen von der industriellen Erfahrung der etablierten Partner. Dennoch beobachtet die Gründerszene diese rasche Annäherung der Großkonzerne teilweise auch mit großer Skepsis. table.media/ceo

RAT UND TAT

Verfassungsklage gegen das Heizungsgesetz: Die Deutsche Umwelthilfe kündigt eine Verfassungsbeschwerde gegen das neue Gebäudemodernisierungsgesetz beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe an. Der Verband kritisiert, dass durch die anhaltende Erlaubnis für neue Öl- und Gasheizungen die deutschen Klimaziele bis 2045 unerreichbar werden. Hausbesitzer, die künftig auf fossile Brenner setzen, müssen ab 2029 stufenweise auf teurere, CO2-neutrale Gase umsteigen. Für Experten ist jedoch weiterhin völlig unklar, ob diese sogenannten Biogase in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stehen werden. Die konkrete Klageschrift soll im kommenden September eingereicht werden. spiegel.de

 

ANGEZÄHLT

Bis zu elf Cent pro Liter betrug laut dem Bundeskartellamt im Juli die regionale Preisdifferenz an deutschen Tankstellen für E5-Benzin. spiegel.de

ZITAT DER WOCHE

“Diesen Verhandlungsspielraum sehe ich wirklich nicht.”

Unionsfraktionschef Thorsten Frei wies die jüngsten Forderungen mehrerer ostdeutscher Ministerpräsidenten zurück, die umstrittene „Rente mit 63“ im neuen Reformpaket beizubehalten. tagesschau.de

ZULETZT

Rodungsprämien für französische Weinanbauer: Winzer in der Weinbauregion Bordeaux erhalten mittlerweile staatliche Prämien für die Rodung ihrer Rebstöcke. Der Rotwein aus dem renommierten Anbaugebiet in Südfrankreich gerät zunehmend aus der Mode und verliert bei Konsumenten stark an Beliebtheit. In Kombination mit anhaltenden verheerenden Waldbränden kämpft die lokale Weinwirtschaft dadurch seit Jahren gegen einen schleichenden wirtschaftlichen Niedergang. faz.de

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