Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
Ifo-Geschäftsklima steigt im Oktober zum sechsten Mal in Folge: Der Anstieg um 0,3 Punkte auf 90,2 Punkte übertraf die Analystenerwartungen und brachte das Konjunkturbarometer trotz hoher Energiepreise auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2023. In der monatlichen Befragung von 9000 Unternehmen verbesserten sich die Geschäftserwartungen, während die Bewertung der aktuellen Lage insgesamt nachgab. Für mittelständische Unternehmen fällt das Branchenbild unterschiedlich aus: Das verarbeitende Gewerbe bewertete Lage und Aussichten deutlich besser, im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung dagegen ein – mit besseren Werten bei IT-Dienstleistern dank der KI-bedingten Nachfrage. tagesschau.de
Bundesregierung will Wohnungsbau mit Gebäudetyp-E-Gesetz durch Verzicht auf teure Extras verbilligen: Der von Justizministerin Stefanie Hubig und Bauministerin Verena Hubertz vorgelegte Entwurf setzt beim Bauvertragsrecht an, nicht bei öffentlich-rechtlichen Vorgaben. Bauherren, Bauunternehmen und Käufer sollen mehr Freiheit erhalten, auf überflüssige Standards zu verzichten. Auch mittelständische Bauunternehmen könnten damit bei ihren Projekten einfacher und kostengünstiger bauen. Bei Sicherheit und Wohngesundheit soll es keine Abstriche geben. zeit.de
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Forschung braucht politische Weichenstellungen: Die Abgeordneten Elisabeth Kaiser und Sebastian Gemkow sowie VDMA-Vize Alexander Jakschik geben Impulse zur Zukunft Europas mit dem Einstein-Telescope. Ein Abend über Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und neue Perspektiven europäischer Zusammenarbeit. Montag, 2. November um 18 Uhr, im Rahmen der Berlin Science Week im Futurium. Mehr zur Veranstaltung unter berlinscienceweek.com und zum Teleskop unter einsteintelescope-lausitz.de.
Rohölversorgung der PCK in Schwedt trotz Lieferstopps aus Kasachstan gesichert: Die Raffinerie sei zu gut 86 Prozent ausgelastet, teilte die Staatskanzlei Brandenburg mit. Berlin arbeitet an einer Strategie zur langfristigen Sicherung der deutschen Raffinerien. Die EU will die ursprünglich ab Anfang Januar 2027 vorgesehenen Nachweispflichten der Methanverordnung für Importeure von Öl, Gas und Kohle aus Drittstaaten um drei Jahre verschieben. Wirtschaftsstaatssekretär Frank Wetzel betonte, Unternehmen benötigten für ihre Investitionen mehr Planungssicherheit über die Entwicklung der Märkte. tagesspiegel.de
183.000 Unternehmensgründungen im Jahr 2025: Den Zuwachs von 7,7 Prozent auf den höchsten Stand seit 2010 tragen laut einer Hochrechnung von ZEW und Creditreform vor allem kleine Unternehmen ohne Handelsregistereintrag; die Zahl der Gründungen mit Registereintrag sank dagegen um 3,3 Prozent. Bei wachstumsorientierten, innovativen Startups stieg die Zahl um 19 Prozent auf rund 3.100; die Erhebung zählt dazu Kapitalgesellschaften mit mehreren Gründern und eigener Forschung und Entwicklung. tagesspiegel.de
EU-Agrarminister erhalten Heringsfang-Ausnahme für kleine Küstenfischer: Ein vollständiges Fangverbot hätte nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Alois Rainer viele der ohnehin wirtschaftlich angeschlagenen Betriebe die Existenz gekostet. Sie dürfen deshalb auch im kommenden Jahr geringe Mengen Hering fangen; die EU-Kommission hatte sich erneut für ein Ende der Ausnahme eingesetzt. Für andere Fischer bleibt Hering dort nur als Beifang erlaubt, für Dorsch gilt in der gesamten Ostsee weiterhin ein Fangverbot. n-tv.de
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Union und SPD streiten über Finanzierung niedrigerer Stromsteuer für Unternehmen und Haushalte: Kanzler Friedrich Merz drängt auf eine Senkung 2027, die auch mittelständische Betriebe bei den Stromkosten entlasten soll. Finanzminister Lars Klingbeil verlangt eine gesicherte Gegenfinanzierung, weil dem Haushalt sonst bis zu sechs Milliarden Euro fehlen könnten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer verweist auf Steuermehreinnahmen 2027 als Finanzierungsspielraum und fordert günstigeren Strom, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte will dagegen eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne durchsetzen, für die ohne Zustimmung der Union bislang die Mehrheit fehlt. tagesschau.de
Kanzler Friedrich Merz wirbt in Singapur für Freihandelsabkommen zwischen EU und zwölf CPTPP-Staaten: Beide Wirtschaftsräume würden zusammen mehr als ein Drittel des Welthandels vereinen; in den CPTPP-Mitgliedstaaten leben fast 600 Millionen Menschen. Der Kanzler will zudem EU-Abkommen mit einzelnen Ländern verknüpfen und effizienter gestalten, um den verflochtenen Liefer- und Produktionsketten Rechnung zu tragen – ein wichtiger Aspekt auch für international tätige Mittelständler. Langfristig strebt er ein Freihandelsabkommen mit den elf Asean-Staaten an, die fast 700 Millionen Einwohner zählen. für die Verhandlungen und den Abschluss ist die EU zuständig. spiegel.de, faz.net
Weitere Meldungen:
- Innenminister Alexander Dobrindt will Vergesellschaftungen komplizierter machen. handelsblatt.com
- Thyssenkrupp bringt Werkstoffsparte an die Börse. tagesschau.de
- BayernLB-Chef Stephan Winkelmeier geht vorzeitig. sueddeutsche.de
- IG Metall lehnt Angebot ab: Warnstreiks kommen. n-tv.de
- Mercedes plant weiteren Stellenabbau. n-tv.de
- Familienministerium plant erstmals seit Einführung Anhebung des Elterngeldes rnd.de
- Galeria-Vermieter stehen vor finanziellem Desaster. handelsblatt.com
DIGITALISIERUNG
BDA fordert Umsetzung der Schüler-ID und des Bildungsverlaufsregisters: BDA will durch die systematische Nutzung von Bildungsdaten die Grundkompetenzen aller jungen Menschen sichern, die Zahl der Leistungsschwächeren senken und die der Leistungsstarken erhöhen. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag mit den Ländern vereinbarte, messbare Bildungsziele und eine datengestützte Schulentwicklung angekündigt; die Umsetzung der Vorhaben steht bislang aus. Eine länderübergreifend kompatible, datenschutzkonforme Identifikationsnummer soll individuelle Bildungsverläufe und Förderbedarfe sichtbar machen sowie eine Verknüpfung mit der Bürger-ID ermöglichen. Die erhobenen Informationen sollen außerdem als statistische Daten in das Register einfließen und langfristige Analysen des Bildungssystems ermöglichen. handelsblatt.com
Mittelstand im Verteidigungsfall nicht ausreichend vorbereitet: 86 Prozent der Unternehmen sind grundsätzlich bereit, im Spannungs- oder Verteidigungsfall Kapazitäten bereitzustellen. Das zeigt eine Erhebung der Management- und IT-Beratung MHP und des Zentrums Nachhaltige Transformation der Berliner Quadriga Hochschule, über die das Handelsblatt berichtet. MHP-Partner John Eisenhauer hält die Selbsteinschätzung für viel zu optimistisch und sieht erhebliche Defizite bei der Vorbereitung des Managements. Im Ernstfall wären etwa die Unterbringung und Versorgung alliierter Truppen sicherzustellen, während Cyberangriffe auf Energieversorger und Banken die Stromversorgung und den Zugang zu Bargeld beeinträchtigen könnten. handelsblatt.com
Deutsche Unternehmen erhöhen IT-Sicherheitsausgaben: Laut Bitkom haben Unternehmen im laufenden Jahr ihre Ausgaben um knapp zwölf Prozent auf 14,3 Milliarden Euro aufgestockt. 2027 dürften die Ausgaben nach Prognosen auf Basis von IDC-Daten ähnlich stark steigen und erstmals 15 Milliarden Euro übertreffen. Datendiebstahl, Spionage und Sabotage verursachen laut Bitkom jährlich mindestens 211 Milliarden Euro Schaden in der deutschen Wirtschaft; rund drei Viertel davon entfallen auf Cyberangriffe. Unternehmen setzen bislang etwa 18 Prozent ihres IT-Budgets für Sicherheit ein und bleiben damit unter der BSI-Empfehlung von 20 Prozent – eine Orientierungsgröße auch für Mittelständler, die neben dem eigenen Betrieb Kunden und Lieferketten schützen müssen. n-tv.de
RAT UND TAT
Vollzeitarbeit zum Mindestlohn bringt Alleinstehenden im Schnitt 623 Euro mehr als Grundsicherung: Bei Alleinerziehenden mit einem Kind beträgt der monatliche Einkommensvorsprung 757 Euro, bei Paarfamilien mit zwei Kindern und einem Alleinverdiener 749 Euro; Sozialleistungen wie Wohngeld und Kinderzuschlag sind dabei berücksichtigt. Nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ist der Abstand durch den höheren Mindestlohn bei unveränderten Grundsicherungsregelsätzen gestiegen. Um stärkere Anreize für die Aufnahme einer Beschäftigung und zusätzliche Arbeitsstunden zu schaffen, will die Bundesregierung Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag besser abstimmen und die Anrechnung von Erwerbseinkommen neu regeln; ein konkretes Konzept wird noch erarbeitet. spiegel.de
Kritik nach Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei Trump-Wahlkampfauftritt: Im US-Bundesstaat Georgia sollen ab den 2030er-Jahren vor allem SUV-Modelle entstehen. Laut “Focus” erhält Audi dafür 1,4 Milliarden US-Dollar vom Bundesstaat sowie weitere Fördermittel aus Washington. Unter dem Intranet-Beitrag zum ersten US-Produktionsstandort der Marke sammelten sich laut “Spiegel” mehr als 200 Kommentare, bevor Volkswagen die Diskussion wegen unsachlicher und ausfallender Beiträge schloss. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf Gernot Döllner vor, sich für Trumps “Propaganda-Show” instrumentalisieren zu lassen und gegen Unternehmenswerte zu verstoßen. n-tv.de, t-online.de
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Unternehmen in Deutschland bieten seltener Homeoffice an: Eine Indeed-Auswertung von rund 1,4 Millionen Stellenanzeigen im dritten Quartal 2026 beziffert die Quote auf 13,9 Prozent; der Höchststand lag im April 2023 bei 16,8 Prozent. Zum Rückgang trägt bei, dass sich Stellen in Homeoffice-geeigneten Berufen schwächer entwickeln als etwa in Pflege und Einzelhandel. Zugleich sank die Quote auch bei grundsätzlich geeigneten Bürojobs gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozentpunkte. Am stärksten fiel dieser Rückgang im Bank- und Finanzwesen mit 4,1 Prozentpunkten aus. spiegel.de
ANGEZÄHLT
Europäischer Gaspreis steigt im Iran-Krieg erstmals seit 2022 über 100 Euro. Der als Referenz für den Großhandel geltende TTF-Terminkontrakt an der niederländischen Energiebörse hat sich seit Beginn des Krieges Ende Februar mehr als verdreifacht; fünf Tage vor den ersten Bombardierungen lag er unter 32 Euro je Megawattstunde. n-tv.de
ZITAT DER WOCHE
NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl erklärt, warum verhaltene Kauflaune der Deutschen die Konjunktur nicht signifikant stützen kann. rnd.de
ZULETZT
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