Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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POLITIK UND MITTELSTAND
Mittelstand kritisiert Corona-Hilfspolitik der Bundesregierung: Die Corona-Hilfspolitik der Bundesregierung ist zu bürokratisch und kompliziert. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Rund 71 Prozent der befragten Firmen sind unzufrieden. Fast die Hälfte der Unternehmen stuft die Corona-Politik der Regierung als schlecht bis sehr schlecht ein. Kein Wunder, denn 27 Prozent der Unternehmen haben länger als 12 Wochen auf versprochene Hilfszahlungen warten müssen. Die Stimmung im Mittelstand sei gekippt, sagte Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Verbands. Der Mittelstand erwarte endlich einen Öffnungsfahrplan. Die FDP plane, dem Bundestag einen Sieben-Stufenplan zur Öffnung von öffentlichem Leben, Handel und Schulen vorzulegen.
wiwo.de, rnd.de
Lockdown bis zum 7. März verlängert: Der Corona-Lockdown wird weitestgehend bis zum 7. März verlängert. Dies haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer bei ihrer Videokonferenz vereinbart. Hinsichtlich der Schulen und Kitas werde es keine bundesweit einheitliche Regelung geben. Stattdessen sollen die Länder selbst entscheiden. Schnelltests sollen für mehr Sicherheit in Klassenzimmern und Kitas sorgen. Friseure dürfen ab dem 1. März öffnen. Bund und Länder vereinbarten, dass einen nächsten größeren Öffnungsschritt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner geben soll. Der Einzelhandel, Museen, Galerien und Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen sollen erst dann wieder aufmachen dürfen. Am 3. März 2021 wollen die Kanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder wieder zusammenkommen. Die Bund-Länder-Beschlüsse wurden von der Opposition scharf kritisiert. Es fehle weiterhin eine wirkliche Strategie, die über einfältige Schließung und über Verbote hinausgehe, so FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Er geht davon aus, dass viele Unternehmer und Selbstständige ihre verfassungsmäßigen Rechte einklagen werden. Statt den Menschen nach Wochen im Lockdown eine klare Perspektive zu bieten, stünden Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun unbeweglich auf der Bremse, kritisierte auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch.
tagesspiegel.de, tagesschau.de, welt.de, spiegel.de
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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com
Anträge für Überbrückungshilfe für Soloselbstständige nun möglich: Auch Solo-Selbstständige können nun die neuen Corona-Hilfen beantragen. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Die Mittel sind für das erste Halbjahr 2021 erhältlich. Soloselbstständige erhalten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 7.500 Euro. Das Geld wird vorerst als Vorschuss ausgezahlt. Ob ein tatsächlicher Anspruch bestanden habe, werde ab Juli werde auf Basis erzielten Umsätze anschließend geprüft. deutschlandfunk.de
Verschärfte Einreiseregeln setzt deutsche Autoindustrie zu: Die Verschärfung der deutschen Einreiseregeln macht der Autoindustrie zu schaffen. Sie befürchtet erhebliche Lieferprobleme und mögliche Werkschließungen. Ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) warnte, dass in Anbetracht der neuen Kontrollen und Corona-Testpflicht an den Grenzübergängen die Automobilproduktion ab Montagmittag größtenteils zum Erliegen kommen werde. Insbesondere sie die neue Testpflicht für Lkw-Fahrer nicht so kurzfristig umsetzbar. Der VDA appelliert daher an die Politik auf eine ärztliche Testbestätigung zu verzichten und ersatzweise Selbstschnelltests für Fahrer zuzulassen bis ausreichende Testkapazitäten an den Grenzen eingerichtet wurden. Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fordert klare Richtlinien und eine praktikable Teststrategie für den Güterverkehr. Fahrer müssten wissen, wo sie Corona-Tests machen könnten, sagte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt.
sueddeutsche.de, tagesschau.de
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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast “Berlin Bubble” diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Maurer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de
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Kurzmeldungen
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- In Hamm wurde die britische Virus-Variante B117 nachgewiesen – über 100 Bauarbeiter in Quarantäne tagesspiegel.de
- Deutsche Post stattet seine Poststationen mit Videochat aus golem.de
- Tausende Amazon-Angestellte wurden wegen eines Fehlers im britischen Testsystem in Quarantäne geschickt spiegel.de
- Kinozahlen brechen coronabedingt massiv ein faz.net
- Mittelstand fordert verbindlichen „Exit-Fahrplan“ rnd.de
RAT UND TAT
IW-Studie: Zu wenig Unternehmen beschäfitgen sich mit Blockchain-Technologie: Weiterhin sei die Zahl deutscher Unternehmen, die sich mit der Blockchain-Technologie beschäftigen, zu niedrig. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Seit 2015 sei die Zahl der Start-Ups zwar stark gestiegen, dennoch nicht ausreichend genug. Denn nicht nur in der Digitalwährungen nimmt Blockchain eine immer bedeutendere Rolle ein, sondern auch in der Industrie 4.0, in der Logistik oder im Gesundheitswesen. Die Technologie verspreche dezentrale und sichere Buchhaltung, unterstreichen die Experten des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Dr. Vera Demary, Leiterin des Kompetenzfelds Digitalisierung, Strukturwandel und Wettbewerb und Dr. Markus Demary, Senior Economist für Geldpolitik und Finanzmarktökonomik. Leider seien Startups mit dem Geschäftsmodell Blockchain noch immer die Ausnahme. Deutschlandweit würden gerade einmal 275 Unternehmen mit der Technologie arbeiten. Das sei absolut betrachtet zwar mehr als in jedem anderen EU-Land, allerdings liege im Verhältnis zur erwerbsfähigen Bevölkerung Deutschland mit nur 4,4 Firmen je 1.000.000 Beschäftigten allerdings weit hinten. Für die Experten*innen sei dies auf den schlechten Zugang zu Risikokapital zurückzuführen. Das Problem betreffe alle Startups in Deutschland. Demary meint, dass Deutschland beim Thema Start-ups und Venture Capital von Israel und Estland lernen sollte, um in dieser wichtigen Technologie den Anschluss nicht zu verlieren.
elektroniknet.de
Das digitale Zeitalter fordert auch eine gewisse Vorbereitung: Zu viele Mittelständler würden unvorbereitet in die digitale Zeit stolpern, mahnt Jeannette zu Fürstenberg, Mitgründerin des Start-up-Geldgebers La Famiglia. Das Start-Up bietet jungen Unternehmern nicht nur Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmerfamilien, wie Siemens, Miele, Braun, Viessmann, Fürstenberg, Conrad und Swarovski, sondern vernetzt sie mit diesen. Zu Fürstenbergs Familie betreibt den Exzellenzbetrieb Krohne Messtechnik. Sie stammt damit selbst aus einem mittelständischen Betrieb und kenn sich aus. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung des industriellen Mittelstands. Sie meint, Unternehmen müssten sich erstmal einmal über digitale Themen und Förderungen orientieren. Viele Unternehmen seien für das digitale Zeitalter unvorbereitet.
handelsblatt.com
Industrie 4.0 – Barometer: Evolution statt Disruption: Der Industriebarometer 4.0 gibt eine Übersicht über den Fortschritt der Digitalisierung im Mittelstand. Einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsgrad weisen jene Unternehmen auf, die die Digitalisierungskompetenz in ihre Geschäftsführung integriert haben. Dies ist das Ergebnis der jährlichen Studie der MHP und LMU München. Die Ergebnisse ließen aber auch erkennen, dass bei vielen Unternehmen und insbesondere bei DAX-Konzernen der CIO nicht zur Geschäftsführung gehöre, erklärt Tom Huber, Head of Operations Performance & Strategy bei MHP. Der Technologieeinsatz und die IT-Infrastrukturen wurden zwar positiv bewertet, dennoch seien große Fortschritte ausgeblieben. Unternehmen würden weiterhin auf Sicht fahren und dieses Vorgehen werde durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt, erklärt Projektleiterin der Studie und Managerin bei MHP, Dr. Katharina Hölck. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Erschließung neuer Märkte spielten noch immer eine untergeordnete Rolle. Die Antworten der Unternehmen legten nahe, dass Industrie 4.0 zu stark von der technischen Seite aus und zu oft lediglich in Silos gedacht werde, sagt Prof. Johann Kranz von der LMU. Entscheidend für den Erfolg seien aber bereichsübergreifende Strukturen und Strategien.
industry-of-things.de
ZITAT DER WOCHE
“Derzeit sehen wir, dass sich immer mehr Unternehmen mit konkreten IoT-Projekten auseinandersetzen. Dies gilt auch für den Mittelstand. 94 Prozent aller deutschen Unternehmen planen, sich mit dem IoT auseinanderzusetzen oder sind sogar schon aktiv dabei.”
IoT-Spezialist Andreas Bös, General Manager von Conrad Connect im Gespräch über den Einsatz von IoT in deutschen Unternehmen.
mittelstand-nachrichten.de
AUS DER REIHE
Schwarzwälder Schinken darf auch in Norddeutschland verpackt werden: Nach 16 Jahren Rechtsstreit entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass der Schwarzwälder Schinken auch dann so heißen darf, wenn er außerhalb des Schwarzwalds aufgeschnitten und verpackt wird. Der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller wollte eine genauere Spezifikation der geschützten geografischen Angabe durchsetzen. Die Beschwerde
wurde nun zurückgewiesen. Den Namen des Schwarzwälder Schinkens kann jeder Schinken führen, der im Schwarzwald geräuchert wurde. Alle weiteren Arbeitsschnitte sind auch außerhalb möglich, erklärte der BGH in seinem Urteil.
spiegel.de