Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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POLITIK UND MITTELSTAND
Carbon Leakage: Grüne wollen Unternehmen beim CO2-Preis stärker entlasten: Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) möchte die Ausnahmen vom CO2-Preis für den Mittelstand laut Angaben des Handelsblatts “deutlich unbürokratischer handhaben”. Hierzu wurde bereits eine Bundesratsinitiative vorbereitet. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Entlastung vom CO2-Preis sind laut des Entschließungsantrag, den das Landeskabinett am Dienstag verabschieden will, nicht genug, sondern stellten “insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine große und in vielen Fällen kaum überwindbare Hürde dar”. Damit die Regelungen nicht ihr Ziel verfehlten, müssten sie auf ihre praktische Anwendbarkeit hin überprüft werden.
handelsblatt.com
Eröffnung der “KI-Garage” der Baden-Württemberg Stiftung: Gestern wurde die “KI-Garage” der Baden-Württemberg Stiftung mit einer hybriden Auftaktveranstaltung feierlich eröffnet. Das Projekt ist eine Kooperation des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Heidelberg, der Universität Mannheim, dem Technologiepark Heidelberg und weiteren Partnern und soll Gründerinnen und Gründern ein niedrigschwelliges Angebot, um KI-Projekte von der Idee in die Tat umzusetzen, bieten. Außerdem steht der Austausch zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen im Fokus des Projekts.
econo.de, bwstiftung.de
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Home-Office und Arbeitsrecht während der Pandemie – Kraft des Faktischen schlägt rechtliche Vorgaben?: Was lange Zeit unmöglich schien, ist durch die Pandemie nun millionenfache Selbstverständlichkeit geworden: Arbeiten im Home-Office. Doch auch wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich überwiegend an die neuen Begebenheiten gewöhnt haben, bleiben eine Vielzahl rechtlicher Fragen offen: Können Arbeitnehmer zum Arbeiten von Zuhause gezwungen werden? Wer muss für Arbeitsmittel und Gesundheitsschutz aufkommen? Und welche Vorgaben gibt es beim Datenschutz im Home-Office? Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe ETL klärt über diese und weitere Fragen auf. youtube.com
Koalitionsausschuss zum Lieferkettengesetz: Viel Zeit hat die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode nicht mehr, um ein Lieferkettengesetz zu verabschieden. Doch der seit Monaten schwelende Streit der Koalition über das umstrittene Gesetz dauert noch an. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lehnt das Gesetz, das Unternehmer für Menschenrechtsverstöße bei ihren Handelspartnern und Zulieferern haftbar machen soll, ab. Nun soll der Koalitionsausschuss die Debatte voran bringen. Das Lieferkettengesetz soll Unternehmen verpflichten, auf die Einhaltung elementarer Menschenrechte zu achten – nicht nur im eigenen Betrieb, sondern auf bei ihren Geschäftspartnern und Zulieferern im Ausland. Aus Sicht der Regierung reicht die bisherige, freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Einhaltung von Menschenrechtsstandards nicht aus: Nur wenige Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten gaben 2020 an, die sogenannten “menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten” zu erfüllen. Auch auf EU-Ebene wird über ein solches Gesetz beraten, noch im Frühjahr soll es einen ersten Entwurf geben.
kurier.at, handelsblatt.com
Deutsche Unternehmen bewerten ihren Digitalisierungsgrad mit “befriedigend”: Laut einer aktuellen, bundesweiten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) schätzen die Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad als mittelmäßig ein. Für die Umfrage wurden fast 3.500 Betriebe aus acht Branchen befragt. In der Selbsteinschätzung konnten sie den Stand der Digitalisierung mit Noten von “1” (voll entwickelt) bis “6” (wenig entwickelt) bewerten. Durchschnittlich erreichten die Unternehmen hierbei einen Wert von 2,9. Das entspricht eine leichte Verbesserung zu 2017 (3,1), ist aber noch lange nicht optimal. Am weitesten fortgeschritten ist die Digitalisierung erwartungsgemäß in der Informations- und Kommunikationsbranche.
handelsblatt.com
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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast “Berlin Bubble” diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Maurer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de
Ökonom Daniel Stelter rechnet mit Merkels Krisenmanagement ab: Angela Merkel wird bei der kommenden Bundestagswahl nicht mehr antreten. Der Ökonom Daniel Stelter scheint nicht betrübt über das Ende von Angela Merkels Amtszeit. Auf der Nachrichtenseite Focus.de erklärt er, er “werde sie nicht vermissen”: Die Bundesrepublik stehe durch unterlassene Investitionen vor großen Strukturproblemen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird weiter zurückgehen, auch die Automobilbranche steht vor einem Strukturwandel, doch die Bundesregierung habe es versäumt, Grundlagen für die nun lauernden Herausforderungen zu legen, was die kommende Regierung unweigerlich vor große Probleme stellen wird. Stelter fordert unter anderem die Umstellung der Rechnungslegung, und die Schaffung eines Staatsfonds, um kommenden Herausforderungen zu trotzen.
focus.de
Kurzmeldungen
Siemens Energy baut 7800 Stellen ab tagesschau.de
Familie will Tengelmann-Chef für tot erklären n-tv.de
36 Journalist:innen, die Gründer:innen in 2021 kennen sollten deutsche-startups.de
Trade-Republic-Gründer reagiert auf Shitstorm: „Es handelt sich um einen beispiellosen Fall“ financefwd.com
RAT UND TAT
Mittelstand – Krisenfest dank Flexibilität und Innovation: Lumir Boureanu ist Geschäftsführer der Softwarefirma compacer und verfügt so über viel Expertenwissen hinsichtlich der Digitalen Transformation in Unternehmen und Produktionsbetrieben. Im Interview mit Ulrich Parthier von “it management” spricht er über seien Erfahrungen hinsichtlich der Digitalisierung des Mittelstandes. Es habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, man sei in Sachen Digitalisierung “schon einen großen Schritt weiter”. Viele Betriebe hätten Geschäftsmodelle angepasst oder zumindest teilweise digitalisiert. Lobende Worte fand er für die Flexibilität des Mittelstandes: Er ist agiler als Großkonzerne und kann die Digitalisierung so schnell vorantreiben.
it-daily.net
Twenty2x: Deutsche Messe entwickelt Event-Serie speziell für den Mittelstand: Eigentlich sollte sie letztes Jahr debütieren: Die “Twenty2x”, eine IT-Messe für den Mittelstand. Doch durch die Pandemie wurde daraus nichts. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, hat die Deutsche Messe nun ein Jahresprogramm mit Events für den Mittelstand vorgestellt. Es soll KMUs dabei helfen, kontinuierlich Informationen zu verschiedenen IT-Lösungen zu erhalten. Mit mehreren kleinen Events – analog, digital oder hybrid -, die speziell auf die Bedürfnisse von KMUs und dem öffentlichen Sektor zugeschnitten sind, möchte die Deutsche Messe Entscheider und IT-Verantwortliche von kleinen und mittleren Unternehmen abholen.
it-zoom.de
SPAC – Neuer Börsengang-Trend kommt nach Deutschland : Sie gelten insbesondere im Anglo-amerikanischen Raum als Alternative zum klassischen Börsengang (Initial public offering, IPO): Sogenannte Special Purpose Acquisition Company oder kurz: SPAC-Deals. Dabei gehen von Hedgefonds, Finanzinvestoren oder Investmentbanken gegründete Gesellschaften als “leere Hülle” an die Börse. Nach der Notiz an der Börse suchen sich die Firmen lukrative Firmen, die sie übernehmen und so direkt an die Börse bringen könnten. Der bekannte Wagniskapitalgeber Klaus Hommels (Gründer der Beteiligungsgesellschaft Lakestar) möchte den Trend nun auch in Deutschland etablieren. Am liebsten wäre ihm ein SPAC noch im ersten Quartal des Jahres. Konkretere Angaben zu seinem Vorhaben machte Hommels noch nicht.
handelsblatt.com
Trotz Pandemie: Mittelstand bleibt optimistisch: Die Unternehmensberatung EY hat ihr “Mittelstandsbarometer 2021” veröffentlicht. Demnach bewertet ein Großteil (fast 90 Prozent) der deutschen Familienunternehmen ihre momentane Lage als gut oder eher gut. Zwar gaben nur wenige Firmen an, große Investitionen tätigen zu wollen, doch die Grundstimmung ist nach wie vor hoffnungsvoll, ebenso die finanzielle Lage vieler Firmen, so EY.
Jedoch: Es kommt auf den jeweiligen Wirtschaftszweig an. 75 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Chemie/Pharma bewerten ihre Lage optimistisch, in der Automobilbranche hingegen unter 30 Prozent. Erwähnt werden sollte zudem auch, dass EY die Daten für das diesjährige Barometer noch vor dem erneuten Lockdown im November/Dezember 2020 erhoben hat.
spiegel.de
ZITAT DER WOCHE
“Ich habe manchmal den Eindruck, man soll in Deutschland kein großes Familienunternehmen führen. Wir waren für alle Förderprogramme zu groß.”
Roland Mack, Chef des Europa-Parks, ist empört darüber, dass es nach fast einem Jahr Pandemie noch immer keine passenden Hilfen für seinen Branchenzweig gibt.
faz.net
AUS DER REIHE
Schokolade aus 100-Prozent Kakao darf ohne Zuckerzusatz nicht “Schokolade” genannt werden: Mit Verordnungen ist es mitunter so eine Sache. In der Regel sind diese Verschriftlichungen gut gemeint. Sie sollen gemeinsame Standards für eine Branche setzen und so faire Bedingungen – für Unternehmer untereinander – und auch für den Verbraucher schaffen. Doch manchmal tun Verordnungen genau eine Sache: Firmen das Leben unnötig schwer machen. Jüngstes Beispiel: Die Firma Ritter Sport aus Waldenbuch bei Stuttgart darf ihre neue Schokolade “Cacao y Nada” (etwa: “Kakao und nichts” // “Nur Kakao”) nicht als “Schokolade” bezeichnen, da sie keinen Zucker enthält. Statt Industriezucker wird zum Süßen Kakaosaft genutzt. Doch der ist in der deutschen “Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse” aus dem Jahr 2003 nicht als zwingender Bestandteil von Schokolade gelistet – Zucker hingegen schon. Daher darf ein Produkt ohne Zucker nicht als Schokolade bezeichnet werden.
wiwo.de