Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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POLITIK UND MITTELSTAND
Mittelstand bietet Coronakrise die Stirn: Inmitten der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit kann sich der deutsche Mittelstand beweisen. Natürlich leiden viele KMUs unter der Rezession doch es zeigt sich, dass die meisten die Krise sehr gut meistern. Viele hätten die genehmigten, staatlichen Corona-Hilfen gar nicht in Anspruch genommen, wie beispielsweise die Commerzbank bei ihren Kunden festgestellt hat. Bislang seien rund 2,2 Milliarden Euro der 6,7 Milliarden Euro umfassenden Hilfen beansprucht worden.
Auch wenn laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die Mittelstandsgewinne mit 44 Prozent 2020 stärker als die Umsätze einbrechen werden, scheint es, als würden die Unternehmen glimpflich davon kommen. Durchschnittlich operiert der Mittelstand auch 2020 rentabel. Die prognostizierte Umsatzrendite liegt laut DSGV bei 3,5%, weshalb man sich vorsichtig optimistisch zeigt.
nzz.ch
Mittelstand bietet Coronakrise die Stirn: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, wie substanzarme, gewinnschwache Unternehmen andere Firmen schwächen. Diese sogenannten “Zombieunternehmen”, also solche, deren Gewinn zwei Jahre in Folge zu niedrig ist, um die Zinskosten auf das Fremdkapital zu finanzieren, entziehen dem Markt wichtige Ressourcen – und: Sie sind international im Kommen. Waren es vor über 30 Jahren nur rund vier Prozent der Unternehmen, auf die die Beschreibung “Zombie” gepasst hat, so waren es 2017 rund 15 Prozent. Als Gründe hierfür gibt die BIZ zu lockere Geldpolitik kombiniert mit Eigenkapitalschwäche der Geschäftsbanken an.
Gerade im KMU-Bereich gibt es viele solcher Unternehmen, wenn auch der Großteil auf den Anglo-amerikanischen Raum entfällt: Während es in Australien und Kanada jedes dritte Unternehmen in die Kategorie “Zombie” fällt, ist es in den USA und UK etwa jedes Fünfte. In Europa hingegen liegt ihr Anteil bei etwa 10 bis 15 Prozent.
wiwo.de
Blockchain bietet viele Möglichkeiten für das Gesundheitswesen: Da Blockchain dezentral organisiert und grundlegend Authentizität, Sicherheit und Integrität leistet, bietet sie viele Vorteile für das Gesundheitswesen. So gäbe es keine zentralen Verwaltungsorgane wie zum Beispiel Krankenkassen, die Transaktionen verwalten und Daten speichern, sondern kryptografisch verkettete Datenblöcke in einem Netzwerk. Besonders Patienten können zum Austausch gesundheitsrelevanter Daten mit behandelnden Ärzten, Krankenkassen, Forschungsinstituten einen Nutzen ziehen.
blockchain-insider.de
Handwerk profitiert vom Smart-Home-Boom: Eine neue Studie des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) zeigt, dass Handwerk und stationärer Einzelhandel von der gesteigerten Nachfrage sogenannter Smart-Home-Produkte profitieren. Jeder dritte Smart-Home-Nutzer habe seine Anwendungen beim Handwerker oder Fachhandel gekauft, so der Branchenverband. 56 Prozent der Befragten bezogen ihre Produkte aus einem Elektronikmarkt, wiederum 37 Prozent dieser zogen den Markt vor Ort dem Onlinehandel vor. Rund 32 Prozent der Smart-Home-Umsteiger bezogen ihre Neuerungen von Handwerkern (14 Prozent) beziehungsweise Handwerks-Fachhändlern (19 Prozent). Für die repräsentative Umfrage befragte BITKOM insgesamt 1.465 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
marketing-boerse.de
Umrüstung auf manipulationssichere Kassen: Gestern war der Stichtag zur Umrüstung auf manipulationssichere Kassen im Einzelhandel und der Gastronomie. Diese sollen in Zukunft nicht mehr manipulierbar sein, um Steuerhinterziehungen zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Doch gerade die Gastronomie hat seit April mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen. Katja Hessel, FDP-Finanzpolitikerin und Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, kritisierte die Umrüstungspflicht während der Pandemie. Diese “Gängelei von Betrieben” gerade in der größten Wirtschaftskrise der deutschen Nachkriegszeit sei an Zynismus nicht zu überbieten, so Hessel. Das Ministerium teilte mit, die zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) seien am Markt erhältlich und die Aus- und Umrüstung leistbar. Nach Auffassung von Hessel aber verlangt die Regierung die Einhaltung von Anforderungen, die technisch überhaupt nicht möglich sind: Zwar gebe es inzwischen sowohl hardware- als auch cloud-basierte TSE. Es fehle hingegen die vorgeschriebene Zertifizierung, um den Standards des Bundesamtes für Informationssicherheit zu genügen. Das Vorgehen in Sachen Kassenumrüstung empfindet sie daher als „Schlag ins Gesicht für alle betroffenen Betriebe in Deutschland“.
wiwo.de
FAZ-Gruppe verkauft „Markt und Mittelstand“ an Weimer Media Group meedia.de
Private Konkurrenten der Deutschen Bahn protestieren gegen weitere Staatshilfen faz.net
M-net bringt neue Highspeed-Internetanschlüsse für den Mittelstand telecom-handel.de
Arbeitslosenzahlen erstmalig seit Ausbruch der Pandemie gesunken tagesschau.de
Soli-Abschaffung würde zu 19.000 neuen Arbeitsplätzen führen handelsblatt.com
BKA nennt Ransomware “größte Bedrohung” für Unternehmen spiegel.de
Der deutsche Mittelstand braucht eine grüne Revolution focus.de
RAT UND TAT
Wie richtige Datennutzung Unternehmen helfen kann: Die Aufbereitung gesammelter Daten ist mit zeitlichem Aufwand verbunden. Mangelt es an einer digitalen Infrastruktur, scheitern Projekte. Daten seien nur gut, die für ihre Entwicklung auch genutzt werden können, erklärt Siemens-Forscher Michael May. Auf dem ‘KI-Summit’ des Handelsblatt wurde festgestellt, dass es genau daran oft hapere. Besonders beim Mittelstand fehlt es an digitaler Infrastruktur.
handelsblatt.com
Wälzlager – smart und fit für das Industrial Internet of Things (IIoT): Wälzlager findet man in Windturbinen, Heuballenpressen, Industriepumpen oder Seilbahnstützen. NKE Austria hat nun gemeinsam mit dem Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) smarte Wälzlager entwickelt. Dabei arbeitet das System kabellos und energieautark, überwacht online betriebskritische Werte wie beispielsweise die Drehzahl oder Temperatur. Diese werden an einen Data Logger übertragen, der bei Gefahr Alarm schlägt. Dies ermöglicht sowohl eine vorausschauende Wartung als auch sicheren Betrieb.
factorynet.at
Bewusstsein für IT-Sicherheit bei Mitarbeitern von immenser Bedeutung: Immer mehr Arbeitnehmer verwendet ihre beruflichen Email-Adressen für private Zwecke und machen es für Cyberkriminelle zum Kinderspiel, an sensible Daten heranzukommen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fand nun heraus, dass sich zahlreiche berufliche E-Mail-Adressen und Passwörter im Darknet finden lassen. 1019 Unternehmen wurden geprüft, von 53 Prozent fanden sich im Zuge dessen sensible Firmendaten im Netz. Der Verband warnt, dass es für Kriminelle ein Leichtes sei, diese Informationen zu kaufen, für verbrecherische Aktivitäten zu nutzen und Mitarbeiter sogar zu erpressen.
t3n.de
ZITAT DER WOCHE
“Krisenjahre sind Gründerjahre”
Sebastian Theopold, Gründer der auf den Mittelstand fokussierten Unternehmensberatung Munich Strategy.
wiwo.de
AUS DER REIHE
8,1 Prozent Lohnlücke zwischen Ost und West: Auch nach drei Jahrzehnten geeintem Deutschland verdienen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Osten der Republik noch weniger als im Weste. Gehalt.de hat fast 150.000 Datensätze untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass Menschen in Ostdeutschland trotz vergleichbarer Arbeit jährlich rund 3.600 Euro weniger als im Westen verdienen. Das entspricht einer Lohnlücke von 8,1 Prozent.
mittelstand-nachrichten.de