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KW 4: Mittelstand wehrt sich gegen Home-Office-Pflicht, Unternehmer zeigt wie Home-Schooling funktioniert, Widerstand zur Aussetzung der Schuldenbremse
28. Januar 2021

POLITIK UND MITTELSTAND

Der Mittelstand wehrt sich gegen Home-Office-Pflicht: Die Bundesregierung plädiert wegen der Corona-Krise auf mehr Homeoffice und hat daher eine Home-Office-Verordnung erlassen. Am Mittwoch ist sie in Kraft getreten. Arbeitnehmer sollen mehr im Homeoffice arbeiten. Hierzu werden Arbeitegeber verpflichtet. Arbeitgeber jetzt verpflichtet. Wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegensprechen, müssten Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten, erklärte Arbeitsminister Hubertus Heil in Berlin. Es gehe es nicht darum, Unternehmen zu quälen oder ständig zu kontrollieren. Aus Sicht vieler Unternehmerverbände (UVB) sei sie allerdings unnötig. Die Pandemie könne auf dieser Weise nicht eingedämmt werden, heißt es auch in einer Stellungnahme des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Der Staat solle erst selbst demonstrieren, wie er seine Verwaltung im Homeoffice effizient organisiere. Notwendig seien zudem Digitalisierungsvoraussetzungen. Bedenken äußert der Verband auch hinsichtlich des Datenschutzes: Wolle man seiner Aufsichtspflicht nachkommen, müsse man in die Privatsphäre der Beschäftigten eingreifen. Daher sei fraglich, ob die Verordnung DSGVO-konform und umsetzbar ist.
deutschlandfunk.de, waz.de
E-Learning-Plattform Sofatutor zeigt wie Home-Schooling funktioniert: Unternehmer Stefan Bayer hat eine E-Learning-Plattform entwickelt und zeigt den Schulministerien wie Home-Schooling richtig funktioniert. In den Schulen herrscht Ausnahmezustand – sie werden geschlossen und mit Notbetreuung über Wasser gehalten. Die Schulministerien haben es seit März 2020 nicht auf die Reihe bekommen, digitalen Fernunterricht zu etablieren. Das in 2008 gegründete Unternehmen steigt gerade jetzt in der Pandemie richtig auf und wird zum virtuellen Wissensvermittler Hunderttausender Schüler. Mit 44.133 Übungen, 38.715 Arbeitsblätter, fast 11.000 Lernvideos stellt das Berliner Unternehmen ein komplexes Lernangebot für Lehrer und Schüler zur Verfügung – und die Nachfragen steigen. Sofatutor bietet ein digitales Klassenzimmer ohne Serverprobleme wie bei Schulportalen wie iServ oder Schulcloud. Sofatutor werde gerade zum Rückgrat des Homeschoolings, erklärt der Berliner Unternehmer.
handelsblatt.com

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Home-Office und Arbeitsrecht während der Pandemie – Kraft des Faktischen schlägt rechtliche Vorgaben?: Was lange Zeit unmöglich schien, ist durch die Pandemie nun millionenfache Selbstverständlichkeit geworden: Arbeiten im Home-Office. Doch auch wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich überwiegend an die neuen Begebenheiten gewöhnt haben, bleiben eine Vielzahl rechtlicher Fragen offen: Können Arbeitnehmer zum Arbeiten von Zuhause gezwungen werden? Wer muss für Arbeitsmittel und Gesundheitsschutz aufkommen? Und welche Vorgaben gibt es beim Datenschutz im Home-Office? Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe ETL klärt über diese und weitere Fragen auf.
youtube.com

Widerstand zur Aussetzung der Schuldenbremse: Kanzleramtschef Helge Braun fordert nach der Coronakrise für einige Jahre begrenzt eine Neuverschuldung zu ermöglichen und die dafür nötige Änderung des Grundgesetzes. Brauns Vorschlag stößt auf Widerstand von CDU-Chef Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Auch CSU-Chef Söder stehe einem dauerhaften Aussetzen der Schuldenbremse skeptisch gegenüber.  Die Schuldenbremse sei die Grundlage dafür gewesen, dass Deutschland in der Corona-Pandemie finanziell handlungsfähig sei und ermögliche flexibles Handeln in Notsituationen. Doch nach der Krise sei die Rückkehr zu soliden Haushalten unerlässlich. Finanzminister Olaf Scholz steht dem Vorschlag offen gegenüber. Er betonte, dass für ein solches Vorhaben gesetzgeberische Eingriffe und Änderungen notwendig seien, die vor allem eine partei-übergreifende Zustimmung benötige.
tagesspiegel.de, rnd.de, welt.de
Spediteure fühlen sich von der Politik alleingelassen: Hessens Spediteure blicken bei den vielen Corona-Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr durch. “Wir sind systemrelevant. Wenn wir nicht fahren können, ist fehlendes Toilettenpapier unser geringstes Problem,” erklärt Geschäftsführer der Maintaler Express Logistik. Insgesamt 80 Lastwagen fahren für das Transportunternehmen sowohl durch Europa, als auch bis nach Israel, Marokko und Aserbaidschan. Die Fahrer kämen aus Ländern mit der höchsten Gefahrenstufe. Müssen sie in Quarantäne, wenn sie zu Hause sind?, fragt Grenzer. Welche Regelungen sind für Fahrer anwendbar – die des Bundeslandes, in dem der Firmensitz liegt, oder die, in dem der Fahrer lebt? Das sei absolut unterschiedlich und total verwirrend. Neben den 16 verschiedene Bundesländer Quarantäne-Verordnungen, gibt es weitere 27 nationale Richtlinien der EU-Länder, die die deutschen Spediteure an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit brächten, beanstadet auch der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung. Gleichzeitig warnt auch dieser vor Versorgungsengpässen.
faz.net

Lauterbach fordert Schnelltests am Arbeitsplatz: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach empfiehlt künftig Schnell-Tests auch am Arbeitsplatz einzusetzen. Studien hätten gezeigt, dass dies zu einer dramatische Senkung der Ansteckungen führen kann. “Es wäre die sinnvollste Strategie, dass im Sinne des Arbeitsschutzes in den Betrieben zweimal in der Woche bei jedem Mitarbeiter, der nicht im Homeoffice ist, ein Antigen-Schnelltest gemacht würde”, erklärt Lauterbach. “Das wäre eine Investition, die sich für die Wirtschaft und für das ganze Land lohnen würde.”
faz.net

RAT UND TAT

Studie: Beiräten fehle oft die gewisse Expertise: 83 Prozent der Familienunternehmen in Deutschland setzen verstärkt auf Beiräte, die sie beraten. Im Vergleich zu 2002 waren es noch nicht einmal halb so viele. Doch leider sind diese oft zu wenig digital und zu wenig divers. Ihnen fehlt die Expertise vor allem in Zukunftsthemen. Zu diesem Ergebnis kam eine im Auftrag der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC und der Intes Akademie für Familienunternehmen erstellte Studie. “Die Mitglieder des Gremiums sind im Schnitt zu alt, falsch ausgewählt und lassen Kompetenzen in Zukunftsthemen vermissen.“ Ein Berat kann zwar für neue Blickwickel sorgen, muss dafür aber auch die nötige Professionalität mitbringen. Vor allem Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus.
handelsblatt.com
Die Frauenquote ist im Mittelstand unnötig: Die vom Bundeskabinett beschlossene Frauenquote müssen in Vorstandsgremien börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau sitzen. Von dieser Quote werden allerdings nur die Top-Etagen von rund 100 Unternehmen betroffen. Denn in Familienunternehmen hat man das Potenzial der Mütter und Töchter längst verstanden. Väter erkennen sehr wohl, wenn eine gut ausgebildete, ehrgeizige und fleißige Tochter das Zeug dazu hat, die Zügel in die Hand zu nehmen.
manager-magazin.de

Anna Maria Braun fordert neue Impulse: Anna Maria Braun ist Chefin des traditionsreichen Medizintechnikunternehmens B.Braun. Sie erklärt, dass Lösungen auf die Vielschichtigkeit des internationalisierten Marktes aus den Unternehmen selbst kommen müssen. Innovation könne man nicht outsourcen. Bei der Weiterentwicklung des Unternehmens spielt vor allem Vielfalt eine entscheidende Rolle. Unterschiedliche Perspektiven fördern Meinungsvielfalt. Diese müsse sich auch im Management abzeichnen.
capital.de

ZITAT DER WOCHE

Zitat
Urheber mit Erklärung
spiegel.de

AUS DER REIHE

Potsdamer Sternekoch bietet seinen Gästen Sterne-Menüs To-Go: Die Corona-Pandemie macht kreativ. Seit Beginn der Pandemie bietet Potsdamer Sternekoch Jörg Frankenhäuser seinen Gästen ein Mehr-Gänge-Menü auf höchstem Niveau für die heimischen vier Wände. Die ersten im März vergangenen Jahres angebotenen To-go-Boxen wären zunächst aus Solidarität der Gäste gekauft worden, die uns damit unterstützen wollten, erklärt Frankenhäuser. Mittlerweile sei daraus ein neues Geschäftsmodell geworden. Seine Gäste erhalten eine Videoanleitung, um die Gerichte nicht verpatzen zu können. Dabei wird vorgegeben, wie die einzelnen Komponenten erhitzt oder auf dem Teller angerichtet werden müssen.
zeit.de

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