AUS POLITIK UND MITTELSTAND
Übernahmeängste:„China kann uns überrollen“: Ernste Konsequenzen für den Mittelstand befürchten IG Metall und China-Experten, wenn die Politik nicht bald eine Gegenstrategie zu chinesischen Übernahmen deutscher Firmen formuliert und implementiert. IG-Metall-Vorstand Wolfgang Lemb fürchtet, dass die zunehmenden Übernahmen deutscher Unternehmen in Schlüsselindustrien gefährlich werden könne. Dahinter stecke eine strategische Ausrichtung Chinas, die man nicht unterschätzen dürfe. Schon bei der Photovoltaik wären deutsche Unternehmen bereits von den Märkten verdrängt worden. Lemb weiter: „Wir müssen den Vorsprung bei Hochtechnologien, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, halten. Wenn wir diesen verlieren würden, dann hätte das substanzielle Auswirkungen auf die Industrie in Deutschland insgesamt“. Die Befürchtung teilt auch Mikko Huotari, Leiter des Programms internationale Beziehungen beim China-Forschungsinstituts Merics in Berlin; es sei der letzte Moment zu handeln. China könne uns überrollen.
wiwo.de
Neue Förderung für Elektro-Laster: Mit jeweils bis zu 40.000 Euro soll der Kauf von Elektro-Lastern künftig staatlich gefördert werden. Das gab das Verkehrsministerium am Montag in Berlin bekannt – insgesamt würden bis Ende 2020 10 Millionen Euro pro Jahr zur Förderung für den Kauf von Gas-, Brennstoffzellen-, oder batteriebetriebenen Lastwagen zur Verfügung stehen, hieß es weiter. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, Dirk Engelhardt, sieht diese neuen Richtlinien positiv, warnt aber auch, dass es auf dem Markt nur wenige solch schwerer E-Fahrzeuge zu kaufen gäbe. Zudem fordert er eine Aufstockung der Mittel, 40.000 Euro würden den Preisunterschied zu einem vergleichbaren Dieselfahrzeug lediglich mindern.
faz.de
Roboter-Hersteller profitieren von der Nachfrage aus Fernost: Der global sich beschleunigende Automatisierungs- und Digitalisierungstrend ist ungebrochen und beschert den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern ein Rekordjahr nach dem anderen. Wurde bereits 2017 mit einem Plus von 13 Prozent der Rekordumsatz von 14,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, rechnet nun der Branchenverband VDMA Robotik + Automation für 2018 mit einem weiteren Wachstumsplus von neun Prozent auf dann 15,8 Milliarden Euro. Klarer Hauptwachstumstreiber ist dabei der Export – vor allem nach Asien. Der Exportumsatz nach China, so der Vorsitzende des Branchenverbandes Norbert Stein, sei bereits 2017 um rund 60 Prozent gestiegen. Dort würden große Investitionen der Elektronikindustrie in die Automatisierung für eine starke Nachfrage sorgen. Aber auch die Ausfuhren in andere asiatische Länder legten zu, wenn auch „nur“ um rund 20 Prozent.
faz.net
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Beschäftigung von Entsandten und Ortskräften in Brüssel und Belgien: Wenn Sie als deutsche Organisation Mitarbeiter entsenden oder Ortskräfte beschäftigen, bringt das eine beachtliche Anzahl von Aufgaben und Verpflichtungen mit. thg verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung von ausländischen Unternehmen und Organisationen in Belgien. Der thg German Desk ist Ihr Ansprechpartner. Am Dienstag, 29. Mai informieren wir sie ab 16 Uhr gern vor Ort bei einer Info-Veranstaltung über überstaatliche und innerbelgische Verpflichtungen und geben nützliche und praxisorientierte Tipps. Treffen Sie uns beim thg German Desk in der Rue de Cramer 7 in 1000 Brüssel.
Bitte melden Sie sich unter Telefon +32 477 350012 oder per E-Mail karin.kohnenmergen@thg.be an oder kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben, aber nicht zu unserer Veranstaltung kommen können.
Geflüchtete werden bei Ausbildung benachteiligt: Wenn das Asylverfahren eines Geflüchteten nach 15 Monaten noch nicht abgeschlossen ist, hat er ein Problem: Möchte er eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, entfällt womöglich die Sicherung seines Lebensunterhalts. Dies geht aus einer kleinen Anfrage an die Regierung hervor, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegt. Damit „bestraft der Staat ausgerechnet diejenigen, die Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen“, sagt Jens Brandenburg (FDP), der die Anfrage gestellt hat. Hintergrund ist eine Förderlücke im Gesetz: Flüchtlinge, die länger als 15 Monate in Deutschland sind, werden nach derzeitiger Rechtslage nicht nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt, sondern fallen unter die Regelungen des Sozialgesetzbuchs. Das sieht aber keine Leistungen für Studierende oder Auszubildende vor – und anders als Deutsche können Geduldete und Gestattete als Ausgleich kein BAföG und keine Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.
tagesspiegel.de
Krankenkassen: Versicherte werden entlastet: Das Kabinett hat am Mittwoch beschlossen, dass gesetzlich Versicherte ab dem kommenden Jahr um acht Milliarden Euro entlastet werden sollen. Zusatzbeiträge sollen dann zur Hälfte von Arbeitgebern bzw. der Rentenkasse übernommen werden. Auch Kleinselbständige werden entlastet. Der monatliche Mindestbeitrag wird auf 171 Euro halbiert. Ab 2020 sollen Krankenkassen zudem ihre Rücklagen zurückfahren und mit dem Geld lieber ihre Beiträge senken oder zumindest stabilisieren. “Es ist die erste Senkung des Beitragssatzes per Gesetz. Das gab es vorher nicht. Mit der Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung entlasten wir die Versicherten um sieben Milliarden Euro pro Jahr”, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
spiegel.de, sueddeutsche.de
In Schweden verschwindet das Bargeld: In fünf Jahren, so Prognosen, soll es soweit sein. Spätestens dann wird kein Händler mehr Bargeld annehmen. Schon jetzt akzeptieren viele Geschäfte nur EC- oder Kreditkarten. Die Schweden lieben neue Technik. Dienste wie Swish, Klarna oder iZettel wurden hier entwickelt. Seit 2007 hat sich der Wert des in Umlauf befindlichen Bargeldes um mehr als die Hälfte verringert. Vier von zehn Schweden zahlen im Monat kein einziges Mal mit Bargeld. Doch es regt sich Widerstand, vor allem von denen, die kein Konto oder Internet haben und sich von der Entwicklung ausgegrenzt fühlen. In der Gruppe “Bargeldaufstand” versammeln sich neben Rentnerverbänden auch kleine Unternehmen und Verbrauchergruppen.
sueddeutsche.de
Baugewerbe: Arbeitgeberverbände stimmen Tariferhöhung zu spiegel.de
Liberaler Mittelstand: EuGH-Urteil zum Datenschutz verunsichert Mittelstand weiter fdp-thueringen.de
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Connected Health Innovation Award 2018: Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika können sich noch bis 15. Juni für den zweiten Connected Innovation Award bewerben. Mit dem Preis werden von Zimmer Biomet digitale Innovationen ausgezeichnet, die bei der Behandlung von muskuloskeletalen und orthopädischen Erkrankungen helfen oder Betroffenen das Leben einfacher machen. Der Gewinner erhält einen Preis in Höhe von 25.000 Euro und die Gelegenheit, die Technologie in einem der Partner-Krankenhäuser von Zimmer Biomet in Europa zu testen und sein Produkt in der Connected Health Innovation Lounge von Zimmer Biomet in der Schweiz für ein Jahr zu bewerben.
connectedhealthaward.com
AUS GEZÄHLT
65 Milliarden Euro kostet laut einer PwC-Studie der Fachkräftemangel den deutschen Mittelstand.
handelsblatt.com
RAT UND TAT
Mastercard will Bezahlung per Sprachassistent möglich machen: Mit dem sogenannten Masterpass des amerikanischen Unternehmens können Kunden ihre Kreditkarten-Daten hinterlegen, und bei Online-Käufen schnell und einfach bezahlen. Seit Kurzem ist dies sogar über den Facebook Messenger möglich. Nun möchte Mastercard offenbar noch einen Schritt weiter gehen: US-Medienberichten zufolge plant der Konzern eine Integration von Masterpass in die Sprachassistenten von Google und Co., damit die User künftig Zahlungen auf Zuruf tätigen können. Mastercard hat entsprechende Pläne bestätigt, man sei überzeugt davon, dass dieser “dialogorientierter Handel” und das sprachbasierte Bezahlen “in der Zukunft ein großes Ding sein wird”.
faz.net
Bürogestaltung: Großraumbüros gleichen zunehmend Freizeitparks: 78 Prozent der Arbeitnehmer sind sich einer Umfrage des Industrieverbands Büro- und Arbeitswelt IBA nach sicher, dass die Arbeitsplatzgestaltung ihre Produktivität direkt beeinflusst. Und in einem Umfeld zunehmenden Fachkräftemangels wird die Schaffung von attraktiven Büros für Arbeitgeber zu einem wichtigen Hebel, sich zu vermarkten. Mit Rückzugsorten konzentriertes Arbeiten erleichtern, mit Spielmöglichkeiten Kreativität anregen, Austausch und Bewegung fördern. Für Udo-Ernst Haner vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zielt eine schöne Inneneinrichtung darauf ab, dass Mitarbeiter nicht nur wacher, kreativer und effektiver ihre Arbeitszeit verbringen, sondern womöglich auch gerne mal etwas länger im Büro bleiben. Haner: „Arbeitgeber können nicht verlangen, dass Mitarbeiter innovationsorientiert und flexibel arbeiten, ihnen dann aber eine Umgebung anbieten, in der sie von 9 bis 17 Uhr brav an einem Tisch im Büro sitzen“.
wiwo.de
AUS GESPROCHEN
„Abgesehen von der aktuellen Inflations- und Zinsentwicklung sprechen perspektivisch jedoch die meisten Argumente für den Euro. Der Konjunkturzyklus ist in den USA weiter fortgeschritten und dürfte sich nach dem Auslaufen der stimulierenden Wirkungen der Steuerreform daher eher abschwächen – auch wegen der höheren US-Zinsen. Ein weiterer Abbau der mit 8,5% noch immer vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit in der Eurozone bringt hierzulande erst noch konjunkturelle Impulse.”
Carsten Mumm, Leiter Kapitalmarktanalyse und Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel, glaubt an den Euro.
donner-reuschel.de
AUS DER REIHE
Bargeldlose Spenden für Londons Straßenmusiker: Die Straßenkünstler der britischen Hauptstadt sind künftig nicht mehr nur auf das Kleingeld der Passanten angewiesen: Eine Initiative von “Busk In London”, der Interessensvertretung der Londoner Straßenkünstler, und dem schwedischen Zahlungsdienstleister iZettle versorgt die Musiker mit einem Lesegerät, das bargeldlose Spenden per Smartphone, Smart Watch oder Kreditkarte ermöglicht. Seit wenigen Wochen befindet es sich im Testbetrieb, und bringt bereits positive Ergebnisse: “Mehr Menschen als je zuvor geben etwas, während ich singe, und wenn einer etwas gibt, folgen oft andere,” sagt de Straßenmusikerin Charlotte Campbell im Interview mit der BBC. Gefördert wird das Projekt von Londons Bürgermeister Sadiq Khan, der sich freut: “Jetzt können mehr Londoner die brillanten, talentierten Straßenkünstler der Hauptstadt unterstützen.”
golem.de