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Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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KW 17: Rückkehrrecht auf Vollzeit weiterhin umstritten, Mexiko Partnerland auf der Hannover Messe, Mittelstand bei Datennutzung zögerlich
26. April 2018

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Rückkehrrecht auf Vollzeit weiterhin umstritten: CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer sieht in dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum Recht auf befristete Teilzeit noch Klärungsbedarf: “Wir müssen einiges verhandeln. So einfach geht es nicht.” SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat angekündigt, das Gesetz solle noch vor der Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden. Eigentlich sollte das Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit schon in der alten Legislaturperiode umgesetzt werden. Dementsprechend detailliert sind die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, die das Gesetz für Betriebe mit mehr als 45 Arbeitnehmern vorsehen.
spiegel.de

Mexiko Partnerland auf der Hannover Messe: Mit einem traditionellen Rundgang der Bundeskanzlerin wurde am Montag die Hannover Messe eröffnet. Dabei wurde sie von Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto begleitet. Mexiko ist das diesjährige Partnerland der Messe. Bei der Eröffnungsfeier hatten Merkel und Peña Nieto für freien Handel geworben. Deutschland und Mexiko unterzeichneten bei der Gelegenheit zahlreiche Wirtschaftsabkommen. Bei ihrem Rundgang betonte Merkel die Bedeutung von Investitionen in die Forschung zur künstlichen Intelligenz. Nach Meinung von Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure, müssten Entwickler und Anwender hinsichtlich großer Ängste in der Bevölkerung gemeinsam dafür sorgen, dass es nicht zu einem Kontrollverlust komme. “Wenn wir die digitale Transformation und die Möglichkeiten der KI richtig bewerten und angehen, wird daraus ein Jobmotor”, so Appel.
tagesschau.de

CDU-Wirtschaftsrat: Keine Zugeständnisse beim Freihandel: Vom Treffen von Bundeskanzlerin Merkel mit dem US-Präsidenten Trump erwartet der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, eine Weichenstellung für die internationale Handelspolitik. Man müsse den Freihandel stützen und brauche ein der Welthandelsorganisation gerechtes Abkommen. Es dürfe keine exklusiven Ausnahmen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten geben. Die EU dürfe sich nicht erpressen lassen. Merkel reist am heutigen Donnerstag nach Washington und ist in dieser Woche nach Frankreichs Präsident Macron bereits der zweite hochrangige EU-Vertreter, der bei Trump die Themen Handelskonflikt, Iran und Syrien ansprechen wird.
deutschlandfunk.de

Sammelklage der Logistikbranche gegen VW: Gemeinsam mit der Kanzlei Hausfeld und dem Rechtedienstleister myRight bietet der Verband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung jetzt die Möglichkeit für Mitgliedsfirmen, Schadensersatzansprüche gegen VW wegen des Dieselskandals abzutreten und damit bei myRight in einer Art Sammelklage zu bündeln. Einbezogen in das Modell sind auch Unternehmen des Möbelspeditionsverbandes AMÖ, des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und der Deutsche Speditions- und Logistik-Verband DSLV. Damit eröffnet sich die Klagemöglichkeit für rund 12.000 Unternehmen. Abtreten können ihre Ansprüche in dem Verbandsmodell auch die etwa 500.000 Beschäftigten der Firmen für ihre Privatfahrzeuge.
tagesspiegel.de

Mittelstand bei Datennutzung zögerlich: Laut einer neuen Studie der Commerzbank machen sich zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen Sorgen um eine “beunruhigende Monopolstellung” von Facebook und anderen Global Playern aus dem Silicon Valley. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass Daten immer wichtiger werden würden. Aber: Obwohl bei der deutschen Wirtschaft angekommen ist, dass digitale Daten immer wichtiger werden, ziehen nur wenige Unternehmen daraus einen Nutzen für ihr Geschäft. Zwar fällt die Hälfte der Befragten dank digitaler Daten bessere Entscheidungen hinsichtlich der Planung und der Auslastung der Ressourcen. Nur knapp ein Drittel würde die Daten aber nutzen, um neue Geschäftskonzepte zu entwickeln.
zeit.de

Ohoven fordert von der Regierung Ehrlichkeit: In der aktuellen Rentendiskussion mahnt Mittelstandspräsident Mario Ohoven die Bundesregierung zu Ehrlichkeit: “Die Bundesregierung muss den Menschen bei der Rente die Wahrheit sagen”. Die Festsetzung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bei gleichzeitiger Deckelung der Rentenbeiträge bei 20 Prozent sei eine “Quadratur des Kreises”. Das Rentensystem sei so auf die Dauer nicht zu finanzieren. Man brauche eine langfristige Anhebung der Rentenbeiträge und eine Verlängerung der Arbeitszeit über 67 Jahre hinaus. “Statt ungedeckte Schecks auf die Zukunft auszustellen, muss die Bundesregierung die Weichen für die Zukunft richtig stellen”, verlangte er.
finanzen.net

Hans-Böckler-Stiftung: Mindestlohn reicht nicht für Leben in Großstädten spiegel.de
Kekshersteller Bahlsen: Familie zieht sich aus Tagesgeschäft zurück spiegel.de
Fachtagung zu IP-Portfoliomanagement in München pressebox.de

AUS GEZÄHLT

30 Milliarden Euro im Jahr kostet Deutschland der Fachkräftemangel. Laut Tec-Report 2018 des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik befürchten 60 Prozent der befragten Firmen und Hochschulen, dass sie den Bedarf an Ingenieuren und Informatikern auf absehbare Zeit nicht werden decken können.
welt.de

RAT UND TAT

Neues Europa-Projekt zur Digitalisierung der KMUs: Die EU-Kommission unterstützt das Projekt “DigitaliseSME”, das von einem Konsortium von Partnern unter der Führung der European Entrepreneurs CEA-PME eingereicht wurde. Das Projekt kann als Nachfolger des erfolgreichen Projektes “MobiliseSME” gesehen werden. Kleinere und mittlere Unternehmen sollen durch ein Austauschprogramm Unterstützung für ihre digitalen Transformationsprozesse erhalten. Sogenannte “DigitalEnablers” sollen für bis zu einen Monat einem Unternehmen als Gast dabei helfen, digitale Projekte voranzutreiben.
mobilisesme.eu, cea-pme.com

Neue digitale Welt und altes Arbeitsrecht: Mit der betrieblichen Mitbestimmung ist es bei Startups oft nicht weit her. Mit allen Tricks wird daran gearbeitet, die strikte deutsche Mitbestimmung zu unterlaufen. Eine Möglichkeit ist dabei die Umwandlung der Unternehmensstruktur in eine europäische Aktiengesellschaft (SE). Startups pflegen gern das hippe Image kreativer Buden mit flachen Hierarchien, wo jeder seine Sorgen direkt mit dem Chef am Kickertisch besprechen kann. Wenn der zu beschäftigt ist, kümmern sich Feel Good Manager um die Sorgen der Angestellten. „Startups ermöglichen ihren Mitarbeitern eine deutlich größere Mitbestimmung als die meisten etablierten Unternehmen. Das schaffen sie durch ihre innovativen Strukturen“, verteidigt Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups die Praxis. Gewerkschafter Bert Stach von Verdi kann das Argument zwar nachvollziehen, weiß aber auch um die Grenzen: “Wenn die Mitarbeiter Kinder bekommen und Windeln wechseln müssen, werden geregelte Arbeitszeiten plötzlich ein Thema. Dann merkt man, dass ein Betriebsrat fehlt.“
digitalpresent.tagesspiegel.de

AUS GESPROCHEN

„Unser Vorschlag entlastet spürbar die kleinen und mittelständischen Unternehmen und kostet die Sozialkassen keinen Cent. Es gibt keinen veritablen Grund, diesem Antrag nicht zuzustimmen”

Thomas L. Kemmerich, Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages, fordert im Interesse kleinerer und mittelständischer Unternehmen eine Reform der im Jahr 2005 eingeführten Regelung zur Vorfälligkeit der Sozialbeiträge.
fdp-thueringen.de

AUS DER REIHE

Die bessere Hälfte: Chinesische Start-ups suchen für ihre Unternehmen weibliche Angestellte, die gut aussehen und die sozial ungeschickten Programmierer bei Laune halten sollen. “Motivatorin für Programmierer” lautet die Job-Beschreibung und umfasst die Bereiche Seelsorge, Motivation, Sekretariat und Physiotherapie. “Sie brauchen dringend jemandem, mit dem sie ab und zu reden können”, erzählt Shen Yue, die eine solche Position bei einem Start-up inne hat. Menschenrechtler sehen das kritisch, die Formulierungen bei entsprechenden Anzeigen seien sexistisch. So ist von “gut aussehenden Mädchen” oder “Göttinnen” die Rede. Gegenüber den Programmierern werden die Frauen auch gerne als “Nachtzuschlag” bezeichnet.
spiegel.de

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