Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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POLITIK UND MITTELSTAND
Homeoffice- und Test-Angebotspflicht gelten Schon am Dienstag beschloss die Bundesregierung eine Änderung der bestehenden SARS-CoV-2-Arbeitschutzverordnung. Arbeitgeber sind nun verpflichtet, allen Mitarbeitern, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten, mindestens einen Corona-Test je Kalenderwoche anzubieten. Dies können Schnell- oder Selbsttests sein. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind allerdings nicht verpflichtet, das Angebot auch wahrzunehmen. Das Arbeitsministerium argumentierte, hierfür seien die rechtlichen Hürden zur Durchsetzung zu hoch.
Außerdem gilt durch die beschlossene Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes künftig eine Homeofficepflicht. Arbeitgeber müssen allen Mitarbeitern, bei denen es möglich ist, anbieten ins Homeoffice zu gehen. Neu ist, dass der Arbeitnehmer künftig nicht mehr frei entscheiden darf, ob er dieses Angebot auch annimmt, oder doch weiter in Präsenz arbeitet.
faz.net, tagesschau.de
Mittelständler sparen in der Krise an Fortbildungen: Die Pandemie schadet dem Mittelstand auch in indirekter Weise: Laut einer noch unveröffentlichten Sonderbefragung des Mittelstandspanels der Förderbank KfW, fahren viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Weiterbildungsangebote stark zurück – oder haben sie sogar ganz eingestellt. 38 Prozent KMUs gaben an, ihre betrieblichen Weiterbildungsmöglichkeiten reduziert zu haben. Zwanzig Prozent der Befragten haben entsprechende Angebote sogar ganz eingestellt, weitere 29 Prozent der Befragten boten gar keine Weiterbildungen an. Vor dem Hintergrund der Pandemie verwenden Deutschlands Mittelständler – nachvollziehbarerweise – ihre Ressourcen besser auf die Sicherung ihres Fortbestehens, als auf Fortbildungsmöglichkeiten für ihr Personal. Dies sei im Einzelfall zwar rational, doch eine gesamtwirtschaftliche Herausforderung, insbesondere mitten im digitalen Strukturwandel, mahnte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Langfristig müsse die Weiterbildung wieder aufgenommen bzw. nachgeholt werden, denn sonst könnte “die Transformations- und Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands Schaden nehmen”, so das Urteil der KfW.
faz.net
Arbeitsministerium will befristete Beschäftigungen stärker regulieren: Hubertus Heil ist überzeugt: “Es gibt zu viele willkürlich befristete Arbeitsverträge.” Um dies zu ändern, arbeitet sein Ministerium an einem entsprechenden Gesetzentwurf, der die bereits im Koalitionsvertrag festgehaltenen Bestrebungen, sachgrundlosen Befristungen Einhalt zu gebieten, umsetzen soll.
Laut Entwurf zur Änderung des allgemeinen Befristungsrechts sollen Arbeitsverträge ohne Vorliegen eines sachlichen Grunds künftig nur für 18 statt 24 Monate befristet werden können. Zudem sollen sachgrundlose Befristungen nur noch bei Neueinstellungen möglich sein. Firmen mit mehr als 75 Beschäftigten sollen dem Entwurf zu Folge nur noch höchstens 2,5% ihrer Angestellten sachgrundlos befristet einstellen.
handelsblatt.com, tagesschau.de
Deutscher Gewerkschaftsbund legt Steuerkonzept vor: Vor dem Hintergrund der Bundestagswahl hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein eigenes Steuerkonzept vorgelegt. “Steuergerechtigkeit herstellen, Staatsfinanzen stärken” so der Titel des Konzepts, mit welchem der Staat 60 Milliarden Euro mehr einnehmen, 95 Prozent der Steuerzahler entlastet und Reiche, Anleger und Unternehmen stärker zur Kasse gebeten werden sollen. Der DGB plädiert für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer und eine Erhöhung der Erbschafts-, Einkommen- und Körperschaftsteuern. “Reiche und Spitzeneinkommen müssen wieder mehr zum Gemeinwesen beitragen”, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell bei der Vorstellung des Konzepts am Dienstag. So soll beispielsweise die Körperschaftsteuer von heute 15 Prozent mittelfristig auf 25 Prozent steigen. Sonderregeln für Firmen bei der Erbschaftsteuer sollen der Vergangenheit angehören, sodass Betriebsvermögen künftig nicht mehr von der Erbschaftsteuer befreit wären. Zudem sieht das Konzept eine Vermögenssteuer von einem Prozent auf Nettovermögen oberhalb von einer Million Euro vor. Sie soll in drei Stufen auf zwei Prozent ab einer Milliarde Euro steigen. Mittlere und untere Einkommen sollen so entlastet werden, dass alle ledigen Personen, die weniger als 82.000 Euro pro Jahr (Single) verdienen, von einer Entlastung profitieren würden. Einkommen unter 17.000 Euro (Alleinstehende) sollen von der Lohnsteuer befreit bzw. 31.000 Euro (Ehepartner) sollen von der Lohnsteuer befreit werden.
tagesspiegel.de, spiegel.de, handelsblatt.com
Kurzmeldungen
Bestechungsskandal um die Dillinger Hütte: Haftstrafen für Angeklagte handelsblatt.com
Verträge sollen sich nur noch um einen Monat verlängern tagesspiegel.de
Wirtschaftsförderer: Mittelstand trifft Wissenschaft – ein “perfect match” marktundmittelstand.de
Drei Stunden länger arbeiten tagesspiegel.de
RAT UND TAT
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Blockchain noch nicht im Mittelstand angekommen: Nur drei Prozent der mittelständischen und Familienunternehmen nutzen bisher Blockchain-Technologie. Das hat eine Untersuchung von 1.444 deutschen Unternehmen im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch ergeben. Häufigste Hindernisse sind demnach schlicht Unwissen, die komplexe Implementierung und fehlende vorhandene Lösungen. Einzig in der Logistik ist die Blockchain auf dem Vormarsch, so Professor Gilbert Fridgen, Inhaber des PayPal-Lehrstuhls an der Universität Luxemburg sowie Gründer des Fraunhofer Blockchain Labors. „Das liegt daran, dass die Branche die heute wohl stärkste digitalisierte Industrie der Welt ist. Seit jeher gibt es die Herausforderung, eine Vielzahl an Akteuren zu koordinieren, ohne zentrale Anlaufstellen zu haben. Diese Herausforderungen macht sie auch für die Blockchain sehr interessant.“
blockchain-insider.de
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handelsblatt.com
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ZITAT DER WOCHE
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link.de
AUS DER REIHE
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