AUS POLITIK UND MITTELSTAND
Hohe Abbrecherquote bei Auszubildenden: Die Abbrecherquote in der Berufsausbildung ist nach einem Zeitungsbericht so hoch wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Mehr als jeder vierte Auszubildende schmeiße seine Lehre hin, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ und beruft sich auf den Berufsbildungsbericht 2018. Demnach seien 2016 gut 146.000 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst worden. Der Anteil der abgebrochenen Ausbildungen liegt bei 25,8 Prozent. „Dort wo die Vergütung besonders niedrig ist, sind die Abbrecherquoten extrem hoch“, sagte dazu Elke Hannack, Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, sieht die Schulen in der Pflicht, es müsse alles getan werden, um Nachwuchs zu gewinnen und zu halten.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, faz.net, welt.de (Abbrecherquote), zeit.de (CDU-Wirtschaftsrat)
Scheuer will Funklöcher schließen: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will die Funklöcher in Deutschland schließen. Die Bürger dürften nicht in Funklöchern stecken bleiben, dafür müsse man sorgen. Der Zustand der Mobilfunknetze sei “für eine Wirtschaftsnation untragbar”. Im Rahmen eines “Mobilfunkgipfels” wolle man mit den Anbietern über Maßnahmen beraten. Scheuer schwebt eine App vor, die nach dem Vorbild von Staumeldern funktionieren soll. Bürger könnten so einfach und unbürokratisch Funklöcher an die Bundesnetzagentur übermitteln.
spiegel.de
Laxe Patentvergabe beim Europäischen Patentamt: Das Europäische Patentamt (EPA) in München stellt jährlich neue Rekorde bei der Erteilung von Patenten aus. Das sei keine gute Entwicklung findet Ursula Lex, FDP-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Liberalen Mittelstandes in Bayern. 2017 gab es 105.000 erteilte Patente. 2010 waren es noch 58.000. Weil diese Zahlen bei vergleichbaren Institutionen wie dem deutschen Patent- und Markenamt nicht vorkommen und auch die eingereichten Anmeldungen beim EPA nur leicht zugenommen haben, deute vieles auf eine laxe Vergabepraxis hin. Vor allem für den Mittelstand ein Problem, wenn in Zukunft zu Unrecht erteilte Patente den Unternehmen entgegengehalten werden.
mittelstandinbayern.de
BaWü will mit vier Millionen Forschung und Mittelstand vernetzen: Baden Württemberg will mit vier Millionen Euro die Digitalisierung des Mittelstandes fördern. Gefördert werden Projekte, bei denen Unternehmen vom Digitalisierungswissen von Forschungseinrichtungen und Verbänden profitieren. “Damit wollen wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, ihr Wissen über intelligente, digital vernetzte Systeme sowie digitale Arbeits- und Geschäftsprozesse zu stärken”, so Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Ergebnisse der Forschung sollen so auf dem kürzesten Weg dahin gelangen, wo sie gebraucht werden, zu den Unternehmen.
stimme.de
Warnung vor dem Cyberjahr 2018: „Meltdown“ und „Spectre“ waren vielleicht nur Vorboten, Experten warnen 2018 in Sachen Cyberattacken vor einem gefährlichen Jahr. Nicht von ungefähr, denn die Anzahl der vernetzten Geräte nimmt immer mehr zu und nach einer Gartner-Studie lässt sich im Netz in Sachen Kriminalität mittlerweile mehr Geld verdienen als durch den Drogenhandel. Die Gefahr lauere bereits im Unternehmensalltag. „Da werden E-Mails von Mitarbeitern ungeprüft von A nach B geleitet, USB-Sticks für den Transport von Daten genutzt – die Dunkelziffer verschwundener und fehlgeleiteter Daten ist enorm“, sagt Björn Schwabe von Oculd Solutions. Und besonders vor Erpressungen sei der Mittelstand gefährdet, meint Harald Reisinger, Geschäftsführer von Radarservices: „Mittelständler haben oftmals besonders wertvolle Daten – seien es Kundendaten, Daten zu Patenten, Innovationen oder Source Code.“
it-zoom.de
Plastikfreier Supermarkt: Die niederländische Biosupermarkt Ekoplaza will als erste Supermarktkette plastikfrei werden. In einer Filiale in Amsterdam wird seit einigen Woche ein “plastikfreier Gang” getestet. Das Konzept soll ausgeweitet werden. Verschiedene alternative Einzelhändler im Lebensmittelbereich versuchen schon seit längerem ohne Plastik auszukommen. Das Konzept erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Berichte über riesige Plastikmüllvorkommen in den Weltmeeren beunruhigen schon seit längerem die Öffentlichkeit. Die kunststoffverarbeitende Industrie arbeitet dagegen und hält Aktionen wie „Plastikfasten“ für „enorm irreführend und falsch“. Immerhin steckt hinter dem Plastik ein bedeutender Wirtschaftszweig mit 3.000 Betrieben, 320.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von fast 64 Milliarden Euro.
welt.de
Rohrleitungsbauverband zweifelt an Zielen der Bundesregierung zum Breitbandausbau n-tv.de
Bundesverband Mergers & Acquisitions e.V. ist neuer Partnerverband des BVMW presseportal.de
Verdi kündigt Warnstreiks zwischen 09. und 13. April an spiegel.de
AUS GEZÄHLT
98 Prozent der befragten Unternehmen der aktuellen Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ der Managementberatung Horváth & Partners geben zu Protokoll, dass digitale Lösungen ihnen helfen würden, „ihre Produktivität zu steigern und Kosten zu senken“.
industry-of-things.de
RAT UND TAT
Generationswechsel zeitig angehen: Laut einer aktuellen KfW-Studie wird der Nachwuchsmangel im Mittelstand zunehmend zum Problem. Die Zahl der Inhaber, die noch keinen Nachfolger gefunden habe, steige. In den nächsten zwei Jahren wollen 236.000 Unternehmer aufhören, in den nächsten fünf Jahren sind es 840.000. Von denjenigen, die in zwei Jahren aussteigen, haben 30 Prozent ihre Nachfolge geregelt, 28 Prozent befinden sich mit einem möglichen Nachfolger in Verhandlungen, 17 Prozent seien auf der Suche und 20 Prozent hätten mit dieser noch gar nicht begonnen. Die Deutschen Industrie- und Handelskammer empfiehlt, drei Jahre für die Suche nach einem Nachfolger einzukalkulieren.
deutsche-mittelstands-nachrichten.de
Predictive Maintenance dank Big Data und KI: Die sogenannte vorausschauende Wartung beschreibt ein Vorgehen, bei dem Firmen bei ihren Maschinen nicht mehr auf starre Wartungs-Zyklen setzen, sondern Geräte und Anlagen ständig per Sensoren überwachen. Daten wie etwa Temperatur, Druck oder Feuchtigkeit werden kontinuierlich erfasst, und Unregelmäßigkeiten sofort gemeldet und analysiert. Damit sollen Ausfälle langfristig minimiert oder sogar komplett verhindert werden, da kritische Bestandteile repariert oder ausgetauscht werden können, bevor es zum Schaden kommt. Diese Art intelligenter Datenanalyse gewinnt in der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung, und hat das Potential die Branche zu revolutionieren.
industrie.de
AUS GESPROCHEN
„Deutsche Sparer dürfen nicht dazu verdammt werden, für schlecht wirtschaftende Banken in Italien die Zeche zu zahlen.”
Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU, Wolfgang Steiger, erteilt den Plänen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach einer gemeinsamen Finanzpolitik und damit verbundenen Transferunion eine Absage.
augsburger-allgemeine.de
„Der Mittelstand ist nicht behindert, er wird behindert”
Thomas Burger, Präsident des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Badens, fordert von der Politik, Menschen und Unternehmen auf dem Land nicht wie eine schutzbedürftige Minderheit zu behandeln.
badische-zeitung.de
AUS DER REIHE
Deutsche Bahn führt “Komfort Check-in” ein: Die Fahrscheinkontrolle im Fernverkehr der Deutschen Bahn soll bald der Vergangenheit angehören. So will das Unternehmen nach ersten Tests im vergangenen Jahr ab Mai schrittweise den sogenannten Komfort Check-in einführen. Fahrgäste, die ein digitales Ticket inklusive Sitzplatzreservierung per DB-App erworben haben, können es auf dem Smartphone selbst entwerten, wenn sie ihren Platz einnehmen. Der Zugbegleiter erkennt dies auf seinem eigenen Mobilgerät, und muss den Reisenden nicht mehr nach seiner Fahrkarte fragen. Dadurch sollen die Mitarbeiter künftig mehr Zeit für den Fahrgastservice an Bord haben. Ein Sprecher der Bahn sagte der Welt am Sonntag: “Wir starten mit dem Komfort Check-in Anfang Mai und wollen ihn innerhalb von sechs Wochen auf allen Fernverbindungen anbieten.”
welt.de