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Wohnungsbau zieht an, Abschlag vom Mindestlohn, Ausbildungsumlage, Wirtschaftsschutzstrategie, Pflegeausbildung erreicht Rekord, Ausbau von Rechenzentren, Mutterschutz für Selbstständige
in der Kalenderwoche 12, 2026
kuratiert von Egon Huschitt

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Wohnungsbau zieht wieder an: Im Januar wurden rund 19.500 neue Wohnungen genehmigt, 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Bauunternehmen berichten von vorsichtig wachsender Nachfrage, sehen aber neue Risiken durch den Iran-Krieg. Steigende Energiepreise könnten die Inflation antreiben und die EZB zu Zinserhöhungen zwingen – mit steigenden Bauzinsen als Folge. Zusätzlich belasten höhere Dieselpreise direkt die Baukosten, da der Betriebsstoff rund 40 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe ausmacht. handelsblatt.com

Bauernverband fordert 20-Prozent-Abschlag vom Mindestlohn für Saisonkräfte: Bauernpräsident Joachim Rukwied begründet das mit hohen Kosten im internationalen Vergleich, etwa zu Spanien oder Polen. Ein Gutachten des Arbeitsrechtlers Christian Picker hält eine solche Ungleichbehandlung für rechtlich zulässig, wenn sie der Sicherung von Beschäftigung und Selbstversorgung dient. Landwirtschaftsminister Alois Rainer verweist dagegen auf die gesetzlich verankerte Mindestlohngrenze. Der DGB kritisiert den Plan als Einstieg in einen “Mindestlohn zweiter Klasse”. zeit.de

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PKV-Mehrumsatz: Jährlich rund 82.000 Euro je Arztpraxis. Mehrumsätze entstehen, weil es für die Behandlung von Privatpatienten weniger Beschränkungen und meist höhere Honorare gibt. Die Bedeutung der Privatpatienten zeigt sich auch darin, dass auf sie fast 22 Prozent aller Praxiseinnahmen entfallen – bei einem PKV-Versichertenanteil von nur 10,5 Prozent. Mehr auf pkv.de

Pflegeausbildung erreicht Rekord mit 158.000 Azubis: Die Zahl der Pflege-Auszubildenden ist 2025 auf einen Höchststand gestiegen. Seit der Reform 2020 lernen Pflegefachkräfte alle Bereiche von der Alten- bis zur Kinderpflege und sind damit breiter einsetzbar. Für Kliniken, Pflegebetriebe und Träger im Mittelstand schafft das größere Flexibilität beim Personaleinsatz und erleichtert die Besetzung offener Stellen. spiegel.de

Heideldruck steigt mit Ondas in Drohnenabwehr-Produktion in Brandenburg ein: Der Druckmaschinenhersteller gründet das Joint Venture “Onberg” mit dem israelisch-amerikanischen Rüstungsspezialisten Ondas und hält daran 49 Prozent. In Brandenburg an der Havel soll ein autonom arbeitendes System zur Drohnenabwehr, Überwachung und Aufklärung gefertigt werden. Zielmärkte sind Betreiber kritischer Infrastruktur wie Energieversorger, Industrieanlagen und Sicherheitsbehörden. Für Heideldruck ist das Projekt der Einstieg in die Rüstungsindustrie – weitere Kooperationen sollen folgen. handelsblatt.com

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Millionen Haushalte zahlen überhöhte Strompreise, weil sie bleiben statt zu wechseln. Laut Studie von RWTH Aachen und Octopus Energy summiert sich die “Treuestrafe” auf 11 Mrd. Euro. Die Forderung: Transparenz, Preisdeckel und faire Regeln. octopusenergy.de, n-tv.de

Berlin führt ab 2028 eine verpflichtende Ausbildungsumlage ein: Ab 2028 müssen rund ein Viertel der Berliner Unternehmen in einen Ausbildungsfonds einzahlen, um zusätzliche Lehrstellen zu finanzieren. Ausgenommen bleiben Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten sowie Firmen, die bereits überdurchschnittlich ausbilden. Die Abgabe soll sich auf etwa 0,1 Prozent der Bruttolohnsumme belaufen und jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen. Nur neu geschaffene Ausbildungsplätze werden gefördert – bei Erfüllung der Quote soll das volle Tarifgehalt aus dem Fonds übernommen werden. Ziel der schwarz-roten Koalition ist, die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich zu erhöhen und die Fachkräftesicherung zu unterstützen. tagesspiegel.de

Wirtschaftsschutzstrategie soll Sabotage verhindern: Die Bundesregierung bündelt Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen vor physischen, digitalen und hybriden Angriffen sowie vor Störungen von Lieferketten. Herzstück ist ein besser verzahnter Ansatz von Staat, Verbänden und Unternehmen, der von den Eckpunkten der früheren Ampel-Regierung ausgeht und nun in konkrete Instrumente wie eine Nationale Plattform für Forschungssicherheit mündet. Mittelständler sollen beim Aufbau von Resilienz, etwa durch diversifizierte Lieferbeziehungen, mehr europäische Produktion und Vorratshaltung kritischer Güter, gezielt unterstützt werden, weil sie oft keine eigene Sicherheitsabteilung haben. Zugleich will die Regierung bei neuen Berichtspflichten vermeiden, dass Firmen sensible Standort- oder Infrastrukturdaten veröffentlichen müssen. handelsblatt.com zeit.de

Weitere Meldungen:

  • Umweltminister Carsten Schneider erteilt Atomdebatte eine Absage. tagesspiegel.de
  • Bayerischer Verfassungsgerichtshof: Unis müssen nicht mit Bundeswehr kooperieren. sueddeutsche.de
  • Ifo-Institut sieht wirtschaftliche Entwicklung durch Krieg gebremst. n-tv.de
  • Decathlon kooperiert für die Expansion mit Media-Markt-Saturn. handelsblatt.com

DIGITALISIERUNG

Kabinett gibt Startschuss für Ausbau von Rechenzentren: Die Bundesregierung will mit einer neuen Digitalstrategie Deutschland zu einem führenden Standort für Rechenzentren machen. Vorgesehen sind beschleunigte Genehmigungen, Steueranreize für Kommunen mit Rechenzentrumsbau und die bevorzugte Nutzung alter Kraftwerksstandorte, etwa im Rheinischen Revier. Bis 2030 sollen die allgemeinen Kapazitäten verdoppelt, für künstliche Intelligenz sogar vervierfacht werden. Ziel ist es, Europas digitale Souveränität zu stärken und vor allem deutschen und europäischen Anbietern bessere Voraussetzungen im Wettbewerb mit US-Technologiekonzernen zu verschaffen. zeit.de

TÜV warnt vor Cyberrisiken und Sicherheitsmängeln an tausenden Aufzügen: Laut aktuellem Anlagensicherheitsreport wiesen letztes Jahr rund zwei Drittel der geprüften 723.000 Anlagen Mängel auf – deutlich mehr als in den Vorjahren. Als Hauptursache gelten fehlende Nachweise zu Cyberschutzmaßnahmen, zu denen Betreiber gesetzlich verpflichtet sind. In etwa 5800 Fällen fanden die Prüfer gefährliche Mängel; rund 3000 Aufzüge mussten sofort stillgelegt werden. Der TÜV mahnt Betreiber, Wartung und Dokumentation konsequent umzusetzen, um Unfälle und Angriffe zu verhindern. zeit.de

RAT UND TAT

EU-Kommission plant “EU Inc.”: Die neue Unternehmensform soll künftig EU-weit die Gründung und Expansion vereinfachen; es ist ein vollständig digitales Verfahren, mit dem Betriebe innerhalb von zwei Tagen und für höchstens 100 Euro eine Firma registrieren können. Auch Steuer- und Umsatzsteuernummern sollen automatisch vergeben werden. Ziel ist, die Abwanderung von Gründern in die USA zu stoppen und den europäischen Binnenmarkt zu stärken. Wirtschaftsverbände erwarten, dass die neue Rechtsform auch etablierten Mittelständlern die Expansion in andere EU-Länder erleichtert. n-tv.de, rnd.de

Mehr Kinder bei Paaren mit Homeoffice: Paare, die teilweise von zu Hause arbeiten, bekommen im Schnitt 14 Prozent mehr Kinder als solche ohne Homeoffice – das zeigt eine internationale Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts und der Universität Stanford auf Basis von Daten aus 38 Ländern. Für Unternehmen unterstreicht das Ergebnis, dass flexible Arbeitsmodelle nicht nur Mitarbeiter binden, sondern auch die Kinderbetreuung erleichtern. Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärkt langfristig Zufriedenheit und Stabilität im Team. zdfheute.de

Bauministerin Verena Hubertz für schnelle Lösung beim Mutterschutz für Selbstständige. Sie begründet dies damit, dass der Aufbau von Unternehmen durch Frauen gestärkt werden müsse und Schwangerschaft kein betriebswirtschaftliches Risiko für Gründerinnen und Selbstständige sein dürfe. Die schwarz-rote Koalition hat im Koalitionsvertrag vereinbart, umlagefinanzierte und andere Finanzierungsmodelle zu prüfen, um selbstständigen Müttern künftig vollen Mutterschutz zu ermöglichen. Bislang greift das Mutterschutzgesetz nur für Arbeitnehmerinnen, Auszubildende und Studentinnen; Selbstständige können sich derzeit nur freiwillig über private oder gesetzliche Krankenversicherung gegen Verdienstausfälle in den sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt absichern. zdfheute.de

ANGEZÄHLT

Deutsche Bank hat sich im Streit um Steuerrückzahlungen für mehrere Cum-Ex-Fonds mit dem Staat und anderen beteiligten Banken auf eine gemeinsame Pool-Lösung verständigt. Sie übernimmt dabei 29 Millionen Euro einer insgesamt 85 Millionen Euro hohen Steuerschuld und zahlte den Betrag an das Bundeszentralamt für Steuern, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Trotz der nun erzielten Verständigung bleibt Cum-Ex für das Institut ein Risiko, da im Geschäftsbericht weitere Ermittlungen aufgeführt werden und die Bank nach eigenen Angaben weiterhin mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert. lto.de

ZITAT DER WOCHE

“So schlecht ging es den deutschen Städten und Gemeinden seit 1945 nie zuvor.”

Präsident des Deutschen Städtetages und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert im Namen der Kommunen angesichts rasant steigender Defizite 30 Milliarden Euro jährliche Soforthilfe vom Bund. handelsblatt.com

ZULETZT

Lkw mit 15 Tonnen Gummibärchen in Mecklenburg-Vorpommern gestohlen: In Neustadt-Glewe ist ein mit Süßwaren beladener Sattelauflieger vom Gelände eines Autohofs verschwunden. Der Fahrer hatte den Anhänger am Morgen abgestellt und am Abend den Diebstahl bemerkt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 250.000 Euro, betroffen ist die Spedition “Transport+Logistik Bavaria”. tagesschau.de

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