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Ölreserve-Freigabe, Marineeinsatz in der Straße von Hormus, Mentalitätswandel, Entlastung bei Arbeitskosten, Zulauf bei deutschen Forschungseinrichtungen
in der Kalenderwoche 11, 2026
kuratiert von Egon Huschitt

Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Deutschland reagiert mit Ölreserve-Freigabe auf kriegsbedingten Energiepreisschock: Die Bundesregierung will 2,64 Millionen Tonnen aus der nationalen Ölreserve freigeben, um die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissprünge bei Öl und Sprit zu dämpfen. Zugleich unterstützt sie die von der Internationalen Energie-Agentur empfohlene, mit 400 Millionen Barrel größte koordinierte Reservefreigabe der 32 Mitgliedstaaten. Außerdem plant die Regierung, Preiserhöhungen an deutschen Tankstellen auf eine Anpassung pro Tag zu begrenzen; Preissenkungen sollen weiterhin jederzeit möglich sein. faz.net, tagesschau.de

G7 prüfen Marineeinsatz zum Schutz des Ölhandels in der Straße von Hormus: Nach einer Videokonferenz kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, dass eine internationale Arbeitsgruppe die Voraussetzungen für Geleitschutz untersuchen soll. Ziel ist, die Öltransporte über die für die Weltwirtschaft zentrale Passage wieder zu stabilisieren. Erste europäische Marineverbände sind bereits im östlichen Mittelmeer in Stellung gegangen. Die EU-Kommission betonte die Sicherung der Energieflüsse als oberste Priorität. zeit.de

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Das hilft allen: PKV-Mehrumsatz auf Rekordhoch. Über 15,5 Milliarden Euro pro Jahr können Arztpraxen, Therapeuten und Kliniken zusätzlich in Personal und moderne Medizintechnik investieren – dank ihrer höheren Umsätze mit Privatpatienten. Dieser PKV-Mehrumsatz sichert Beschäftigung und Innovation zugunsten aller – auch der gesetzlich Versicherten. Mehr auf pkv.de

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert Mentalitätswandel: Günther drängt auf mehr gesellschaftliche Anerkennung für längeres Arbeiten. Er kritisiert eine Haltung, in der vorzeitiger Ruhestand oder der frühe Verkauf des eigenen Unternehmens gesellschaftlich als Normalfall gelten, und fordert stattdessen mehr Resilienz, Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung bei Lebensunterhalt und Altersvorsorge. Politisch gefordert ist aus Günthers Sicht eine Reformagenda “ohne Tabus”, die Arbeitsanreize im Alter stärkt und Rolle wie Leistungsfähigkeit der Älteren neu bewertet. Parallel macht Günther Druck für ein striktes Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige, das er als Voraussetzung sieht, um kommende Generationen vor psychischen Belastungen und gesellschaftlichen Spaltungseffekten digitaler Plattformen zu schützen und so langfristig die wirtschaftliche Basis des Landes zu stabilisieren. rnd.de

Kanzler Friedrich Merz stellt schnelle Entlastung bei Arbeitskosten in Aussicht: Nach dem Spitzentreffen mit BDA, BDI, DIHK und ZDH stellte Friedrich Merz rasche Reformen der Sozialsysteme in Aussicht, um lohnbezogene Arbeitskosten zu senken und den Standort zu stabilisieren. Merz verwies dabei auf bereits laufende Kommissionsarbeiten, etwa zur Rentenreform, betonte aber, dass die notwendigen Anpassungen noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden müssten. Aus Sicht der Verbände steht der Wirtschaftsstandort nach drei Jahren Stagnation vor einem möglichen “Kipppunkt”. Gerade mittelständische Betriebe klagen über hohe Lohn- und Energiekosten, hohe Steuerlast, Bürokratie und lange Genehmigungsverfahren – im Handwerk “brennt die Hütte an vielen Stellen”, sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich. wiwo.de

Kanzler Friedrich Merz plant Rentenberechnung nach Lebensarbeitszeit: Für Beschäftigte soll künftig die Zahl der Beitragsjahre entscheidender für die gesetzliche Rente werden als ein fest definiertes Renteneintrittsalter. Es solle weniger darauf ankommen, ob jemand mit 61, 65 oder 68 Jahren in den Ruhestand geht, sondern wann die Erwerbsbiografie begonnen hat und wie lange Beiträge gezahlt wurden. Zugleich kritisiert Merz die politische Debatte über eine Rentenhaltelinie von 49 Prozent als zu kurz gegriffen und betont die Bedeutung eines frühzeitigen Aufbaus privater Altersvorsorge. Merz verweist auf den bereits mit der SPD vereinbarten Kurs, betriebliche und private kapitalgedeckte Systeme als zweite und dritte Säule neben der gesetzlichen Rente zu stärken. zeit.de

Deutsche Forschungsorganisationen registrieren deutlichen Anstieg von Bewerbungen aus den USA: Die Humboldt-Stiftung meldet 2025 rund 32 Prozent mehr Anträge aus den USA als im Vorjahr. Bei der Helmholtz-Gemeinschaft steigt die Zahl der langfristig Forschenden mit US-Staatsbürgerschaft um 11 Prozent, während die Zahl der US-Gastwissenschaftler um 17 Prozent sinkt; auch bei der Max-Planck-Gesellschaft verdreifacht sich im “Lise-Meitner-Exzellenzprogramm” die Zahl der Bewerbungen aus den USA. Der DAAD verzeichnet eine Verdopplung der US-Anträge auf Studienstipendien und 31 Prozent mehr Bewerbungen für geförderte Praktika von Bachelor-Studierenden; zusätzlich wächst das Interesse aus weiteren Ländern. Als Treiber gelten verschlechterte Arbeitsbedingungen in der US-Forschung, verschärfte Visaregeln mit 100.000 Dollar Gebühr pro Visum, politische Eingriffe der Trump-Regierung in die Forschungsfreiheit sowie scharfe Konflikte mit Spitzenuniversitäten wie Harvard, denen zeitweise sogar die Aufnahme internationaler Studierender und deren Einreise untersagt wurde. zdfheute.de

Weitere Meldungen:

  • Jahreszahlen 2025: Gewinn bei VW um fast die Hälfte eingebrochen. tagesschau.de
  • Auftragsminus im Januar: Deutsche Unternehmen drosseln Produktion überraschend. zdfheute.de
  • Inflationsrate in Deutschland sinkt vor Irankrieg auf 1,9 Prozent. zeit.de
  • Bund und Länder fördern zehn Universitätsstandorte mit Millionensumme. zeit.de
  • Biontech-Gründer ziehen sich zurück; Aktie bricht ein. handelsblatt.com
  • Tierschutz besser kontrollieren: Videoüberwachung soll Pflicht in großen Schlachthöfen werden. tagesspiegel.de

DIGITALISIERUNG

Jedes dritte Unternehmen von unerwarteten Kosten und höherem Betreuungsaufwand bei KI-Nutzung überrascht: Viele deutsche Unternehmen sehen in Digitalisierung und KI handfeste Effizienzgewinne, kämpfen aber gleichzeitig mit internen Hürden und begrenzten Ressourcen. 93 Prozent der Firmen mit mindestens 20 Beschäftigten erkennen Vorteile der Digitalisierung, doch etwa die Hälfte hat Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung und zwei Drittel sehen Nachteile durch zu langsames Vorgehen, vor allem wegen fehlender Zeit und teils knapper Budgets. Ein Fünftel der KI-Anwender hat infolge des KI-Einsatzes bereits Stellen abgebaut. Knapp die Hälfte berichtet von Qualitätsgewinnen. Ein Drittel der KI-Nutzer war von den tatsächlichen Kosten überrascht, weil KI-Agenten mehr Betreuung durch Mitarbeiter erfordern als erwartet. heise.de

Meta gibt europäische Digitalsteuer weiter: Für Werbekunden in mehreren europäischen Staaten erhebt die Facebook‑Mutter Meta künftig zusätzliche Gebühren, um nationale Digitalsteuern zu kompensieren. Je nach Land liegt der Aufschlag zwischen zwei und fünf Prozent. Meta begründet den Schritt mit veränderten Rahmenbedingungen und verweist darauf, dass auch Google und Amazon vergleichbare Digitalsteuern an Werbetreibende weitergeben. Hintergrund sind Sonderabgaben etwa in Großbritannien, Frankreich und der Türkei, die die Umsätze internationaler Technologiekonzerne im jeweiligen Land besteuern. wiwo.de

Nur Bruchteil kritischer Unternehmen beim BSI registriert: Kurz vor Ablauf der Registrierungsfrist haben sich laut Bundesregierung nur knapp 5000 von rund 29.500 für die kritische Infrastruktur relevanten Unternehmen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeldet. Die Pflicht zur Anmeldung ist Teil der EU-Richtlinie NIS-2, die Cybersicherheitsstandards europaweit vereinheitlichen soll. Unternehmen müssen beim BSI Stammdaten und Ansprechpartner hinterlegen, damit im Krisenfall schnell gewarnt werden kann. Wer die Frist verpasst hat, riskiert nun Zwangs- und Bußgelder sowie mögliche Aufsichtsverfahren. golem.de

RAT UND TAT

Bundesregierung startet “Fachkräfte-Allianz” mit Unternehmen und Verbänden: Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan hat die “Allianz zur fairen internationalen Fachkräftegewinnung” ins Leben gerufen. Ziel ist es, deutsche Unternehmen stärker mit Partnern der Entwicklungszusammenarbeit zu vernetzen, um qualifizierte Arbeitskräfte gezielt nach Deutschland zu bringen. Neben dem BMZ beteiligen sich unter anderem DGB, DIHK, ZDH sowie Unternehmen wie DHL oder Randstad. Parallel startet Arbeitsministerin Bärbel Bas regionale “Fachkräftewerkstätten”, um auch inländische Potenziale besser zu heben. tagesspiegel.de

EU-Parlament stimmt für Online-Talentpool zur Fachkräftevermittlung aus Drittstaaten: Die Jobbörse soll Betriebe entlasten, die unter akutem Fachkräftemangel leiden, und ihnen den Zugang zu qualifizierten Bewerbern erleichtern. Die Teilnahme der Mitgliedsstaaten bleibt freiwillig, der Service für Arbeitgeber und Arbeitssuchende kostenfrei. Visa- und Aufenthaltsfragen müssen weiterhin über nationale Verfahren geregelt werden. Der Starttermin der Plattform steht noch aus. yahoo.com

DPMA meldet 2025 kräftigen Anstieg bei Patenten, Marken und Gebrauchsmustern: Für mittelständische Unternehmen wird die Sicherung geistigen Eigentums wichtiger. Im Patentbereich registrierte das DPMA 62.050 Anmeldungen, davon 42.349 aus dem Inland und 19.701 aus dem Ausland, mit Schwerpunkten im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Chemie. Besonders dynamisch wachsen digitale Technologiefelder wie Computertechnik, digitale Kommunikation und betriebswirtschaftliche Datenverarbeitungsverfahren, etwa zur Steuerung von Produktion, Logistik und Energieversorgung. Die Automobilindustrie bleibt wichtigster Innovationstreiber. Parallel dazu legten die Markenanmeldungen kräftig zu, getrieben vor allem durch Anträge aus China und den USA. markenartikel-magazin.de

ANGEZÄHLT

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr so viele Waffenlieferungen genehmigt wie nie zuvor. Deutsche Rüstungsexporte steigen 2025 auf Rekordwert von 13,1 Milliarden Euro. 5,6 Milliarden Euro davon entfielen auf Kriegswaffen – darunter Panzer, Flugzeuge und Schiffe – und 7,5 Milliarden Euro auf sonstige Rüstungsgüter wie Handfeuerwaffen oder Radartechnik, heißt es in einer Antwort auf eine Linken-Anfrage. Wichtigster Abnehmer war erneut die Ukraine mit Lieferungen im Wert von 2,27 Milliarden Euro, gefolgt von Norwegen, Schweden, der Türkei und Singapur. Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri ist Deutschland inzwischen der viertgrößte Waffenexporteur weltweit. Vor allem die Rüstungsindustrie profitiert von dieser Entwicklung. rp-online.de

ZULETZT

Autoland sucht Chauffeur für Ex-Finanzminister Christian Lindner: Die Position umfasst bundesweite Fahrten nach Terminplan, Fahrzeugpflege und kleinere Botengänge. Bewerber sollen in Berlin wohnen und einen Führerschein der Klasse B besitzen; Berufserfahrung als Chauffeur gilt als Vorteil. Die Stelle ist auf langfristige Zusammenarbeit angelegt, Angaben zur Vergütung machte das Unternehmen nicht. berlin.t-online.de

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