AUS POLITIK UND MITTELSTAND
Neuer Mittelstandsatlas zeigt die regionalen Unterschiede: Der neue KfW-Mittelstandsatlas zeigt vor allem die regionale Vielfältigkeit des deutschen Mittelstandes. Erstmals wurde eine detaillierte Analyse nach Bundesländern vorgenommen. So ist der Mittelstand in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg deutlich stärker von Dienstleistungsunternehmen in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern geprägt als anderswo. Die höchsten Mittelstandsanteile an der gesamten Erwerbsbevölkerung eines Landes findet man in Schleswig-Holstein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit je über 90 %. Erstaunlich: eine klare Trennung zwischen ost- und westdeutschen Ländern lässt sich bei kaum einer Kennziffer finden. Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, sagt: „Der deutsche Mittelstand hat auch regionale Gesichter, die erstmals sichtbar werden. Hier liegen Chancen für eine verbesserte Regionalpolitik. Denn die Herausforderungen der Unternehmen unterscheiden sich durchaus ausgeprägter als bislang vermutet.“
kfw.de
Kein Recht auf weibliche Ansprache: Frauen haben kein Recht auf eine weibliche Ansprache in Formularen. Dies hat der Bundesgerichtshof am Dienstag in Karlsruhe entschieden. Das oberste deutsche Zivilgericht wies die Revision einer Sparkassen-Kundin aus dem Saarland zurück. Die Anrede “Kunde” für Frauen sei weder ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht noch ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, hieß es zur Begründung. Trotz ihrer Niederlage denkt die kampferprobte Seniorin nicht ans Aufgeben: “Ich ziehe auf jeden Fall vor das Bundesverfassungsgericht”, kündigte sie bereits vorab an.
tagesspiegel.de, spiegel.de
Jahresempfang des BVMW: Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) hatte geladen und alle waren gekommen: 3.500 Unternehmer, 80 Abgeordnete, 80 Botschafter sowie weitere hochrangige Gäste. Die neue Bundesregierung muss sofort eine Reformoffensive starten, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu sichern”, mahnte Mittelstandspräsident Mario Ohoven in seiner Ansprache. Den Ehrenpreis des deutschen Mittelstandes 2018 erhielt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries. “Brigitte Zypries hat sich um den Mittelstand verdient gemacht”, so Ohoven in seiner Laudatio. Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen verlieh den Preis “Partner der Reserve” an drei der Bundeswehr besonders verbundene Unternehmen. Auch der slowenische Staatspräsident Borut Pahor war zu Gast und unterstrich die Bedeutung der deutsch-slowenischen Wirtschaftsbeziehungen.
presseportal.de
Die Macht der Algorithmen: Mit der Diskussionsveranstaltung “Was kann die Industrie für die Netzsicherheit tun?” befasste sich das Wirtschaftsforum der SPD mit der Macht der Algorithmen. Bei Bankkrediten, der Vergabe von Arbeitsplätzen oder dem autonomen Fahren gilt: Die Algorithmen überwachen uns, aber wer überwacht die Algorithmen? “Wir wollen für die Bedeutung des Themas werben”, sagte Jens Zimmermann, netzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag. Das Problem: Unternehmen sehen ihre ausgefeilten Algorithmen in der Regel als Betriebsgeheimnis an. “Dabei muss es aber nicht darum gehen, das Heiligste vom Heiligsten offenzulegen”, so Zimmermann. Die Idee eines Algorithmen-TÜVs war aber in der Debatte schnell erledigt, mit einem Siegel sei es nicht getan, so Zimmermann weiter.
welt.de
Bündnis für mehr Datensicherheit: Datenschutzbehörden, aber auch Regierungsstellen, Vertreter internationaler Organisationen und Wissenschaftler aus aller Welt haben sich zur “Internationalen Arbeitsgruppe zum Datenschutz in der Telekommunikation” zusammengeschlossen, und nun ein Empfehlungspapier für den Umgang mit der steigenden Verbreitung von IoT-Geräten veröffentlicht. Maßgeblich geht es dabei um Datenschutz und Privatsphäre der User. So sollen Hersteller verpflichtet werden, besser über Updates zu informieren und diese auch über die Lebensdauer des Produkts zur Verfügung zu stellen.
netzpolitik.org
Nur noch Glasfaser: Der neue Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) kündigte in einem ZDF-Interview an, dass die künftige Bundesregierung sich vollständig auf den Glasfaser-Ausbau konzentrieren wolle, das verbreitete Vectoring-Verfahren werde nicht mehr staatlich gefördert. Diese neue Förderungsstrategie soll für ein deutschlandweites schnelles Internet-Netz sorgen, für das man bereit sei, “sehr viel Geld” in die Hand zu nehmen. Beim Vectoring werden nur bis zum Verteilerkasten Glasfaserkabel verwendet und das letzte Stück mit Kupferkabeln überbrückt. Dementsprechend ist die Leistungsfähigkeit vergleichsweise eingeschränkt. Braun erklärt, der Entschluss sei “ein glasklares Nein zu Vectoring”.
spiegel.de
Konsumenten-Marken: Moderne KI-Marketingtechnologien bieten Wettbewerbsvorteile horizont.net
Bitkom: Deutsche Firmen suchen bei Digitalisierung vor allem externe Hilfe channelpartner.de
Komplexe Inkassoverfahren: Weltweit Zahlungsansprüche durchzuführen bleibt schwierig marktundmittelstand.de
AUS GEZÄHLT
Mit 20.100 Insolvenzen gab es im Jahr 2017 so wenig Firmenpleiten wie noch nie seit der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 6,6 Prozent.
spiegel.de
RAT UND TAT
Neuer Test sucht bei Geflüchteten nach schlummernden Talenten: Die Bundesagentur für Arbeit hat in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung für Geflüchtete den Test “My Skills” entwickelt, mit dem ermittelt werden soll, welche Qualifikation Geflüchtete haben, die keine Zeugnisse oder Zertifikate vorweisen können. Ab sofort wird er in ganz Deutschland angeboten. Absolviert wird er in sicherer Testumgebung am Computer und dauert ca. vier Stunden. Dabei werden mit Bild- und Videobeispielen Tätigkeiten abgefragt, die am deutschen Arbeitsmarkt gerade gefragt sind. “Es nützt wenig, wenn etliche Syrer Erfahrungen im Goldschmiedehandwerk haben, aber in Deutschland kaum Goldschmiede gesucht sind“, so Frank Frick von der Bertelsmann Stiftung.
faz.net
Vorausschauende Fahrzeugwartung: Der US-Telekommnunikationskonzern AT&T und das Startup CarForce wollen mit Hilfe von einer Kombination aus KI und Machine Learning sowie IoT-Technologien eine Lösung für die sogenannte vorausschauende Fahrzeugwartung auf den Automobilmarkt bringen. Dank eines Diagnose-Moduls mit AT&T Global SIM ist das Fahrzeug mit einer weltweiten IoT-Plattform verbunden und meldet nahezu in Echtzeit den Wartungszustand des Wagens. Von der Plattform werden die Informationen dann in die Cloud der CarForce-Software übertragen. In Dänemark soll das System noch im ersten Quartal 2018 eingeführt werden, im Laufe des Jahres folgen nach Angaben der Unternehmen dann auch Frankreich, Deutschland und die USA.
industry-of-things.de
AUS GESPROCHEN
„Die Armut und auch das Armutsrisiko in Deutschland gehen für Einheimische wie auch länger hier lebende Migranten dank der guten Wirtschaftslage seit Jahren konstant zurück.”
Der Wirtschaftsrat der CDU hat die umstrittenen Äußerungen von Neu-Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) zu Hartz IV verteidigt. Jens Spahn hatte mit Blick auf den Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel gesagt, dass niemand in Deutschland Hunger leiden müsse, wenn es die Tafeln nicht gäbe.
nrz.de
AUS DER REIHE
“Superkorb”: Der Preisvergleich für den Online-Supermarkt: Gründer und CEO von Superkorb, Felix Schmitt, beschreibt sein Produkt so: „Wir nennen unsere App eine mobile Shopping-Plattform für Produkte des täglichen Bedarfs.“ Nutzer können Lebensmittel und Co. ihrem Warenkorb hinzufügen, am Ende berechnet die App, welcher Händler der preiswerteste ist. Im Gegensatz zu klassischen Preisvergleichs-Portalen werden also nicht einzelne Produkte verglichen, sondern der gesamte Einkauf. Anschließend werden dem Kunden noch preisgünstigere Ersatzprodukte angeboten, dann kann er wie gewohnt einen Lieferslot beim gewählten Supermarkt buchen. Aktuell ist die Superkorb-App nur im App Store von Apple verfügbar, eine Android-Version soll aber folgen.
superkorb.com