Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
US-Präsident Donald Trump plant Marine-Eskorten für Straße von Hormus: Der Verband Deutscher Reeder begrüßt den Vorstoß grundsätzlich, weil derzeit mehr als 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf blockiert sind und ohne geschützte Ausfahrt hohe Verluste und unkalkulierbare Versicherungsprämien drohen. Gleichzeitig warnt der internationale Branchenverband BIMCO, dass ein lückenloser Schutz aller in der Region operierenden Tanker unrealistisch ist, was die Planbarkeit von Routen und Frachtverträgen weiter einschränkt. tagesschau.de, n-tv.de, spiegel.de
EU-Kommission plant “Made in Europe”-Pflicht für öffentliche Aufträge in Schlüsselbranchen: Die Kommission hat dazu einen Gesetzesentwurf “Industrial Accelerator Act” vorgelegt, der die Nachfrage nach klimafreundlichen europäischen Produkten ankurbeln und Investitionen im Binnenmarkt halten soll. Unter bestimmten Bedingungen könnten auch Anbieter aus Ländern mit einschlägigen Freihandels- oder Beschaffungsabkommen profitieren, etwa aus Japan, Südkorea, Kanada oder Großbritannien, sofern Gegenseitigkeit gewährleistet ist und sektorweise Prüfungen dies erlauben. Mittelständische Unternehmen sehen sich nach Einschätzung der DIHK mit zusätzlichen Auflagen, Ursprungsnachweisen und komplizierten Leitmarkt-Regeln konfrontiert. Bevor die Vorgaben in Kraft treten, müssen EU-Parlament und Mitgliedstaaten zustimmen; besonders umstritten bleibt die Frage, welche Kriterien genau eine europäische Herkunft erfüllen muss. handelsblatt.com, faz.net, welt.de
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Hätten Sie’s gedacht? Auf zusammen 24,5 Prozent drohen die Beitragssätze in der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung zu steigen. Dabei ist schon die heutige Quote von 21 Prozent eine große Belastung für die Beitragszahler. Wenn wir diese Entwicklung stoppen und die Jüngeren nicht überfordern wollen, brauchen wir eine generationengerechte Finanzierung. So wie in der Privaten Krankenversicherung. Mehr auf pkv.de
Bund sieht strukturelle Defizite in Ostdeutschlands Wirtschaft: Auf der regionalpolitischen Jahrestagung in Halle warnte Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser vor anhaltenden Schwächen der ostdeutschen Wirtschaftsstruktur. Trotz eines für 2025 erwarteten Wachstums von 0,3 Prozent – leicht über Bundesdurchschnitt – bleibe die Wertschöpfung oft außerhalb der Region. Kaiser nannte hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und fehlende Konzernzentralen als Engpässe. Neue Großprojekte wie das Halbleitercluster in Sachsen und Investitionen über die Gemeinschaftsaufgabe GRW sollen den Strukturwandel voranbringen. Künftig will die Bundesregierung die Förderung stärker auf Mikroelektronik, Batterien, Wasserstoff und grünen Stahl ausrichten. sueddeutsche.de
Verbände warnen vor “Frontalangriff” auf Energiewende und Kleinanlagen: Ein Entwurf aus Wirtschaftsministerium sieht vor, die feste Einspeisevergütung für neue private Dach-PV-Anlagen unter 25 Kilowatt ab 2027 vollständig zu streichen, während größere Anlagen weiterhin einheitlich gefördert werden sollen. Branchenverbände wie BEE und BSW-Solar sprechen von einem “Frontalangriff” auf die Energiewende, warnen vor einem “Kahlschlag” beim Solarausbau und sehen insbesondere das Kleinanlagensegment und die Bürgerbeteiligung gefährdet. handelsblatt.com, fr.de
EU will Mercosur-Abkommen trotz laufender Prüfung vorläufig anwenden: Das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten soll noch vor Abschluss der juristischen Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof in Kraft gesetzt werden. Uruguay und Argentinien haben bereits ratifiziert, Brasilien dürfte in Kürze folgen. Damit können Unternehmen bald von neuen Zollregelungen profitieren – etwa beim Export von Maschinen, Fahrzeugen oder Chemieprodukten. Das formelle Inkrafttreten durch das EU-Parlament könnte zwar noch Monate dauern, doch Brüssel will mit der vorläufigen Anwendung ein Signal für offene Märkte und weniger Abhängigkeit von China setzen. tagesschau.de
Weitere Meldungen:
- Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lässt hohe Spritpreise überprüfen welt.de
- Bundesverband freier Tankstellen: Müssen erhöhte Einkaufspreise 1:1 weitergeben web.de
- US-Gericht: Unternehmen haben Anspruch auf Zoll-Rückzahlung web.de
- Arbeitslosenzahl bleibt oberhalb der Drei-Millionen-Marke tagesschau.de
DIGITALISIERUNG
KMU in Deutschland holen digital auf: 2025 erreicht gut ein Drittel der KMU in Deutschland eine hohe oder sehr hohe digitale Intensität und liegt damit nur im EU-Mittelfeld. Der zugrunde liegende Index stuft Betriebe als hoch digitalisiert ein, wenn sie mindestens sieben von zwölf Kriterien wie E‑Commerce-Anteil, IT-Sicherheitsregeln, Schulungen, KI-, Cloud- und ERP-Nutzung erfüllen. Gleichzeitig gelten 37 Prozent der KMU als niedrig digitalisiert, nur 9 Prozent erreichen ein sehr hohes Niveau. 84 Prozent der Großunternehmen in Deutschland sind hoch oder sehr hoch digitalisiert. wirmagazin.de
RAT UND TAT
Industrie verliert Vollzeitkräfte: Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist 2025 um 1 Prozent auf 16,88 Millionen gestiegen, während die Vollzeitstellen um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen zurückgingen. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erreichte die Teilzeitquote damit 39,9 Prozent – den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung. Besonders stark wuchsen die Beschäftigtenzahlen in Branchen mit traditionell hohem Teilzeitanteil wie Gesundheit und Soziales, während in der Industrie Rückgänge verzeichnet wurden. Trotz der Debatte um Mehrarbeit blieb die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit 2025 mit 30,4 Stunden stabil. n-tv.de
Homeoffice bleibt fester Bestandteil der Arbeitswelt: Laut aktueller Ifo-Umfrage liegt der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice im Februar bei 24,3 Prozent und damit seit Monaten stabil. Besonders hoch ist die Quote im Dienstleistungssektor mit 34,9 Prozent; in IT-Unternehmen arbeiten sogar mehr als drei Viertel der Beschäftigten teilweise von zu Hause. In der Industrie liegt der Anteil bei 15,4 Prozent, mit Spitzenwerten von gut 24 Prozent in der Autoindustrie. Der geringste Homeoffice-Anteil zeigt sich im Baugewerbe mit 4,5 Prozent – hier bleibt Präsenzarbeit die Regel. stern.de
Smartphones im Führungsalltag: Phubbing – also das Ignorieren von Gesprächspartnern zugunsten von Smartphone oder Smartwatch – ist in vielen Chefetagen zur Routine geworden und entwickelt sich zum unterschätzten Führungsrisiko im Mittelstand. Wer im Gespräch kurz aufs Display schaut, signalisiert Mitarbeitern, dass ihr Anliegen zweitrangig ist, was Vertrauen, Motivation und Teamkultur schwächt. Studien mit zehntausenden Teilnehmern belegen, dass dies mit Unzufriedenheit und Einsamkeit einhergeht; übertragen auf den Arbeitsplatz wird Aufmerksamkeit damit zu einer klar betriebswirtschaftlichen Ressource. marktundmittelstand.de
ANGEZÄHLT
Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks fehlen aktuell rund 200.000 Fachkräfte in Handwerksbetriebe. Ende Dezember waren 119.565 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, viele Betriebe melden ihre Vakanzen jedoch gar nicht. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte auf der Münchner Handwerksmesse Unterstützung zu und versprach, Steuererhöhungen zu verhindern. tagesspiegel.de
ZITAT DER WOCHE
DIHK-Präsident Peter Adrian warnt, beim globalen KI‑Wettbewerb den Anschluss zu verlieren. boersen-zeitung.de
ZULETZT
Schweizer Autokennzeichen “SO 1” bringt bei Solothurner Auktion 308.000 Euro: Damit wurde der zweithöchste Betrag erreicht, der in der Schweiz je für ein Kennzeichen gezahlt wurde. Der Kanton hatte die Auktion nach einer ersten, wegen unseriöser Gebote abgebrochenen Runde neu gestartet und dafür strengere Registrierungsregeln eingeführt. Laut “20 Minuten” lieferten sich Interessenten ein intensives Bieterduell. t-online.de