Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT
SPD will Erbschaftsteuer reformieren: Im privaten Bereich sollen kleine und mittlere Erbschaften entlasten werden. Für Unternehmensnachfolgen sind fünf Millionen Euro Freibetrag vorgesehen, darüber hinaus Stundungen bis zu 20 Jahren. Arbeitgeberverbände und Handwerksvertreter kritisieren die Pläne als Risiko für Familienbetriebe und Arbeitsplätze: BDA-Chef Rainer Dulger warnt vor zusätzlichen Hürden bei der Nachfolge, Handwerkspräsident Jörg Dittrich sieht die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Kanzler Friedrich Merz mahnt, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten, um keine Unsicherheit im Mittelstand zu schüren. Steuerexperten hingegen begrüßen den SPD-Vorstoß als Schritt zu mehr Gerechtigkeit, da bislang große Vermögen zu oft steuerlich geschont würden. rnd.de
- Rainer Zitelmann über das Vorbild Schweden: Dort wurde die Erbschaftssteuer abgeschafft – und das Land reicher. focus.de
Firmeninsolvenzen steigen zum Jahresende deutlich: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,2 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als im November. Besonders viele Insolvenzen je 10.000 Unternehmen meldeten Verkehr und Lagerei, gefolgt von Gastgewerbe und Baugewerbe. DIHK-Chefanalyst Volker Treier spricht von der höchsten Zahl insolvenzbedingter Betriebsaufgaben seit elf Jahren, rechnet 2025 mit deutlich mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen und fordert spürbare Entlastungen bei Steuern, Energiepreisen und Bürokratie. stern.de zeit.de
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LinkedIn-Tipp Nr. 4 von Expertin Christiane Germann: Bitte keine Gruppenfotos! Männerreihe im Anzug, dunkle Podien nebst Publikum von hinten – das klickt niemand. Besser: Nahaufnahmen in Aktion, spontane Schnappschüsse; Gruppen nur im Selfie-Modus. Für einen besseren LinkedIn-Auftritt eine Schulung bei der Expertin buchen: amtzweinull.de
SPD schlägt “Deutschland-Korb” mit günstigen Grundnahrungsmitteln vor: Ziel ist es, Verbraucher spürbar zu entlasten. Wirtschaftsverbände und Ökonomen kritisieren den Plan jedoch als überflüssigen Eingriff in den Markt: Die Ernährungsindustrie verweist auf bestehende Discounter-Angebote, während Experten vor Wettbewerbsverzerrungen und Qualitätseinbußen warnen. Für mittelständische Produzenten und Händler steht die Sorge im Raum, dass zusätzliche Regulierung den Preisdruck weiter verschärft. tagesspiegel.de
Grüne Woche startet: Auf der Messe präsentieren rund 1600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern Produkte und Trends der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Mecklenburg-Vorpommern als Partnerland zeigt regionale Stärken. Der Deutsche Bauernverband warnt derweil vor einer “desaströsen” Preissituation und fordert weniger Bürokratie sowie Sonderregeln beim Mindestlohn, was für mittelständische Verarbeiter sowohl höhere Erzeugerpreise als auch Kostenrisiken im internationalen Wettbewerb bedeuten kann. morgenpost.de, rbb24.de
Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan will Entwicklungspolitik stärker an Wirtschaftsinteressen ausrichten: Das BMZ will deutsche Unternehmen stärker einbinden, etwa beim Wiederaufbau der Ukraine und beim Zugang zu Rohstoffen. Das Engagement konzentriert sich künftig auf Regionen mit sicherheits- oder migrationspolitischer Relevanz – vor allem Nordafrika und die Sahel-Zone, während Projekte in Lateinamerika und Südostasien auslaufen. Für Schwellenländer gibt es statt Zuschüssen nur noch Kredite. Ziel ist, trotz sinkender Mittel eine effektivere und wirtschaftsnahe Entwicklungspolitik zu etablieren. tagesschau.de
Deutschland und Indien vertiefen Wirtschafts- und Rüstungskooperation: Beim Antrittsbesuch von Kanzler Friedrich Merz in Indien haben Regierungsvertreter und Unternehmen beider Länder 27 Absichtserklärungen in Schlüsselbranchen unterzeichnet. Dazu zählen Kooperationen bei Rüstung, Energie, kritischen Rohstoffen und Fachkräften. Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS rechnet mit Aufträgen über sechs U-Boote, Uniper mit Lieferungen von bis zu 500.000 Tonnen Ammoniak pro Jahr. Für den Mittelstand eröffnet der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen neue Absatzchancen und Kooperationsfelder, insbesondere in Technologie-, Energie- und Gesundheitsbranchen. Zudem will Deutschland indische Pflegekräfte gezielter anwerben – mit vereinfachten Anerkennungsverfahren und standardisierter Ausbildung. tagesschau.de welt.de
Weitere Meldungen:
- Lufthansa will kostenfreies Internet auf allen Flügen anbieten. zeit.de
- Zahl der Apotheken sinkt auf Tiefstand seit fast 50 Jahren. tagesspiegel.de
- Deutsche Bank findet Interessenten für Indien-Geschäft. handelsblatt.com
- Beamtenbund: Fachkräftelücke im öffentlichen Dienst wächst. tagesschau.de
- Aldi will in den USA expandieren – 180 neue Filialen geplant. handelsblatt.com
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DIGITALISIERUNG
SPD plant 250-Millionen-Euro-Programm für KI-Gutscheine im Mittelstand: Geplant ist eine Förderung, mit dem Betriebe bis zu 50.000 Euro Zuschuss erhalten können, über die Hälfte aus Bundesmitteln finanziert. Die Förderung soll nach dem “first come, first serve”-Prinzip vergeben und ausschließlich bei europäischen KI-Anbietern einlösbar sein. Damit sollen Beratungen, Implementierungen und Schulungen zur KI-Nutzung unterstützt werden. Union und Mittelstandsvertreter warnen jedoch vor zusätzlicher Bürokratie und zweifeln an der Wirksamkeit des Vorstoßes ohne verlässliche Infrastruktur und klare rechtliche Rahmenbedingungen. n-tv.de
Automatische Steuererklärung: Das Finanzamt in Kassel erstellt ein Pilotprojekt erstmals automatisch Steuererklärungen für Bürger – auf Basis vorhandener Daten. In Mitteldeutschland stößt das Modell auf großes Interesse. Thüringen will die sogenannte Amtsveranlagung bereits 2026 einführen, sofern die technischen Voraussetzungen stehen. Auch Sachsen und Sachsen-Anhalt unterstützen den Ansatz, fordern jedoch eine bundeseinheitliche Regelung für den digitalen Datenaustausch. Zustimmung kommt auch von der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, die in der Automatisierung Entlastung für Finanzbeamte und effizientere Bearbeitung komplexer Fälle sieht. mdr.de
RAT UND TAT
Jeder dritte Selbstständige blickt pessimistisch auf 2026: Mehr als ein Drittel der Selbstständigen in Deutschland erwartet laut Ifo-Institut eine Verschlechterung der Geschäftslage im Jahr 2026, nur 14 Prozent rechnen mit Besserung. Besonders Solo- und Kleinstunternehmen zeigen sich skeptisch. Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland fordert politische Unterstützung bei Beitragsbemessung, Altersvorsorge und Finanzierung, da fast jeder Zweite die Kreditvergabe als restriktiv erlebt. Ohne gezielte Entlastungen drohe vielen kleinen Betrieben ein “stilles Sterben”. spiegel.de
Ritter Sport verliert Markenstreit gegen Mannheimer Haferriegel-Hersteller: Die Richter am Landgericht Stuttgart sahen keine Verletzung der geschützten Quadratmarke, obwohl Wackers Haferriegel ebenfalls quadratisch verpackt ist. Der Mittelständler mit 30 Mitarbeitenden reagierte mit einem humorvollen “Klageriegel”-Produkt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig; Ritter Sport prüft Rechtsmittel. spiegel.de
ANGEZÄHLT
Immer mehr Privatpersonen entdecken den Kapitalmarkt! 2025 hielten im Schnitt 14,1 Millionen Menschen in Deutschland Aktienfonds, ETFs oder Einzelaktien – zwei Millionen mehr als im Vorjahr, wie das Deutsche Aktieninstitut mitteilt. Besonders stark wächst das Interesse in der Altersgruppe unter 40. spiegel.de
ZITAT DER WOCHE
Kanzler Friedrich Merz mahnt längere Arbeitszeiten an; die Arbeitskosten in Deutschland seien einfach zu hoch. tagesspiegel.de
ZULETZT
“Sondervermögen” ist Unwort des Jahres: Der hübsch glänzende Begriff im Staatsdeutsch beschreibt nichts anderes als neue Schulden in Nebenhaushalten für bestimmte Projekte; also eher Kreditlinie als Kasse. Während Mittelständler ihre Verbindlichkeiten nüchtern in der Bilanz ausweisen müssen, verkauft der Staat neue Kredite sprachlich als Extratopf, der nach zusätzlichem Eigentum klingt und vielen Bürgerinnen und Bürgern die wahre Haushaltslage verschleiert. tagesschau.de