Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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PRESSESCHAU
FAZ: SPD, Grüne und FDP wollen Gespräche für Koalition führen
Handelsblatt: Gerissene Lieferketten (Versorgungskette zwischen Nordseehäfen und europäischem Hinterland)
SZ: Grüne und FDP bereit für Ampel
Tagesspiegel: Licht oder Irrlicht? (Ampelkoalition sondieren)
Welt: FDP und Grüne wollen Ampel mit SPD sondieren
NACHRICHTEN
Benzinpreis erreicht höchsten Stand seit 2013
tagesspiegel.de, spiegel.de
- Für einen Liter E10 müssen Autofahrer derzeit im bundesweiten Schnitt 1,609 Euro bezahlen, sagte ADAC am Mittwoch. Im Vergleich zur Vorwoche sind das 2,8 Cent mehr
- Preis für Diesel stieg noch deutlicher an, um 3,4 Cent auf insgesamt 1,478 Euro
- Ursache für hohe Spritpreise sind laut ADAC die hohen Rohölpreise
- Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostet auf dem Weltmarkt zur Zeit rund 83 Dollar (knapp 72 Euro) – fünf Dollar mehr als in der Vorwoche
- Commerzbank spricht in einem Kommentar von einer “Energiepreiskrise”, die ausgehend vom Gasmarkt auf den Erdölmarkt überzugreifen drohe
- Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte indes an, die Gaslieferungen nach Europa zu erhöhen
Deutsche Post erhöht Briefporto zum Jahreswechsel
tagesspiegel.de, zeit.de
- Versand eines Standardbriefs im Inland soll ab Januar 85 Cent kosten und damit 5 Cent mehr als bisher
- Andere Briefprodukte sollen ebenfalls 5 Cent teurer werden, etwa der Maxibrief
- Deutsche Post begründete dies mit höheren Kosten
- Grundlage für geplante Portoerhöhungen ist Erhöhungsspielraum, den die Bundesnetzagentur vorgibt
- Laut Post werde mit Portoerhöhungen nur ein Teil der Kosteninflation ausgeglichen
- Genehmigter Spielraum sei weniger als der Ausgleich der zwischenzeitlich eingetretenen Lohnkostensteigerungen und erst recht kein Ausgleich für die in den nächsten Jahren zu erwartende Steigerung der Stückkosten
Twitch-Leak: Einnahmen aller Streamer und Quellcodes veröffentlicht
welt.de, heise.de
- Bei Streaming-Plattform Twitch sind nach Datendiebstahl unter anderem Informationen zu Einkünften prominenter Nutzer veröffentlicht worden
- Ein Unbekannter hatte ein großes Datenpaket ins Netz gestellt, das nach seinen Angaben auch den Quellcode hinter diversen Twitch-Funktionen enthält
- Die Amazon-Tochterfirma bestätigte am Mittwoch einen unerlaubten Datenzugriff, äußerte sich aber zunächst nicht zur Echtheit der Inhalte
- Man arbeite unter Hochdruck daran, das Ausmaß zu verstehen, teilte Twitch bei Twitter mit
- Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure: “Da auch Quelltexte geleakt wurden, ist davon auszugehen, dass diese nun von weiteren Cyberkriminellen nach weiteren Schwachstellen durchsucht werden.”
- Die Livestream-Plattform Twitch gehört seit 2014 zu Amazon
Lufthansa und TUI bereiten Staatsausstieg vor
n-tv.de, faz.net, handelsblatt.com
- Nach Lufthansa will auch deutsch-britischer Reisekonzern TUI staatliche Hilfen mit milliardenschwerer Kapitalerhöhung zurückzahlen
- Geplant sei die Ausgabe neuer Aktien für 1,1 Milliarden Euro, teilte TUI am Mittwoch mit
- Mit dem Geld will das Unternehmen den von der staatlichen KfW-Bank gewährten Kredit von 375 Millionen Euro tilgen. Zudem sollen Bankschulden verringert werden
- Konzernchef Fritz Joussen: “Mit der Kapitalerhöhung kommen wir unserem Ziel, die staatlichen Kredite zügig zurückzuführen, einen großen Schritt näher.”
- Lufthansa hat ihre 2,14 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung auf Anhieb vollständig bei eigenen Aktionären und anderen Anlegern untergebracht
- Mit dem Erlös will die Fluggesellschaft die Stillen Einlagen des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), von denen sie 2,5 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat, bis Ende des Jahres zurückgezahlt haben
BGH verlangt Neuberechnung der Zinsen in Prämiensparverträgen
wiwo.de, spiegel.de
- Bankkunden mit Prämiensparverträgen aus den Neunziger- und Zweitausenderjahren dürfte in vielen Fällen Zinsnachzahlung zustehen
- Bundesgerichtshof (BGH) erklärte – wie erwartet – die vor allem bei Sparkassen damals weit verbreitete Klausel zur Zinshöhe für unwirksam
- Laut diesen Klauseln konnten die Sparkassen den Zins oft frei festlegen und per Aushang bekanntgeben
- Angesichts der Niedrigzinsphase hatten Kreditinstitute die Zinsen deutlich gesenkt, die Kriterien im Vertrag aber nicht konkret benannt
- Der BGH machte nun Vorgaben, wie Zinsanpassungen zu berechnen sind
Drohende Geldstrafe für Apple in der EU
tagesspiegel.de
- Insiderberichten zufolge droht Apple wegen des Bezahldienstes Apple Pay eine hohe Geldbuße innerhalb der EU
- Mit dem Thema vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass dies den US-Konzern dazu zwingen könnte, Bezahlsystem auch für Rivalen zu öffnen
- Einem Insider zufolge arbeitet EU-Kommission derzeit an Beschwerdepunkten, die Apple im kommenden Jahr zugesendet werden
- Erste Wirtschaftsverbände liebäugeln mit der Ampel welt.de
- Deutsche Industrie erhält deutlich weniger Aufträge zeit.de
- Bundesweiter Streik auf Baustellen droht n-tv.de
- Fluggäste haben auch bei Streik Anrecht auf Entschädigung faz.net
- Wirecard-Jäger erhebt schwere Vorwürfe gegen Immobilienkonzern Adler handelsblatt.com
- DIW-Studie: Riester-Rente verfehlt ihr Ziel spiegel.de
- EEG-Umlage wird 2022 wohl deutlich sinken n-tv.de
- Chipkrise kippt Produktionsziele von Daimler spiegel.de
- Neue Gesamtbetriebsräte bei Daimler und Daimler Truck im Dezember handelsblatt.com
- Amazon eröffnet erstes Warenhaus in Europa n-tv.de
DIGITALISIERUNG
Digitalexperten kritisieren die Monopolstellung Facebooks: Der Facebook-Crash zeigt, dass der Konzern zu viel Marktmacht besitzt und mit seinem zentralen System extrem störanfällig ist, sagen Digitalexperten. Der Crash habe zudem gezeigt, welche Monopolstellung der Konzern in vielen Ländern einnimmt, erklärte etwa die Berliner FDP-Digitalexpertin Ann Cathrin Riedel. Gerade in Ländern Afrikas und Südamerikas seien zahlreiche Menschen geradezu abhängig vom Facebook-Konzern, da dieser mit zahlreichen Mobilfunkanbietern vor Ort kooperiere. Denn bei der Verwendung der Facebook-Dienste fällt dort kein Datenvolumen an – im Gegensatz zum restlichen Internet. Der Ausfall sei für die Menschen dort also gleichbedeutend mit einem kompletten Internetausfall. Diese Monopolstellung ist laut Experten gefährlich. Grundsätzlich müsse die Politik das Internet betreffend viel mehr auf Cybersicherheit setzen – das Risiko für kritische Ausfälle könne so reduziert werden.
berliner-zeitung.de, tagesspiegel.de
Google will Digitalisierung Afrikas fördern: Google will über die nächsten fünf Jahre eine Milliarde Dollar – also 862 Millionen Euro – in die Digitalisierung Afrikas investieren. Unter anderem mit einer neuen Untersee-Kabelverbindung, die schnellere Internetgeschwindigkeiten und niedrigere Verbindungskosten ermöglichen soll. Das “Equiano” genannte Glasfaserkabel soll durch die Länder Südafrika, Namibia, Nigeria und die abgelegene Insel St. Helena verlaufen und den Kontinent mit Europa verbinden. In Afrika haben gerissene Unterseekabel wiederholt zu massiven Internet-Problemen geführt. Anfang 2020 waren zwei Kabel im Atlantik ausgefallen, die etliche Länder Afrikas mit Europa verbinden. Dadurch wurden auch internationale Anrufe sowie mobiles Roaming beeinträchtigt.
svz.de, onvista.de
- Deutsche Börse: Nachhandelsplattform D7 veröffentlicht, erstmals digitale Wertpapiere in Deutschland finanzen.net
- Regensburg liegt bei Digitalisierung unter den besten zehn in Deutschland br.de
- Digitale Krankschreibung: Ärzten fehlt es an der nötigen Technik und an funktionierender Software ostsee-zeitung.de
- Politik: Gut zwei Drittel der Wahlberechtigten wünschen sich ein starkes, eigenes Digitalministerium handelsblatt.com
- Spitalsärzte-Kongress 2021: Digitalisierung in Krankenhäusern wird diskutiert ots.at
BLOCKCHAIN
Erstes Blockchain-Netzwerk mit erneuerbarer Energie: Phaeton Blockchain wird durch verschiedene Formen erneuerbarer Energie betrieben. Unternehmen können damit fortschrittliche Lösungen in den Bereichen Identitätsmanagement, Immobilien, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und kryptografisches Staking für passives Einkommen nutzen. Die mit erneuerbarer Energie betriebene Phaeton Blockchain ist die erste ihrer Art. Sie soll die Geschwindigkeit, Sicherheit und Smartness von Blockchains gewährleisten, ohne einen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen. Das Unternehmen baut Solarfarmen, Wasserstoffspeicher und Windturbinen, um ihre Rechenzentren mit Strom zu versorgen.
de.cointelegraph.com
Krypto-Klinik verzeichnet Ansturm von Abhängigen: Castle Craig in Schottland gilt als weltweit erste Klinik zur Behandlung von Krypto-Süchtigen. Die Nachfrage nach Therapieplätzen dort soll sich zuletzt verzehnfacht haben. Psychologen sehen eine Ähnlichkeit zwischen Krypto-Trading und Glücksspiel. Krypto-Sucht sei oft begleitet von Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Die meisten Krypto-Süchtigen würden ständig am Smartphone oder am Computer die Kurse checken. Werde ihnen das Smartphone weggenommen, reagieren sie mit Angst, Schweißausbrüchen oder Panikattacken. Es werden in der Klinik auch Menschen behandelt, die – zum Beispiel im Drogenrausch – ihren Zugang zu ihren Bitcoin-Vermögen verloren haben. Das Wissen um den möglichen Reichtum und darum, dass sie aufgrund des fehlenden Zugangsschlüssels dort nicht herankämen, bringt einige zu Verzweiflung und Selbstmordversuchen.
t3n.de, bild.de
- Kryptowährung: U.S. Bank bietet einen Kryptowährungsverwahrdienst für institutionelle Investoren an de.cointelegraph.com
- Schweizer Post präsentiert die erste Krypto-Briefmarke de.beincrypto.com
- Kinokette: AMC führt Krypto-Zahlungen für E-Geschenkkarten ein invezz.com
- Crypto Finance Conference: kommender Januar wieder als physische Veranstaltung finews.ch
- Krypto-Wallet-Adressen: Neue Allianz will “Wallet” als neuer Domain de.cryptonews.com
STRATEGIE & MANAGEMENT
Biontech-Partner Dermapharm will sich langfristig bei Impfstoffen engagieren: Dermapharm-Chef Hans-Georg Feldmeier plant, im nächsten Jahr bis zu 500 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs zu produzieren. Mittlerweile stellt Dermapharm Kapazitäten bereit, um im kommenden Jahr bis zu 500 Millionen Dosen herzustellen. Das Unternehmen sehe in Biontech einen langfristigen Partner. So wurde Dermapharm neben Biontech bereits in den Kreis der Firmen aufgenommen, mit denen künftig bestimmte sogenannte Leerkapazitäten für die Produktion von Impfstoffen vorgehalten werden sollen. Im Falle einer neuen Pandemie könne dann die Impfstoffherstellung innerhalb kürzester Zeit wieder hochgefahren werden. Die EU und die Bundesregierung hatten diese Pläne vorangetrieben und eine entsprechende Ausschreibung gestartet. handelsblatt.com
Chipmangel lässt Absatz von Mercedes-Benz einbrechen: Im dritten Quartal ist der Absatz der Daimler-Tochter Mercedes-Benz um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Mercedes rechnet auch für die kommenden Quartale mit Problemen. In vielen Regionen gab es prozentual zweistellige Rückgänge, so auch in Deutschland und Europa sowie im größten Markt China. Das Unternehmen bietet an, dass Kunden ihr Auto auch vergünstigt mit reduzierter Ausstattung kaufen können. Sollte ein Kunde mit diesem Angebot nicht einverstanden sein, könne er vom Kaufvertrag zurücktreten, wer ein Auto mit der reduzierten Ausstattung abnimmt, kann aus technischen Gründen nicht mit einer späteren Nachrüstung rechnen.
focus.de
ZITATE
Facebook-Chef Mark Zuckerberg trat den Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen in einer in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter entgegen.
manager-magazin.de
Mit diesen Worten hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Entscheidung von Grünen und FDP kommentiert, zunächst mit der SPD über ein mögliches Regierungsbündnis zu sprechen.
twitter.com
ZULETZT
Briten stürzen sich auf Tiefkühl-Truthahn
n-tv.de
- Angesichts jüngster Versorgungsprobleme in Großbritannien erwartet Handelskette Tesco stärkere Nachfrage nach tiefgefrorenen Truthähnen, einem beliebten Weihnachtsessen
- Laut einem Bericht der “Times” fehlen derzeit 15.000 Arbeitskräfte für die Fleischindustrie
- Tesco-Chef Ken Murphy: “Wir sehen derzeit einen Anstieg von zehn Prozent bei Truthahn, und es besteht eine spürbar erhöhte Nachfrage nach gefrorenen Truthähnen.”
- Zwar seien einige Lieferprobleme nicht auszuschließen, aber Lieferketten und Bevorratung funktionierten derzeit gut
- Dazu habe auch beigetragen, dass das Unternehmen bei einigen Produkten wie Pasta die Auswahl etwas verringert habe, um Druck auf Lieferketten zu verringern