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Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.

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KW 9: Lockdown verlängert, Fahrplan für Öffnungen bekannt gegeben, Einzelhandel verzeichnet Umsatzeinbruch im Lockdown, Mittelstand fordert Krisentreffen mit Bundesregierung
3. März 2021

POLITIK UND MITTELSTAND

Lockdown verlängert, Fahrplan für Öffnungen bekannt gegeben: Der Bund-Länder-Gipfel zur aktuellen Corona-Lage am Mittwoch hat nach langen Verhandlungen zwar eine Verlängerung des geltenden Lockdowns bis zum 28. März bekannt gegeben, gleichzeitig aber einen Fahrplan für Öffnungen in den Bereichen Handel, Kultur und Sport vorgestellt. So wurden erste Öffnungsschritte skizziert, die flankiert von Schnell- und Selbsttests einen sicheren Weg aus dem Lockdown weisen sollen. Zunächst können Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte künftig zu den Geschäften des täglichen Bedarfs gerechnet werden und unter Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen ab dem 8. März wieder öffnen. Dies gelte auch für körpernahe Dienstleistungsbetriebe und Fahrschulen. Generelle Öffnungen für Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos und Fitnessstudios sollen erst dann möglich sein, wenn zwei Wochen lang die Inzidenz stabil unter 35 gelegen hat.
tagesspiegel.de, spiegel.de
Einzelhandel verzeichnet Umsatzeinbruch im Lockdown: Wie kaum ein anderer Zweig der Wirtschaft leidet der Einzelhandel unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bereits im Dezember verzeichnete die Branche nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen Rekordeinbruch von 9,1 Prozent preisbereinigt, obwohl die Läden damals noch bis zum 15. Dezember geöffnet hatten. Im Januar setzte sich der Trend mit einem Minus von 4,5 Prozent fort. Der reale Absturz übertraf damit die Prognosen der Ökonomen, die von einem Minus von “nur” 0,3 Prozent ausgegangen waren. Auch das Ende der Mehrwertsteuersenkung zeichnet für die Verluste verantwortlich. Dennoch zeigen sich gravierende Unterschiede innerhalb der Branche. So konnte der durchgehend geöffnete Lebensmittelhandel ein Umsatzwachstum verzeichnen. Auch Läden, die über ein funktionierendes Online-Geschäft verfügten, konnten die Verluste begrenzen. Dagegen fiel der Umsatz im Modehandel um 76,3 Prozent. tagesschau.de

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Mittelstand fordert Krisentreffen mit Bundesregierung: Noch bevor erste Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels nach außen drangen, forderten Vertreter mittelständischer Unternehmen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Ausstieg aus dem Lockdown sowie die Einberufung eines Mittelstandsgipfels mit der Bundesregierung. Der Brief ist vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sowie Inhabern und Vorstandsvorsitzenden von 20 großen Mittelstands-Unternehmen unterzeichnet. Darin heißt es, für viele Mittelständler stehe n nicht weniger als die eigene Existenz auf dem Spiel, sollte es keine realistische Öffnungsperspektive geben. Ansonsten drohe ein Ausverkauf durch chinesische Direktinvestitionen.
rtl.de
: Das Wirtschaftsministerium hat Nachbesserungen bei den bestehenden Corona-Hilfen für Unternehmen bekannt gegeben. Ab sofort können betroffene Betriebe Vorschüsse in Höhe von bis zu 800.000 Euro beantragen – mehr als doppelt so viel wie bislang. Darüber hinaus wird die bestehende Zwei-Millionen-Grenze bei der Überbrückungshilfe aufgehoben. Damit ist es möglich, November- und Dezemberhilfe über der bisherigen Grenze von zwei Millionen Euro über die bundesweite Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de zu beantragen. Zudem können direkt betroffene Unternehmen für die beiden Monate Abschlagszahlungen von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum fordern. Laut Ministeriumsangaben sind bisher rund 7,2 Milliarden Euro dafür an die betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer ausgezahlt worden.
tagesschau.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast “Berlin Bubble” diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Maurer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

Weltmarktführer aus dem Mittelstand: Laut einer am Mittwoch publizierten Studie des Forschungszentrums Mittelstand der Universität Trier gehören 1674 Unternehmen aus Deutschland zu den Weltmarktführern in ihren Bereichen. Darunter fallen Firmen, die entweder unter die Top 3 des Weltmarktes fallen, oder in Europa führend in einer Marktnische sind sowie seit mehr als zehn Jahren existieren und einen jährlichen Umsatz zwischen fünf Millionen und einer Milliarde Euro erwirtschaften. Allein in Rheinland-Pfahls sitzen demzufolge rund neun Prozent von ihnen, nämlich 146 Betriebe. Drei Viertel davon arbeiten der Studie zufolge im verarbeitenden Gewerbe, davon ein Viertel im Maschinenbau. Die sogenannten Hidden Champions würden pro Jahr etwa 20 Milliarden Euro zu den Umsatzerlösen des Mittelstands beisteuern.
zeit.de
Kurzmeldungen

  • Braun, Grupp, Hipp & Co.: Wer die Erben bekannter Familienunternehmer sind wiwo.de
  • Podcast “Mittelstand im Wandel” des BVMW Bayern gestartet mittelstandinbayern.de
  • Umfrage der IHK Chemnitz: Mehrheit der Unternehmen lehnen Grenzschließungen nach Tschechien ab freiepresse.de
  • Unternehmen und Verbände sprechen sich für Schnelltests aus rheinpfalz.de
  • Brandbrief des Handelsverbandes Technik: “Sofort öffnen” merkur.de
  • Koalition einigt sich auf Lobbyregister – Kritik von Opposition faz.net
  • Erich Sixt tritt bei Autovermieter ab und übergibt an Söhne faz.net

RAT UND TAT

Stimmung im Mittelstand verhalten optimistisch: Die lautstarken Forderungen nach Öffnungen und Warnungen vor Pleitewellen würden es nicht unbedingt vermuten lassen, aber im Februar hat sich die Stimmung im Mittelstand positiv entwickelt. Das legen zumindest Zahlen des aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer nahe. Demnach kletterte das Geschäftsklima nach dem Lockdown-Schock im Januar wieder deutlich um 4,2 Zähler auf -10,1 Saldenpunkte. Und die Geschäftserwartungen liegen bei “nur noch” -8,9 Saldenpunkten, immerhin ein Anstieg von 6,8 Zählern im Vergleich zum Vormonat. Dabei sind vor allem Bau- und Industrieunternehmen von Zuversicht getrieben. Auf der anderen Seite stehen die kleinen und mittleren Einzelhandelsunternehmen, deren Lagebeurteilung mit -31,2 Punkten fast auf dem historisch niedrigen Niveau vom April des Vorjahres liegen. Doch auch hier verzeichnen die Zukunftserwartungen einen markanten Anstieg. Grund dafür dürften die lange Zeit fallenden Infektionszahlen sein, die nun allerdings seit Tagen bestenfalls stagnieren.
vdi-nachrichten.com
Studie widerlegt Angst vor “Zombiefirmen”: Im Zuge der Corona-Pandemie geistert das Schlagwort “Zombiefirmen” durch die deutsche Öffentlichkeit. Dahinter steht die Sorge, dass die staatlichen Rettungsmaßnahmen in Kombination mit anhaltend niedrigen Zinsen Unternehmen künstlich am Leben hielten, für die es eigentlich schon keine Grundlage mehr geben würde. Ein Problem solcher eigentlich unprofitablen Firmen: Sie binden Arbeitskräfte, die woanders sinnvoller und geschäftsträchtiger eingesetzt werden könnten. Nun hat eine Studie des “Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung” untersucht, was dran ist an der Angst vor der “Zombifizierung” der Wirtschaft. Das Ergebnis: Zwar würden die staatlichen Hilfsmaßnahmen, vor allem Soforthilfen, Kredite und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, offenbar in erheblichem Umfang Firmenpleiten verhindern, allerdings gelte dies noch nicht so sehr für den Mittelstand. Hauptsächlich seien Klein- und Kleinstunternehmen überproportional vom Phänomen der “Zombifizierung” betroffen, während auf Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern nur 0,3 Prozent aller unterdrückten Insolvenzen entfallen.
spiegel.de

Den richtigen Dienstwagen finden: Dienstwagen ist nicht gleich Dienstwagen. Wer jetzt auf Elektromobilität setzt, kann sich über eine milliardenschwere Förderung der Bundesregierung freuen. So belohnen Bund und Autobauer den Kauf eines reinen E-Autos mit einer Kaufprämie von bis zu 9.000 Euro, den eines Plugin-Hybrid mit mindestens 60 Kilometern elektrischer Reichweite mit 6.750 Euro Ersparnis. Das sorgt auch in der Kategorie Firmenwagen für einen Durchbruch. Hier gibt es signifikante Steuererleichterungen für Menschen, die ihren Dienstwagen auch privat nutzen. Die Dienstwagen-Sonderregelung wurde vom Bund bis zum Jahr 2030 verlängert. Profitieren können auch Menschen, die ihren hybriden oder elektrischen Dienstwagen an mehr als 47 Tagen im Jahr auch für den Arbeitsweg nutzen. Denn statt 0,03 Prozent werden bei batteriebetriebenen Autos nur noch 0,0075 Prozent des Listenpreises pro Kilometer berechnet. Kein Wunder, dass mittlerweile fast jeder siebte neuzugelassene Pkw einen Batterieantrieb hat.
marktundmittelstand.de
SPAC-Trend auch für Mittelstand attraktiv? SPAC sind Mantelgesellschaften, die Kapital per Börsengang einsammeln, um dieses dann in die Übernahme eines vorher nicht genau definierten Unternehmens zu investieren. Der Trend zu solchen Akquisitionszweckunternehmen nimmt besonders in den USA derzeit Fahrt auf. Im Interview mit der “Wirtschaftswoche” äußert der Start-up-Investor Klaus Hommels die Vermutung, dass das Thema auch auf den deutschen Mittelstand zukommen werde. Weil der Markt in den USA bald abgegrast sei, befürchtet Hommels einen strukturierten Ausverkauf der europäischen Hightech-Elite. Dagegen müssten sich sowohl europäische Start-ups, als auch Mittelständler wappnen. Dabei würden SPAC durchaus Chancen für Unternehmen bieten, die lösungs- und nicht geldorientiert arbeiten würden.
wiwo.de

ZITAT DER WOCHE

Teil des Mittelstands zu sein, hat in Deutschland eine besondere Qualität. Dabei geht es um viel mehr als die Unternehmensgröße. Es geht um die Unternehmensphilosophie und um den Geist, in dem das Unternehmen geführt wird.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hebt die Bedeutung des Mittelstandes für Deutschland hervor.
tagesspiegel.de

AUS DER REIHE

Gewinner der RTL-Dschungelshow rettet eigenes Familienunternehmen: Zugegeben, das RTL Dschungelcamp genießt nicht unbedingt den besten Leumund. Und doch hat die Teilnahme eines jungen Mannes nun einem Familienunternehmen die Existenz gerettet. Flip Pavlovic hat im Januar die Ersatzshow des Dschungelcamps, “die Dschungelshow”, gewonnen. Mit dem Preisgeld von 50.000 Euro verhinderte der Reality TV-Star die Insolvenz der Reinigungsfirma seiner Eltern. “Hätte ich die Preisgelder nicht gewonnen, will ich gar nicht wissen, was heute gewesen wäre. Vielleicht wären wir insolvent gegangen oder wir hätten uns verschulden müssen”, so Pavlovic in einem RTL-Podcast. Pavlovic darf nun auch am Dschungelcamp im nächsten Jahr teilnehmen, wo erneut eine beträchtliche Gewinnsumme lockt – Geld, welches die Firma wohl nicht ablehnen würde.
tvdigital.de

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