Jeden Donnerstag liefern wir mit den Wirtschaftsperspektiven einen Überblick über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen der Woche.
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POLITIK UND MITTELSTAND
Mittelstand fürchtet, auf der Strecke zu bleiben: Viele mittelständische Familienunternehmen fürchten trotz der umfangreichen Hilfen der Regierung im Zuge der Corona-Krise, auf der Strecke zu bleiben. Das zeigt eine Umfrage des Verbands „Die Familienunternehmer“. 65 Prozent der insgesamt 1465 befragten Betrieben gaben an, dass ihre Unternehmenstätigkeit durchschnittlich um 50 Prozent sank. Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen hat bereits Kurzarbeitergeld beantragt, weitere 33 Prozent planen dies bis Ende der nächsten Woche. Reinhold von Eben-Worlee, der Chef des Verbands, sprach von einer “Mittelstandslücke”. “Viele Unternehmen stehen bereits mit dem Rücken zur Wand”, so der Eben-Worlee. Die staatlichen Hilfen würden die Familienunternehmen oft nicht erreichen. Vor allem kleine Unternehmen mit bis zu zehn Angestellten und große Firmen würden unterstützt. Mittelständler profitieren oft nur von Hilfen, die von den Landesregierungen speziell für sie entworfen wurden. Dies ist jedoch nicht in jedem Bundesland der Fall. Eben-Worlee sprach von einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale, falls die Unternehmen pleitegehen sollten.
handelsblatt.com
Scholz will deutsche Start-ups unterstützen: Bei dem Treffen mit Ministerpräsident Söder in München gab Finanzminister Olaf Scholz an, die deutsche Start-up-Szene wegen der Corona-Krise mit weiteren zwei Milliarden Euro unterstützen zu wollen. Die Hilfe kommt zusätzlich zum Corona-Liquiditätsschirm, der auch für Start-ups ab einer Bewertung von 50 Millionen Euro gilt. Wegen der Krise fürchten viele Gründer, dass Investitionen ausbleiben könnten oder die Investoren selbst zahlungsunfähig werden könnten. Deshalb will Scholz nun einen Matching-Fonds einrichten, der bestehende Investitionen mit Fördergeld aufstockt und von KfW-Capital koordiniert wird. Um den Ausfall von Investoren aufzufangen, sollen künftig öffentliche Geldgeber wie der Europäische Investitionsfonds EIF einspringen. Offenbar plante Scholz Teile des Programms bereits seit längerem. Seit Ende 2019 denkt die Regierung darüber nach, einen Dachfonds von bis zu zehn Milliarden Euro einzurichten, um die deutschen Start-up-Finanzierer zu unterstützen.
spiegel.de
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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch
Berlin laut IHK besonders von Corona betroffen: Die Berliner Wirtschaft, die stark vom Messe- und Tourismusgeschäft abhängig ist, leidet laut der Präsidenten der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), Beatrice Kramm, besonders unter der Corona-Krise. Laut einer Umfrage unter 2300 Unternehmen aller Sparten berichten 95 Prozent der Unternehmen von schlechteren Geschäften. Etwa die Hälfte der Unternehmen musste ihren Betrieb einstellen. Ein Drittel der Teilnehmer rechnet gar mit einer drohenden Insolvenz. Voraussichtlich würden nicht alle Unternehmen den Lockdown überleben, so Kramm. Sie forderte Zuwendungen für mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern, “so wie es die meisten anderen Bundesländer bereits tun.” Laut der IHK plant jedes zweite Unternehmen in den nächsten Monaten Stellen abzubauen.
handelsblatt.com
Varta mit guten Zahlen für 2019: Der Batteriehersteller Varta hat seine Zahlen für das vergangene Jahr präsentiert und kann sich über satte Gewinne freuen. Der Umsatz wurde um 33,5 Prozent auf 362,7 Millionen Euro, der Gewinn sogar um 96,3 Prozent auf 50,5 Millionen Euro. Das verdankt der Konzern besonders seinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, den sogenannten Microbatteries. Diese finden in den Kopfhörern fast aller namhaften Konzerne von Samsung bis Apple Verwendung. Das Geschäft mit den Akkus konnte Varta 2019 um 38 Prozent steigern. Die Batterien gelten im Vergleich mit anderen Herstellern als besonders langlebig. Mit dem Gewinn will Varta vor allem investieren und die Produktion der Microbatteries auf 100 Millionen Stück hochfahren. Varta-Chef Herbert Schein sagte, das Coronavirus würde das Geschäft nicht beeinträchtigen. Man wolle “die Produktionskapazitäten weiter massiv ausbauen und das dynamische Wachstum fortsetzen”. Das bedeutet für Varta eine Umsatzerwartung von 780 und 800 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr.
wiwo.de
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2. April 18:30 Uhr | Zoom-Live-Konferenz oder YouTube- & Facebook-Livestream
GM After Work #HomeOfficeEdition | Thema: Erfolgfaktoren in der Unternehmensführung
Nächster Stammtisch digital mit Vortrag von Special Guest: Dieter Brandes, Geschäftsführer “Einfach managen” & Institut für Einfachheit” aus Hamburg sowie Erfolgsautor “Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolgs” mit einem Impuls zu “Unternehmenskultur, überzeugende Geschäftsmodelle und intelligente Systeme – die Erfolgfaktoren in der Unternehmensführung”. Zuhören und austauschen!
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Deutsche Firmen geraten in Zahlungsverzug: Wegen des Coronavirus sinkt die Zahlungsmoral deutscher Firmen. Besonders kleinere Unternehmen sind schnell von solchen Zahlungsausfällen betroffen. Der Bonitätsdienstleister Creditreform stellte fest, dass der durchschnittliche Zahlungsverzug von Unternehmen auf 11,6 Tage stieg. Im Januar lag der Wert noch bei 10,4 Tagen. Der Anstieg sei der höchste gemessene Wert in einem so kurzen Zeitraum, sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, der Pressesprecher und Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Im Normalfall verändert sich der durchschnittliche Zahlungsverzug über Jahre hinweg kaum. Für die Analyse wurde ein Debitorenregister mit rund sieben Millionen Zahlungsinformationen zu 940.000 Unternehmen pro Monat ausgewertet. Der durchschnittliche Zahlungsverzug berechnet sich aus den überfälligen, aber ausgeglichenen Zahlungen.
n-tv.de
Kurzmeldungen
Autozulieferer: ZF-Vorstand verzichtet auf Gehalt wiwo.de
Scholz: Hausbanken sollen kulant sein zu kleinen Unternehmen deutschlandfunk.de
Großer Andrang auf Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmen welt.de
Die kleinen Firmen trifft es besonders hart sueddeutsche.de
RAT UND TAT
Strategien für die Zeit nach der Krise: Das Coronavirus und seine Auswirkungen haben verheerende Folgen für die deutsche Wirtschaft. Doch schon jetzt denken viele Wirtschaftsexperten über die Zeit nach der Krise nach. So zum Beispiel die Unternehmensberatung Roland Berger die einen dreistufigen Plan entwickelt hat, um die Wirtschaft Schritt für Schritt wieder hochzufahren, ohne die Gesundheit der Bevölkerung zu gefährden. Der Plan sieht vor, noch während der Krise ein Schutzkonzept zu erarbeiten, verbunden mit einer Stärkung des Gesundheitssystems. Nach dem Lockdown sollen laut Roland Berger zuerst Bildungseinrichtungen den Betrieb aufnehmen, danach die Produktion und der Tourismus und schlussendlich kulturelle Einrichtungen sowie die Freizeitbranche, wobei stets strenge gesundheitliche Vorschriften eingehalten werden sollen. Im dritten Schritt geht es der Strategie zufolge darum, die Lehren aus der Krise umzusetzen. Besonders die Digitalisierung solle forciert werden.
wiwo.de
Wie kleine Unternehmen an die Finanzhilfen gelangen: 50 Milliarden Euro hat die Bundesregierung für kleine Unternehmen und Selbstständige bereitgestellt. Unternehmen mit höchstens fünf Mitarbeitern erhalten dann auf Antrag bis zu 9000 Euro. Bis zu 15.000 Euro gibt es für Unternehmen mit höchstens zehn Angestellten. Kompliziert wird die Beantragung dadurch, dass in jedem Bundesland unterschiedliche Behörden oder Investitionsbanken die Anträge überprüfen. Hinzu kommen teilweise eigenen Programme der Bundesländer. In jedem Fall gilt, dass betroffenen Unternehmen versichern müssen, von der Corona-Pandemie betroffen zu sein. Die Anträge müssen bis zum 31. Mai gestellt werden.
faz.net
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Kommunikation in Zeiten des Coronavirus: Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv
Worauf Anleger bei einer Übernahme achten müssen: Durch die Corona-Krise fallen derzeit viele Unternehmen im Wert, was sie unter Umständen attraktiv für eine Übernahme macht. Eine Studie des Anlegerschutzvereins Verbraucherzentrale für Kapitalanleger (VzfK), die mehrere hundert Unternehmenskäufe untersuchte, zeigt, dass Anleger im Fall einer Übernahme gut damit beraten sind, bis zum letzten Moment mit dem Verkauf ihrer Aktien zu warten. Besonders, wenn es im Zuge eines sogenannten Squeeze-out, also dem Verdrängen der Kleinaktionäre, zu einem Gerichtsverfahren kommt, können Anleger meist auf deutliche Gewinne hoffen. In rund 77 Prozent der Fälle hätten Richter der Studie zufolge die zu zahlende Abfindung an die Kleinaktionäre erhöht. “Bekommt ein Anleger ein Übernahmeangebot, so ist es häufig die richtige Strategie, erst einmal abzuwarten und nicht zu verkaufen, das zeigen die von uns ermittelten Zahlen deutlich”, so Martin Weimann, der Hauptverantwortliche der Studie.
manager-magazin.de
Wie wird sich die Corona-Krise entwickeln? Krise ist nicht gleich Krise. Auf der einen Seite gibt es Finanzcrashs wie im Jahr 1987, die starke aber kurze Kursverluste bedeuten, von denen sich die Börsen schnell wieder erholen. Auf der anderen Seite steht der Börsencrash 1929, auf den eine jahrelange Wirtschaftskrise folgte. Experten versuchen derzeit herauszufinden, zu welcher Tendenz sich die aktuelle Corona-Krise entwickeln wird. Die Wirtschaftsweisen rechnen beispielsweise mit einem relativ moderaten Rückgang der Wirtschaft von 2,8 bis 5,4 Prozent. Aktuell erholt sich der Dax zwar, wie stark sich das Coronavirus aber tatsächlich auf die Wirtschaft auswirkt, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen, wenn die meisten Unternehmen ihre Geschäftserwartungen für das Jahr vorstellen werden.
wiwo.de
ZITAT DER WOCHE
“Je länger der Stillstand, desto größer die Sorge, dass das Eigenkapital der Unternehmen aufgefressen wird. Aus der Liquiditätskrise darf keine Schuldenkrise werden.”
Der designierte Mittelstandsbeauftragte Thomas Bareiß über die Auswirkungen der Krise auf den Mittelstand.
handelsblatt.com
AUS DER REIHE
Hello Fresh zwischenzeitlich mehr wert als Lufthansa: In der Coronakrise können einige wenige Unternehmen stark profitieren. So auch der Berliner Kochboxversender Hello Fresh. Der Aktienkurs der Firma stieg seit Ende Februar um 30 Prozent. Am Dienstag erreichte das Unternehmen zwischenzeitlich einen Börsenwert von fünf Milliarden Euro und war damit wertvoller als die Lufthansa, deren Aktie in den letzten Wochen stark eingebrochen war. Im ersten Quartal 2019 erwartet Hello Fresh einen Umsatz zwischen 685 Millionen Euro und 710 Millionen Euro.
spiegel.de