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KW 19: Viele Branchen leiden unter Auftragsmange, Aktien sind die beste Anlageform, Vonovia hat die Krise überwunden
in der Kalenderwoche 19, 2024
kuratiert von Stefan Laurin

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Viele Branchen leiden unter Auftragsmangel: Auch wenn es erste, zarte Anzeichen einer konjunkturellen Erholung gibt, ist die Lage in der deutschen Industrie nach wie vor dramatisch. Viele Unternehmen verzeichnen einen starken Rückgang der Aufträge. 61,5 Prozent der Hersteller von Textilien klagten über zu wenige Aufträge, bei den Papierherstellern sind es 53,9 Prozent und in der Metallindustrie 50,6 Prozent. Besser schaut es da bei der Automobilindustrie aus: Nur 29,2 Prozent der Unternehmen klagen über einen Auftragsrückgang. zeit.de

Aktien sind die beste Anlageform: 12,3 Millionen Menschen in Deutschland besitzen Aktien oder Aktienfonds. Ideal wäre es jedoch, wenn alle 84 Millionen Einwohner von Geburt an Aktiensparer wären. Denn durch die Beteiligung an den größten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt kann der Wohlstand mehr als durch jede andere Anlageform vermehrt werden. Ein Blick auf die Kursdiagramme von Netflix, Tesla oder Nvidia zeigt, dass Aktien viel Freude bereiten können, aber auch nervenaufreibend sein können. faz.net

Im Globalen Süden spielt Europa wirtschaftlich nur noch eine kleine Rolle: Die Bedeutung von Europa und den USA als Handelspartner der wichtigsten 25 aufstrebenden Länder des globalen Südens nimmt ab. Während die USA sich noch halten können, verliert Europa als Partner massiv an Bedeutung und Einfluss. Vor allem China konnte seine Wirtschaftsbeziehungen massiv ausbauen. spiegel.de

Deutsche Unternehmen sind immer häufiger Opfer von Cyberangriffen. Russland und China sind dabei besonders aktiv welt.de

Chiphersteller Infineon baut Arbeitsplätze ab: Während die Bundesregierung den US-Chiphersteller Intel mit Milliardensubventionen ins Land lockt, sieht es bei dem deutschen Chip-Unternehmen Infineon düster aus. Das Unternehmen, das früher einmal zu Siemens gehörte, hat den Abbau hunderter Stellen angekündigt. Besonders hart wird es das Werk in Regensburg treffen. Grund sind schwache Zahlen, auf die Infineon nun mit einem Sparprogramm reagiert. faz.net

Deutschlands Unabhängigkeit hat einen hohen Preis: Die deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren während der Corona-Krise oder dem Ukraine-Krieg zu spüren bekommen, was es heißt, von Zulieferern aus nur wenigen Ländern abhängig zu sein. Vor allem China gilt als problematisch. Nun sollen Abhängigkeiten dadurch abgebaut werden, indem man auf Zulieferer aus unterschiedlichen Staaten setzt. Doch das verursacht Kosten und zieht viel Bürokratieaufwand nach sich. waz.de

In den Städten wird das wohnen immer teurer. Längst können sich die Mieten viele Menschen nicht mehr leisten faz.net

Dauersubventionen für erneuerbare Energien: Die Energiewende wird nach Ansicht von Experten bis 2030 eine Billion Euro kosten. Ohne Subventionen läuft nichts. Weder Windräder noch Solaranlagen haben ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell. Die enormen Kosten, sowohl intern als auch extern, die mit der Energiewende verbunden sind, werden kaum durch Vorteile wie eine verbesserte Versorgungssicherheit oder eine erhöhte Umweltverträglichkeit ausgeglichen. capital.de

RAT UND TAT

Wohnungen und Häuser werden nicht mehr billiger: Lange kannten die Preise für Immobilien nur eine Richtung: Abwärts. Doch nun scheint dieser Trend gestoppt zu sein. Experten gehen von einer Bodenbildung aus. Billiger wird es nicht mehr. Wer kaufen will, sollte es jetzt tun. Vor allem in den Top-Lagen der Großstädte könnten die Preise bald wieder anziehen. waz.de

Wie der Riester-Vertrag für Immobilien genutzt werden kann: Geld aus dem Riester-Vertrag kann in Immobilien investiert werden. So kann er verwendet werden, um den Eigenheim-Kredit zu begleichen, als Eigenkapital für den Immobilienkauf zu dienen oder für den Erwerb eines Dauerwohnrechts in einem Seniorenheim verwendet zu werden. spiegel.de

So steigen die Chancen auf eine höhere Abfindung: Die Aussichten auf eine höhere Abfindung können verbessert werden: Es gibt keine generelle Entschädigungsregelung für Arbeitnehmer bei Arbeitsplatzverlust. Dennoch sind viele Firmen bereit, eine Abfindung zu leisten, um zeitaufwendige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Die Abfindungssumme wird häufig nach der Regel „Ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr“ ermittelt. Wenn man über die Jahre hinweg herausragende Leistungen erzielt hat oder spezifisches Fachwissen und Unternehmenseinblicke erworben hat, die möglicherweise auch von Wettbewerbern geschätzt werden könnten, stärkt dies die eigene Verhandlungsposition. Darüber hinaus ist der Arbeitgeber oft bereit, eine höhere Abfindung zu zahlen, wenn er befürchtet, dass die Kündigung aus formellen Gründen vor Gericht nicht standhalten könnte, er jedoch die Beziehung zum Mitarbeiter beenden möchte. capital.de

ANGEZÄHLT

Vonovia hat die Krise überwunden: Letzte Woche präsentierte das Unternehmen seine Finanzergebnisse für das erste Quartal 2024. Zum ersten Mal seit geraumer Zeit konnte es wieder einen Gewinn verzeichnen, der bei beachtlichen 335 Millionen Euro lag. Vonovia ist Deutschlands größter Vermieter. Noch im vergangenen Jahr machte der Bochumer Immobilienkonzern einen spektakulären Verlust von knapp 6,8 Milliarden Euro. wiwo.de

ZITAT DER WOCHE

„Das Thema Kernkraft ist in Deutschland wahrscheinlich erst einmal durch. Ich selbst halte das angesichts der Kombination von Ukrainekrieg, Wirtschaftskrise und Energiewende für verantwortungslos. Aber so ist es nun einmal. Wir sollten trotzdem auf jeden Fall in Sachen Kernkraft in der Forschung aktiv bleiben. Natürlich kann niemand wissen, ob modulare Reaktoren, Druckwasserreaktoren der nächsten Generation oder die sogenannten Dual Fluid Reactors gute Lösungen für die Zukunft sind. Auch wissen wir noch nicht, wann und wie die Kernfusion einen Beitrag leisten kann. Aber auf jeden Fall müssen wir dranbleiben. Wer Technologien von vornherein ausschließt, verspielt die Zukunft.“

Ex-Eon-Aufsichtsrat Karl-Ludwig Kley n-tv.de

ZULETZT

Die meisten Jobs mit Zukunft gibt es in Berlin: Berlin ist nach einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) der Top-Standort für Zukunftsberufe. Als Zukunftsberufe im Sinne der Studie gelten zum einen „grüne“ Berufe, die durch neue Technologien und Konzepte Beiträge zur Dekarbonisierung leisten, aber auch „digitale“ Berufe, beispielsweise Informatiker oder Softwareentwickler. Zu den fünf im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr untersuchten Regionen gehören Berlin, München, Hamburg, das Rheinland und das Ruhrgebiet. capital.de